Arte Themenabend: Eine Welt aus Plastik
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Fluch und Segen liegen nah beieinander bei einem Stoff, der unseren Alltag bestimmt, wie kaum ein anderer: Plastik! An dem Werkstoff scheiden sich die Geister - verteufelt als Wohlstandsmüll, gelobt ob seiner großen Vielseitigkeit stellt Plastikmüll eine wachsende Gefahr für die Umwelt dar. Ist globales Umdenken vorstellbar?
Temperaturbeständig, stabil und fest - das ist Plastik und genau das bringt auch viele Probleme mit sich: Da sich Plastikmüll nicht wie organische Stoffe zersetzt, wird er für die Umwelt zu einer wachsenden Gefahr: Und hier setzt der preisgekrönte Dokumentarfilm "Plastik über alles" an. Im Anschluss folgt eine aktuelle Dokumentation, die drei Öko-Revolutionäre porträtiert, die geprägt sind von Pragmatismus, Diplomatie und einer Menge Selbstvertrauen. Sie sind auf ihre Weise radikal, um wirkungsvoll zu sein - denn nur verantwortungsvoller Konsum wird die Lösung für eine nachhaltige Zukunft unserer Welt sein.
Durch den Abend führt Thomas Kausch.
Plastik über alles
Kunststoffe sind aus dem Alltag der Menschen kaum noch wegzudenken. Aber seit ihrem ersten Einsatz vor 100 Jahren belasten sie auch die Umwelt und wachsen überall auf der Welt zu gigantischen Müllbergen. Die Dokumentation zeigt Möglichkeiten der Wiederverwendung von Kunststoffen, der Verbesserung ihrer biologischen Abbaubarkeit und der Vermeidung giftiger Inhaltsstoffe auf.
Seit rund 100 Jahren sind Kunststoffe zum festen Bestandteil des Alltags geworden. Doch der Preis für ihren vielseitigen Einsatz sind Müllberge und giftige Altlasten in der ganzen Welt. Wie lässt sich diese Umweltverschmutzung eindämmen? Gibt es tragfähige Lösungen für die Wiederverwendung des künstlichen Rohstoffs, den Umgang mit seinen toxischen Eigenschaften und zur Verbesserung seiner biologischen Abbaubarkeit?
Drei Jahre lang recherchierte das Team um Filmemacher Ian Connacher in zwölf Ländern auf fünf Erdteilen. Und auch im Pazifik wurden sie fündig. Dort haben die Plastikabfälle inzwischen erschreckende Ausmaße angenommen. Doch Interviews mit Wissenschaftlern und Experten zeigen Wege in eine hoffnungsvolle Zukunft auf - hoffnungsvoll sowohl für die Erde als auch für die Kunststoffe
Die Öko-Revolution
Ich kaufe also bin ich. So lautete das Motto der westlichen Konsumgesellschaft der letzten 60 Jahre. Dabei war beinahe egal, was gekauft wurde. Doch angesichts schrumpfender Energiereserven, wachsender Müllberge und steigender Temperaturen weltweit haben auch die Letzten begriffen, dass es so nicht weiter gehen kann und dass eine Öko-Revolution dringend nötig ist. Filmemacher Frank Jastfelder lässt drei Vertreter einer neuen Generation, die nach überzeugenden Lösungen für eine nachhaltige Zukunft suchen, über ihre Visionen, Motivationen und Hindernisse sprechen.
Lange Zeit schien die einzige Alternative zum Konsum im Verzicht zu bestehen. Ein Weg, für den sich nur wenige begeistern können. Doch inzwischen sucht eine neue Generation nach intelligenten Lösungen für eine nachhaltige Zukunft. Drei Vertreter dieser neuen Öko-Revolutionäre porträtiert Frank Jastfelder in seiner Dokumentation.
Der Israeli Shai Agassi möchte mit seiner Firma Better Place die Weltherrschaft des Erdöls beenden. Dafür entwickelt er eine Infrastruktur für Elektroautos. Ein Netzwerk aus Lade- und Wechselstationen soll Strom aus erneuerbaren Energiequellen liefern. Bisher ist seine Firma in sechs Ländern aktiv. Auch wenn der ehemalige SAP-Vorstand bis vor zwei Jahren von Autos keine Ahnung hatte, ist er von seiner Vision überzeugt.
Die Münchnerin Claudia Langer war erfolgreiche Chefin einer Werbeagentur. Doch dann verkaufte sie die Firma und gründete die kostenlose Internetplattform Utopia.de. Damit will sie den Verbrauchern Orientierung geben in allen Fragen der Nachhaltigkeit und ihnen, wie sie selbst sagt, "zeigen, dass es für alles immer eine noch bessere Alternative gibt." 50.000 registrierte Mitglieder zählt ihr Forum für strategischen Konsum inzwischen.
Und die Französin Hélène Pelosse erzählt nicht ohne Stolz von der Begeisterung, auf die sie als Direktorin der "Internationalen Agentur für erneuerbare Energien" stößt. Die globale Beratungsstelle will allen Ländern weltweit bei der Umstellung auf erneuerbare Energien helfen. Ein großes Vorhaben, für das die 39-Jährige mitsamt ihrer Familie nach Abu Dhabi umziehen muss. Denn ausgerechnet hier ist die Zentrale von IRENA angesiedelt.
Filmemacher Frank Jastfelder begleitet seine Protagonisten auf die Frankfurter Automesse IAA, die Klimawoche in New York City, nach Tel Aviv und Abu Dhabi. Dabei entsteht nach und nach das Bild einer Generation, die mit Pragmatismus, Diplomatie und jeder Menge Selbstvertrauen an der Lösung für eine nachhaltige Zukunft arbeitet.
Wiederholung Donnerstag, 14. Januar 2010, 10:15 Uhr
Arte, Dienstag, 12. Januar 2010, 21:40 - 22:15 Uhr
www.arte.de

