Der Vater meiner Schwester (Drama)
TV-Tipp ![]()
Paul, der 19-jährige angehende Koch, träumt von kulinarischen Kreationen und vor allem davon, nach Indien zu reisen, um das Grab seines Vaters zu besuchen. Seine Mutter Karola gesteht ihm, dass sie die Geschichte um seinen Vater, der angeblich bei einer Expedition ums Leben kam, erfunden hat. Paul ist in Wahrheit das Resultat eines Seitensprungs. Sein Vater ist der Arzt Klaus Merbold, der in der gleichen Stadt lebt, seit 20 Jahren verheiratet ist und eine 19-jährige Tochter hat. Merbold wollte seinen Sohn nie kennenlernen und hat Angst, dass seine Frau Annette und Tochter Susa von seiner damaligen Affäre erfahren.
Paul nimmt allen Mut zusammen und stellt sich seinem Vater vor. Dieser blockt ab, und das erste Treffen der beiden endet im Desaster. Von Merbolds Ablehnung tief getroffen, fädelt Paul eine zufällige Begegnung mit dessen Tochter Susa ein. Er will Merbolds Frau und Susa für sich gewinnen und damit seinen Vater zwingen, ihn als unehelichen Sohn zu akzeptieren. Doch Susa verliebt sich in Paul, ohne zu ahnen, dass er ihr Halbbruder ist. Außerdem hat Paul eigentlich eine Freundin. Die ohnehin schon verzwickte Situation muss also früher oder später eskalieren.
Was passiert, wenn ein junger Mann an der Schwelle zum Erwachsenwerden erfährt, dass sein totgeglaubter und zum Helden stilisierter Vater um die Ecke wohnt und nichts von ihm wissen will? Paul fordert ein, was ihm zusteht: Anerkennung, Liebe und nicht zuletzt Wahrheit. Der Film erzählt mehr als nur eine Episode aus dem Drama der "vaterlosen Gesellschaft". Koautor Jochen Bitzer dazu: "Das Leben wird kompliziert, wenn Lügen gut gemeint und Wahrheiten bitter, demütigend und verletzend sind."
"Der Vater meiner Schwester" feierte auf dem Filmfest München am 26. Juni 2005 seine Premiere. Der Darsteller des Paul, Ludwig Blochberger sang bei den Wiener Sängerknaben, studierte an der Schauspielschule "Ernst Busch" in Berlin und übernahm im Alter von 13 Jahren erste Bühnenengagements. Katharina Schüttler wurde 2002 beim Münchner Filmfest für ihre Hauptrolle in "Sophiiiie!" (Regie: Michael Hofmann) mit dem "Förderpreis Deutscher Film" ausgezeichnet. Christian Berkel verkörperte Figuren in Ingmar Bergmans Film "Das Schlangenei" 1976 und ein Jahr später neben Hanna Schygulla unter der Regie von Douglas Sirk in "Silvesternacht". 2008 konnte man ihn in "Operation Walküre - Das Stauffenberg Attentat" (Regie: Bryan Singer) und zuletzt 2009 in Quentin Tarantinos "Inglourious Bastards" sehen.
Arte, Samstag, 13. Februar, 21:40 – 23:05
WH: 20. Februar, 14:30
Arte, Samstag, 13. Februar, 21:40 – 23:05

