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EKD-Newsletter Nr. 365, 15. September 2010

ISSN 1616-0304


Inhalt

Kirchenpolitik

Ökumene

Kultur

Aus den Landeskirchen und Werken

Reformprozess

Medien

Worte zum Tag

Kirchenpolitik

Äußerungen des nunmehr ehemaligen Vorstandmitglieds der Deutschen Bundesbank, Thilo Sarrazin, zu Zuwanderung und Integration, die er in seinem jüngst erschienenen Buch "Deutschland schafft sich ab" niedergeschrieben hat, füllen derzeit die Schlagzeilen der Presse. Kritik wie Zustimmung zeigen, dass die Fragen von Zuwanderung, Integration, Fremdheit und kultureller Identität in Deutschland keineswegs beantwortet und geklärt sind. Zahlreiche Denkmuster der Vergangenheit sind in vielen Köpfen noch bestimmender als man vermutet. Die Vorurteilsforschung hat gezeigt, dass Meinungen und Urteile beispielsweise über gesellschaftliche Minderheiten nur zu einem Teil etwas über die faktische Situation der beschriebenen gesellschaftlichen Gruppe aussagen, zu einem sehr hohen Anteil aber etwas über die Urteilenden. Das sollte bei Meinungen und Bewertungen vorsichtig machen. Die Frage, was man selbst an Erwartungen und Befürchtungen auf andere projiziert, muss die stete selbstkritische Kontrollfrage sein selbst dann, wenn man glaubt, sich auf vermeintlich objektive Zahlen und Fakten berufen zu können.

Integration funktioniert nicht nur beim Fußball

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Das Zentrum für Mission in der Region der EKD hat jetzt in Kassel ein Fachgespräch zu grundsätzlichen Fragen der Mission und der theologischen und inhaltlichen Konsequenzen, die sich daraus ergeben, geführt. Mehr als 30 Teilnehmende aus ganz Deutschland hörten Impulsreferate von Eberhard Hauschildt, Christina Brudereck und Peter Aschoff. Sie diskutierten u.a. über die „Überprüfbarkeit der Qualität missionarischer Arbeit“ und Möglichkeiten der Evaluation missionarischer Praxis in der Gemeinde.

Fachtagung des EKD-Zentrums „Mission in der Region“ in Kassel

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Ökumene

Ein "weithin öffentlich sichtbares Signal der Zivilgesellschaft gegen Ausgrenzung und Rassismus" erhofft sich Gabriele Erpenbeck, Vorsitzende des Ökumenischen Vorbereitungsausschusses von der diesjährigen bundesweiten Interkulturellen Woche, die am 24. September mit einem feierlichen Gottesdienst in Essen eröffnet wird. Die Interkulturelle Woche steht in diesem Jahr unter dem Motto „Zusammenhalten – Zukunft gewinnen“. In ihrem Gemeinsamen Wort haben die Vorsitzenden der Kirchen aktuelle Handlungsfelder benannt: vor allem gegen Ausgrenzung und Diskriminierung von Migranten müsse vorgegangen werden. Und der Zugang zum Arbeitsmarkt, Bildungschancen und gesellschaftliche Teilhabe dürften nicht nur mit Worten gefordert werden. Die Interkulturelle Woche wird von einem breiten Bündnis aus Kommunen, Kirchen, Verbänden und Organisationen in über 300 Städten und Gemeinden mit rund 3.500 Veranstaltungen begangen.

Pressemitteilung zur Interkulturellen Woche

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Kultur

Ein "strahlendes Zeichen der Gegenwart Gottes" war der 5. Internationale Gospelkirchentag für Nikolaus Schneider. Der Ratsvorsitzende der EKD umschrieb das just in Karlsruhe zu Ende gegangene Großereignis als ein Bild einer "singenden Kirche". Rund 70.000 Besucher hat man verzeichnet: "Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen", sagte der Geschäftsführer des Gospelkirchentages, Martin Bartelworth. Und mit der Aktion "Gospel für eine gerechtere Welt" wurde erstmals auch inhaltlich ein Schwerpunkt gesetzt. Der nächste Gospelkirchentag findet 2010 in ortmund statt.

Bericht unf Fotostrecke vom 5. Internationalen Gospelkirchentag

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Aus den Landeskirchen und Werken

Seit der Gründung 2007 haben sich bereits über 100 Organisationen dem Bündnis „die Klima-Allianz“ angeschlossen. Neben Umweltverbänden, Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen engagieren sich auch die Kirchen und kirchliche Organisationen für das gemeinsames Ziel einer konsequenten Klimapolitik. „Schon Ende September sollen die jetzt vorliegenden Pläne der Bundesregierung in Gesetze gegossen werden,“ beklagt Pfarrer Klaus Breyer, Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen und Sprecher der Klima-Allianz. Wenn das geschehe, verabschiede sich die Koalition endgültig von einer zukunftsfähigen Energiepolitik und einem ambitionierten Klimaschutz. „Die deutsche Bevölkerung wird dann über Jahrzehnte hohe Kosten und Risiken tragen müssen.“ Aus diesem Anlass forderte die Klima-Allianz jetzt mit einer Protest-Aktion: „Schluss mit den Tricks! Die Energiewende ist machbar!“

