37° - Verdammte Fehlentscheidung! Wenn im Job alles schiefgeht
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Wer beruflich erfolgreich sein will, braucht Mut zur Veränderung. Damit verbunden ist allerdings auch das Risiko zu scheitern, vor allem dann, wenn die finanziellen Fallen nicht oder nur ungenügend berücksichtigt wurden. In diesem "37 Grad"-Film werden Menschen porträtiert, die viel gewagt haben und bei denen alles verloren schien. Während andere sich möglicherweise aufgeben, wagen sie den Neustart - wenngleich nicht ohne gewaltige Hindernisse.
Der Lebensweg von Stefan ist geprägt von einer gravierenden Fehlentscheidung. Der gelernte Gas- und Wasserinstallateur strebte nach wirtschaftlichem Erfolg und setzte alles auf eine Karte. Mit Fitnessstudios will er sich selbständig machen.
Dafür nimmt er hohe Kredite auf. Zunächst verläuft alles nach Plan, doch dann übernimmt er sich. Stefan kann seine Rechnungen nicht mehr bezahlen und häuft immer mehr Schulden an, bis er schließlich mit 400.000 Euro in der Kreide steht und Insolvenz anmelden muss.
Heute lebt der ehemalige Unternehmer von Hartz IV. Und dennoch: Stefan sucht seine zweite Chance im Showgeschäft. Er will als Sänger und Entertainer neu durchstarten. Dabei merkt er auch, wie schwer das Showbusiness ist - und dass er mit seinen 47 Jahren viel mehr Mut und Glück braucht als die jüngere Konkurrenz.
Auch Sandra ist tief gefallen, nachdem sie eine verhängnisvolle Entscheidung getroffen hat: Mitte der 90er Jahre beschließt sie mit ihrem Mann ein Küchenstudio zu eröffnen. Sie ist verliebt und trägt das volle Risiko. So laufen alle Kredite und das Geschäft auf ihren Namen. Als die Beziehung in die Brüche geht, bricht auch das Geschäft zusammen, und Sandra muss alleine für die Außenstände gerade stehen.
Mit etwa 50.000 Euro Schulden versucht sie ein neues Leben in einer neuen Stadt anzufangen. Doch die Schulden holen sie ein. Nach sechs Jahren in der Insolvenz steht Sandra jetzt vor einem weiteren Neubeginn. Als allein erziehende Mutter von drei Kindern schlägt sie sich mit einem Halbtagsjob durch. Trotz ihrer bitteren Erfahrung gibt Sandra nicht auf. Ihr großer Traum: Sie möchte wieder selbstständig sein und ein Café eröffnen.
Nicht immer funktioniert ein Neustart, so wie bei Meta, einer studierten Maschinenbauerin. Früher hat ihr die Gewerkschaft lange Zeit alles bedeutet. Eine Zeitlang war Meta als Sprecherin aktiv, wurde sogar für das Fernsehen interviewt. Sie genoss das Ansehen und die Möglichkeit, zu gestalten. Allerdings war ihr Vertrag befristet und Meta verlor ihren Job.
Dann begann ein Leben mit Hartz IV, für Meta eine Situation, die sie als unerträglich und äußerst demütigend empfand. Um sich daraus zu befreien, traf sie eine Entscheidung, die ihr später zum Verhängnis werden sollte: Sie beschloss, einen Tabakladen in einem Bahnhof aufzumachen.
Als im Laden nebenan ebenfalls Zigaretten verkauft wurden, war das für sie das Aus: Der Laden lief nicht mehr, die Schulden wuchsen, am Ende stand die Insolvenz. Im Moment arbeitet Meta als 1-Euro-Jobberin. Noch fällt es ihr schwer, an einen Neustart zu denken. Aber aufgeben? Niemals!
ZDF, Dienstag 05. Januar 2010, 22:25 – 22:55 Uhr
http://37grad.zdf.de

