Vom unverschämten Glück, Gedichte zu lesen
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Ihr neuer Gedichtband – dreigeteilt – versammelt geistliche Lyrik („Mein dreiundzwanzigster Psalm“), zeigt die Autorin als „Augenmensch“, der die Erfahrungen Bildender Kunst in Literatur umwandelt („Vermeer, Ansicht von Delft“ und „Toulouse-Lautrec“) und enthält zuletzt Texte zu Einsichten und Erfahrungen („Eden“, „Ein Bild von einer Frau, Agnes“).
Eva Zellers religiöse Grundhaltung ist weit entfernt von religiöser Erbauungslyrik. Ihr Bekenntnis zu dem „unverschämten Glück, am Tropf dieser Worte zu hängen“ aus dem Gedicht „Bibellesen“ ist aber eine Einladung dazu, es selbst mit diesem Glück zu versuchen. Viele Gedichte eigenen sich hervorragend für Andachten oder für eine Lesung zu Beginn/zum Abschluss von Sitzungen. Die vielfach ausgezeichnete Autorin erhielt 1994 den Evangelischen Buchpreis des Deutschen Verbandes Ev. Büchereien für „Ein Stein aus Davids Hirtentasche“. Ein vielschichtig zu lesendes Buch für alle Freunde von Gedichten, dass gleichermaßen geübte wie auch ungeübte Lyrik Leserinnen und Leser anspricht.
12. März 2007
