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EKD-Newsletter Nr. 352, 05. Mai 2010

ISSN 1616-0304


Inhalt

Kirchenpolitik

Ökumene

Religion

Medien

Ausland

Stiftungen

Worte zum Tag

Kirchenpolitik

„Last und Lust des Zweifels“ – Katrin Göring-Eckardt beim Hanns-Lilje-Forum

Katrin Göring-Eckardt

Über „Last und Lust des Zweifels“ sprach die Präses der EKD-Synode, Katrin Göring-Eckardt, in der vergangenen Woche beim Hanns-Lilje-Forum in Hannover. Es fängt bei den kleinen Entscheidungen an, zum Beispiel beim Einkaufen, und geht bis hin zu den großen Fragen: „Wer bin ich und wie soll ich leben? Womöglich sogar, wie sollte ich leben? Was heißt es, wenn ich den Wasserhahn aufdrehe und was bedeutet die Zusammensetzung des Frühstücks nicht nur für meinen Körper, sondern für die Menschen am anderen Ende der Welt?“ Manche suchten die Lösung in einer Flucht entweder in Fundamentalismus oder Relativismus. „Der Fundamentalismus überspringt die Außenwelt, die störenden anderen mit der anderen Meinung und dem anderen Leben, mithin den Zweifel - und tut einfach so, als wäre alles schön übersichtlich und als könne die Welt von einem einzigen Punkt der Wahrheit aus überblickt und geordnet werden.“ Der Relativismus hingegen setze den Zweifel absolut. „Er glaubt an gar nichts, denn immer sagt er ‚Anything goes‘. Man kann es so oder auch anders sehen.“ Wie reizvoll hingegen der bewusste Zweifel sei, der Gewissheiten nicht außer Kraft setzt, aber hinterfragt und damit sogar stärken kann, erläuterte die Präses in ihrem Vortrag, der sich nachzulesen lohnt.

http://www.ekd.de/vortraege/2010/100429_goering_eckardt_hannover.html
http://www.ekd.de/aktuell_presse/news_2010_04_30_1_kge_hanns_lilje.html
http://www.hanns-lilje-stiftung.de/hanns-lilje-forum.html

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EKD für Einrichtung eines dauerhaften Resettlementprogramms

Bernhard Felmberg

Im November 2008 hatte sich die EKD-Synode dafür ausgesprochen, besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen aus dem Irak Aufnahme in Deutschland zu gewähren. Im Dezember desselben Jahres beschloss die Bundesregierung, 2.500 irakische Flüchtlinge aufzunehmen. In der vergangenen Woche trafen die letzten dieser Flüchtlinge in Deutschland ein. Prälat Bernhard Felmberg, Bevollmächtigter des Rates der EKD, zog eine positive Bilanz: „Die Aufnahmeaktion ist – unserer ersten Einschätzung nach - sehr positiv verlaufen“. Er richtete den Blick aber auch in die Zukunft: „Von Anfang an haben wir damit auch die Hoffnung verbunden, dass die Bundesregierung sich für die Einrichtung eines dauerhaften Resettlementprogramms mit einer festen Quote entscheiden könnte“, betonte der Prälat.

http://www.ekd.de/presse/pm86_2010_resettlementprogramm.html
http://www.ekd.de/aktuell_presse/news_2010_04_27_3_felmberg_irak_fluechtlinge.html
http://www.ekd.de/synode2008/beschluesse/beschluss_irakische_fluechtlinge.html

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Ökumene

Ökumenischer Kirchentag in München

Zwei junge Frauen laufen über das Wasser.

Im Vorfeld des Ökumenischen Kirchentages, der in der kommenden Woche in München stattfindet (12.-16. Mai),  haben sich sowohl der amtierende Vorsitzende des Rates der EKD, Nikolaus Schneider, wie die Präses der Synode, Katrin Göring-Eckardt, in Pressegesprächen zum Stand der Ökumene geäußert. Schneider bedauerte, dass ein gemeinsames Abendmahl zwischen Protestanten und Katholiken noch nicht möglich sei und betonte in einem epd-Gespräch, er verstehe die Ungeduld vieler Menschen über die anhaltende Trennung. Göring-Eckardt hob in einer „chrismon-Begegnung“ mit Alois Glück, dem Präsidenten des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken, hervor dass sie durchaus die Sinnenpracht des katholischen Gottesdienstes genieße, aber auch das Unbehagen vieler an den autoritären Strukturen der katholischen Kirche teile.

