Ein Sommer in New York – The Visitor (Film des Monats)

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Nach dem Tod seiner Frau verstärkt sich für den Universitätsprofessor Walter Vale das Gefühl von Resignation und Leere. Als er nach einer lustlosen Projektpräsentation in New York seine Zweitwohnung aufsucht, wird er von einem Paar überrascht, das offensichtlich seit einiger Zeit hier wohnt. Sie kommt aus dem Senegal, er aus Syrien; beide halten sich illegal in den USA auf. Als das Missverständnis aufgeklärt ist und die beiden sich ohne Unterkunft aufmachen wollen, bittet er sie zu bleiben. Langsam entwickelt Walter ein Interesse für das Trommelspiel Tareks und zieht schließlich mit ihm sogar zu einer Jamsession in den Central Park. Wegen einer kleinen Ordnungswidrigkeit wird Tarek von der Polizei verhaftet und in Abschiebehaft genommen. Walter versucht ihm zu helfen. Doch seine ohnmächtige Anklage gegen eine gleichgültige Bürokratie bleibt ohne Wirkung. Als Tareks Mutter Mouna zu Besuch kommt, nimmt er sie bei sich auf. Zwischen beiden entwickelt sich eine Nähe, die Walter aus seiner emotionalen Erstarrung befreit. Die Begegnung mit den illegalen Fremden hat seine Lebensgeister wieder geweckt.

Urbane Beziehungslosigkeit und multikulturelles Miteinander sind Lebenserfahrungen, die beispielhaft mit dem Mythos von New York verknüpft sind. Der Film ist eine Hommage an diese Stadt, die für viele Eingewanderte immer noch den „amerikanischen Traum“ repräsentiert. Er erzählt hoffnungsvoll von den Möglichkeiten, die in der Begegnung verschiedener Kulturen liegen, ohne soziale Härte und politische Hindernisse zu verschweigen. Die Musik wird zur Brücke, die neues Hören und Empfinden eröffnet. Richard Jenkins als Walter Vale spielt virtuos den Wandel von linkischer Zurückhaltung zu Rhythmusbegeisterung, von Abwehr zu Anteilnahme. Als sympathische Identifikationsfigur verkörpert er die Sehnsucht nach einem lebendigen, offenen Austausch mit den Fremden. Ihr Schutz und ihr Recht sind dafür eine unabdingbare Voraussetzung.

Bio-Filmographie:
Thomas McCarthy, geb. 1966 in New Jersey, ist Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur. Er besuchte die Yale School of Drama und wirkte ab 1992 in zahlreichen Filmen mit. 2003 veröffentlichte er seinen ersten Spielfilm als Regisseur, STATION AGENT. „Vor allem ging es mir darum, mich mit der Situation der Immigranten zu befassen und ihnen ein menschliches Gesicht zu verleihen. Manchmal können wir nicht mehr tun, als uns an unsere eigene Menschlichkeit zu erinnern. Es hilft gegen das Vergessen, wenn wir uns mit diesen Themen befassen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich nun um größere Themen wie die Probleme im Nahen Osten handelt, oder die Frage, wie wir mit Einwanderung umgehen. Es sind nicht einfach nur Themen, sondern menschliche Schicksale, die davon betroffen sind. (...)Es geht einfach nur darum, wie diese Menschen zueinander finden, wie verschieden sie sind, und am Ende des Tages, wie ähnlich sie sich sind. Sehen Sie, da ist Tarek, der Musiker aus Syrien, und seine Verbindung zu Walter Vale, dem alternden Wirtschaftsprofessor aus Connecticut, und wie die beiden eine gemeinsame Grundlage finden. Das macht unser Land und ganz besonders New York so großartig. Man kann sich der Menschlichkeit um sich herum gar nicht entziehen.“ (Tom Mc-Carthy)

Produktion: Groundswell Films und Participant Productions, USA 2007; Regie und Buch: Tom McCarthy 104 Min.; Verleih: Pandastorm Pictures
http://www.pandastorm.com/
Preise: Interfaith Award, Brisbane 2008

FSK: o.A.; Kinostart: 14.Januar 2010

Filmstart: Donnerstag, 14. Januar 2010

Film des Monats der Jury der Evangelischen Filmarbeit



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