www.die-klima-allianz.de

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Die Hilfsaktion „Brot für die Welt“ hat eine Ausstellung konzipiert, die Ungerechtigkeit erfahrbar machen will: und zwar durch einen reichlich gedeckten Tisch, an dem aber nicht alle Menschen nach Herzenslust zugreifen können. Jeder Stuhl repräsentiert ein Land. Das Besondere: Die Stühle sind unterschiedlich hoch. Die Ausstellung ist Teil der „Brot für die Welt“-Kampagne „Niemand isst für sich allein“. Kirchengemeinden können die Ausstellung mit einer Anleitung nachbauen. Besucher erhalten detaillierte Informationen zu Ernährungslage, Essgewohnheiten und Rezepten in den einzelnen Ländern. Bundesweit findet am Samstag, 2. Oktober, vor Erntedank, zum vierten Mal der Deutsche Tafeltag statt. An diesem Tag laden die lokalen Tafeln Bürgerinnen und Bürger ihrer Städte und Gemeinden zu vielfältigen Aktionen an öffentlichen Plätzen oder in ihren Räumlichkeiten ein.

Anleitung zum Nachbau der Ausstellung sowie Materialien zu den einzelnen Ländern

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Bildung für nachhaltige Entwicklung bedeutet zu lernen, miteinander so zu leben und zu arbeiten, dass alle Menschen in Nord und Süd, heutige und zukünftige Generationen menschwürdig leben können und die Umwelt auf unserer Erde dauerhaft geschützt ist. Um für nachhaltige Entwicklung Bewusstsein zu schaffen und zu sensibilisieren hat die UNO die Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung” (2005-2014) ausgerufen. Aus diesem Anlass wird vom 20. – 26. September 2010 zum fünften Mal die sachsen-anhaltinische Aktionswoche “7 Tage Zukunft – Nachhaltigkeit lernen in Sachsen-Anhalt” veranstaltet. Was kostet die Welt? Fast nichts in dieser Welt läuft ohne Geld. Ob im eigenen Leben oder auf der großen Weltbühne, irgendwie dreht sich immer alles um Geld, Werte, Besitz und Vermögen. Das Geld regiert unsere Welt. Doch was ist Geld eigentlich, welche Aufgaben hat es und welche Auswirkungen hat es auf unser Leben? Unter dem Motto “Was kostet die Welt? Geld – Werte – Lebensstile” bewegen sich die Veranstaltungen der diesjährigen Aktionswoche im Spannungsfeld Geld und Nachhaltigkeit.

7-tage-zukunft.de

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Reformprozess

Kirchen sind Kulturorte und ebenso Landmarken der geschichtlichen Identität einer Region. Reisenden wird erzählt, was Christen in Jahrhunderten an diesem Ort bewegt hat. Kirchen stehen für die Inhalte des Glaubens und ebenso für die jeweilige Ausrichtung der Architektur und der Kunst in der Epoche ihrer Entstehung. Sie gehören zu den herausragenden touristischen Zielen und verdienen es darum, durch ein überregionales touristisches Reisekonzept erschlossen zu werden. Anlässlich des Kulturhauptstadtjahres RUHR 2010 hat der Kirchenkreis Essen ein besonderes Projekt entwickelt, das kirchliche und touristische Ziele zwischen Duisburg und Dortmund verbindet. Es ist das Projekt des Monats der Internetplattform „Kirche im Aufbruch“.

Projekt des Monats :Church Tours an der Ruhr

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Medien

Glauben richtig verstanden heißt Vertrauen, sagt Bischof Fridrich Weber von der evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig. Und damit steigt er ein in die Beantwortung der Frage "Was ist Glaube?", dem Thema des neuen Videoclips aus der Reihe "E wie evangelisch". Glauben habe sehr viel mit Beziehung zu tun, erklärt der Bischof, ganz oben natürlich mit der eigenen Beziehung zu Gott. So sagen viele Menschen, dass sie sich in bestimmten Lebenslagen Gott vertrauenswoll in die Arme werfen können. Und Weber und geht noch viel weiter: zum Leben brauche es die Dimension des Vertrauens und eigentlich könne niemand ohne diese Dimension leben.

Video "Der Glaube"

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Auf 312 Seiten dokumentieren die evangelischen Kirchen in Deutschland die erste wissenschaftliche Fachtagung zur Überarbeitung der für die gottesdienstlichen Lesungen vorgesehenen Bibeltexte. „Das nun erneut angestoßene Projekt nutzt die kurzen Wege, die sich aus der organisatorischen Verbindung der drei gliedkirchlichen Zusammenschlüsse unter einem Dach in Hannover ergeben“, heißt es in dem vom Präsidenten des Kirchenamtes der EKD, Dr. Hermann Barth, dem Leiter des Amtes der UEK, Bischof Martin Schindehütte, und dem Leiter des Amtes der VELKD, Dr. Friedrich Hauschildt, unterzeichneten Vorwort. „In gegenseitiger Abstimmung fiel die Entscheidung, die Umrisse einer Perikopenreform zunächst auf einer breit angelegten Konsultation ins Auge zu fassen und zu diskutieren.“ Mit dieser Dokumentation werden die Beiträge zur Konsultation zugänglich gemacht. Damit solle dem Revisionsprozess „von vornherein auch ein hohes Maß an Transparenz gegeben werden. Zugleich möchten wir mit dieser Dokumentation das Gespräch über Aufgabe und Aspekte einer Perikopenrevision unter Beteiligten und Interessierten in unserer Kirche intensivieren.“

Pressemitteilung zur Dokumentation der ersten Fachtagung „Perikopenrevision“

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Worte zum Tag

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.

Psalm 139,14

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