
Tübingen
Reisetipps fürs Melanchthon-Jahr
Der Humanist Johannes Reuchlin holte den begabten Melanchthon 1512 nach Tübingen. Damals erstreckte sich die Stadt unterm Schloss (zu Melanchthons Lebzeiten im Renaissancestil umgebaut) zwischen "Haagtorplatz " (dort ein Zwinger mit Resten der mittelalterlichen Stadtmauer) und "Am Stadtgraben". Reuchlin wohnte seinerzeit in Stuttgart, war aber in Tübingen als oberster Richter des schwäbischen Bundes tätig. Melanchthon wohnte und lehrte in der Burse. Daran erinnert eine Gedenktafel dort. Am Rathaus (Marktplatz) war die von Johannes Stöffler geschaffene kunstvolle astronomische Uhr (1511) gerade angebracht worden. Bis heute zeigt sie den Lauf der Gestirne und die Mondphasen an.
Das Zentrum der Uni lag um die Alte Aula an der Münzgasse, im Haus Nr. 20 ist der Universitätskarzer noch zu sehen. Die Stiftskirche war 1477 zur Universitätsgründung im spätgotischen Stil neu errichtet worden. Ihren Flügelaltar des Dürer-Schülers Hans Schäufelein erhielt sie erst 1521, da war Melanchthon schon drei Jahre in Wittenberg. Das Evangelische Stift, zu Melanchthons Studienzeiten ein Augustinerkloster, war ab 1534 "herzogliches Stipendium" und ist bis heute Ausbildungsstätte für Theologen.