http://www.ekd.de/aktuell_presse/news_2010_05_04_1_rv_epd_interview_oekt.html
http://www.ekd.de/aktuell_presse/news_2010_04_28_1_oekt_chrismon_interview_kge_glueck.html
http://www.oekt.de

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Gemeinsames Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche 2010

Buntes Auge mit dem Schriftzug: Interkulturelle Woch2 2010

„Zusammenhalten – Zukunft gewinnen“ unter diesem Motto steht die diesjährige Interkulturelle Woche, zu der die Kirchen bundesweit vom 26. September bis 2. Oktober aufrufen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, der amtierende Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider, und Metropolit Augoustinos, griechisch-orthodoxer Metropolit von Deutschland, rufen in ihrem Gemeinsamen Wort dazu auf, mit zahlreichen kreativen Veranstaltungen und Aktionen sowie mit Gebetstreffen und Gottesdiensten zum Gelingen der „Woche“ beizutragen und politische Forderungen in die Diskussion einzubringen. Die Repräsentanten der Kirchen benennen exemplarisch aktuelle Handlungsfelder: So stießen etwa Migrantinnen und Migranten innerhalb der deutschen Gesellschaft auf Ausgrenzung, Diskriminierung und Abwehr. Der Zugang zum Arbeitsmarkt, gleiche Bildungschancen oder umfassende gesellschaftliche Partizipationsmöglichkeiten dürften nicht nur mit Worten gefordert werden. Eröffnet wird die Interkulturelle Woche 2010 am 24. September in der Erlöserkirche in Essen. Der bundesweite Ökumenische Vorbereitungsausschuss rechnet während der „Woche“ mit rund 3.500 Veranstaltungen an mehr als 300 Orten in ganz Deutschland.

http://www.ekd.de/presse/pm92_2010_interkulturelle_woche.html
http://www.ekd.de/interkulturellewoche

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Religion

Gottesdienste im Grünen und auf den Bergen - „Kommen Sie. Zu sich“

Logo: Gottesdienste im Freien

„Kommen Sie. Zu sich“ – so lautet eine Einladung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern an alle Gäste -zu kommen um zu hören, zu sehen, zu feiern oder zu entdecken. Rund 800 Gottesdienste werden unter freiem Himmel angeboten. Kommen, um den Horizont zu erweitern, mit allen Sinnen die freie Natur oder die Zeugnisse der christlichen Kultur zu erleben und von der christlichen Botschaft zu hören – und auf diese Weise auch dem Himmel näher zu sein. „Zu sich" – das meint die vielen Wege der Selbstfindung, des sich Wandelns, der Ruhe und einer neuen Gelassenheit, so der für „Gottesdienste im Grünen“ verantwortliche Kirchenrat Thomas Roßmerkel. Die Landeskirche der Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern bietet für Interessierte kostenlos Prospekte an.

http://www.ekd.de/aktuell_presse/pm18_2010_elkb_gottesdienste_im_gruenen.html
http://www.kircheimgruenen.de
http://www.berggottesdienste.de

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Medien

Videoclip „Aberglaube“: Das Wesentliche geht verloren

Schriftzug Aberglaube, darunter eine diffuse Wolke aus einer Tonne

Hand aufs Herz: Wer hat nicht schon einmal einen heimlichen Blick in sein Tageshoroskop geworfen oder mit einem Augenzwinkern einen Glücksbringer verschenkt? Ob vierblättriges Kleeblatt, schwarze Katze oder die Zahl 13 – fast immer geht es um Glück oder Unglück, das damit in Verbindung gebracht wird. Es gibt harmlose Spielarten des Aberglaubens. Aber aus bloßem Spiel kann auch bitterer Ernst werden – vor allem dann, wenn man sein Herz an Gegenstände verliert oder geheimnisvolle Kräfte, Rituale und Beschwörungen einsetzen will, um ein bisschen Schicksalsgott zu spielen. Matthias Pöhlmann von der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, spricht im neuesten Comic-Videoclip der Reihe „e-wie-evangelisch“ zum Thema „Aberglaube“.

http://www.ekd.de/aktuell/70114.html
http://www.ekd.de/glauben/e-wie-evangelisch/e_aberglaube.html

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"zeitzeichen" im Mai
Trotz alledem - Warum der Mensch nicht ohne Hoffnung leben kann

Logo: zeitzeichen

„Christen wollen, dass es gut ausgeht – unendlich gut!“ sagt der Schriftsteller und Theologieprofessor Klaas Huizing. Im Interview in der Mai-Ausgabe von zeitzeichen mit dem Schwerpunkt Hoffnung erklärt er, warum die Auferstehung, als größte Hoffnung der Christen, unbedingt auch eine Auferstehung des Leibes sein muss. Darüber hinaus sei Hoffnung lebenswichtig, weil sie Kraft zum Neubeginn gebe, so der Systematische Theologe. Zu dem Verhältnis von Hoffnung und Angst sagt der in Würzburg lehrende Professor: „Die Kunst, mit der  Angst umzugehen, ist jener Spielraum, in dem sich die Hoffnung ansiedelt“. Huizing betont bezüglich der Lebenshoffnung, dass diese auch durchs Älterwerden nicht geringer wird: „Ich wurde früh Vater und bin jetzt schon Großvater, und ich merke, die Hoffnung ist nicht durch die eigene Existenz limitiert. Das ist ein extrem gutes Gefühl.“

http://www.zeitzeichen.net
http://zeitzeichen.net/schwerpunkt/#c220

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Ausland

Pfarrkonferenz: In Costa Rica raucht eigentlich jeder Berg

Teilnehmer der Pfarrkonferenz

Während die Aschewolke des Eyjafjallajökull über Europa hing und den Referenten aus dem EKD-Kirchenamt die Teilnahme an der alljährlichen Regionalkonferenz der Pfarrerinnen und Pfarrer in deutschsprachigen Gemeinden in Lateinamerika in Costa Rica verwehrte, schauten die Kollegen gelassen in den rauchenden Krater des Poas und dachten: hier raucht eigentlich jeder Berg. Das Thema der Tagung war spannend: Es ging um die Pfingstkirchen, die auf dem lateinamerikanischen Kontinent ein rasant wachsendes Phänomen darstellen, die im Spektrum dessen, was gemeinhin als „evangelisch“ bezeichnet wird, die größte christliche Gruppe bilden und die mit Aufsehen erregenden Missionskampagnen und mit spektakulären Heilungsgottesdienstes nicht nur gigantische Kinosäle, sondern ganze Fußballstadien füllen.

http://www.ekd.de/aktuell/70107.html
http://www.ielcor.org
http://www.v-e-i.de/german/vulkane/vcos.html

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Als evangelischer Pastor in Bulgarien

Junge Frau mit einem Pferdefuhrwerk

Bulgarien ist ein christliches Land. Deutlich über 80 Prozent der Bevölkerung sind orthodoxen Glaubens. Das ist erstaunlich, denn während der sozialistischen Staatsführung nach dem Zweiten Weltkrieg war der Atheismus die offizielle Doktrin. Zu den religiösen Minderheiten zählen Muslime (rund 13 Prozent), römische Katholiken (gut 1 Prozent), Protestanten und Juden (je 0,1 Prozent). Außerdem gibt es offiziell ¬anerkannte Vertreter des Hinduismus, Buddhismus und verschiedene Yogabewegungen. Die Deutschsprachige Evangelisch-Lutherische Gemeinde Sofia gehört somit zu einer der kleinsten religiösen Minderheiten. Seit September 2007 arbeitet Pastor Martin Zamel ehrenamtlich in der Gemeinde in Sofia. In seinem „Brief aus Sofia“ berichtet er über Arbeit, Land und Leute.

http://www.ekd.de/aktuell/70207.html
http://www.evkirchesofia.org

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Stiftungen

KiBa-Kirche des Monats Mai: Der schiefe Turm von Schönewerda

Logo: Kiba

Nein, mit dem schiefen Turm von Pisa könne man nicht ganz mithalten, meint Pfarrer Gerhard Löffler. Trotzdem ist der große, breite Kirchturm der St.-Johannes-Kirche in Schönewerda so weit nach vorn geneigt, dass, wie es im Statiker-Jargon heißt, seine „Standsicherheit gefährdet“ ist. Dringender Handlungsbedarf besteht,  „da ist nichts zu beschönigen“, so Löffler. Die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (KiBa) sieht das ebenso: Sie unterstützt die erforderlichen Baumaßnahmen ihrer „Kirche des Monats Mai“ mit 15.000 Euro.

http://www.ekd.de/presse/pm89_2010_kirches_des_monats_mai.html
http://www.stiftung-kiba.de
http://www.ekd.de/kiba/14936.html

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Worte zum Tag

Worte zum Tag

Der Heilige Geist verwandelt eigennützige Menschen in gemeinnützige, ich-bezogene in gemeinschaftsfähige Menschen. Dabei lässt er sie als einzelne leben - und bewahrt sie doch vor dem Individualismus. Er fügt sie zu einer Gemeinschaft zusammen - und lässt sie doch nicht im Kollektiv versinken.

Adolf Schlatter (1852 – 1938), Schweizer Theologe

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