Logo der Evangelische Kirche in Deutschland


EKD-Newsletter Nr. 367, 05. Oktober 2010

ISSN 1616-0304


Inhalt

Kirchenpolitik

Religion

Menschenrechte

Medien

Stiftungen

Worte zum Tag

Kirchenpolitik

An den 20. Jahrestag der Wiederherstellung der deutschen Einheit haben die beiden großen Kirchen mit einem gemeinsamen Wort erinnert. Darin heißt es, auch zwanzig Jahre nach dem Ereignis sei es „schier unglaublich“, dass die „Teilung unseres Landes, die ein unverrückbares politisches Faktum zu sein schien“ überwunden wurde. Dies sei „eine Wendung der Dinge, für die wir Gott nicht genug danken können“ und gleichzeitig „eine Mahnung, dass wir uns auch sonst nicht kleingläubig in den so genannten Realitäten dieser Welt einrichten und mit ihnen abfinden sollen“. Der 20. Jahrestag der Wiederherstellung der deutschen Einheit sei ein guter Anlass, um innezuhalten und das Erreichte zu bedenken.

„Eine große Tat der Solidarität“

nach oben

Der Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider, hat nach Bekanntgabe der geplanten Erhöhung der Hartz-IV-Sätze angekündigt, dass Kirche und Diakonie die Neuregelung „sehr genau“ überprüfen werden. Schneider zeigte sich verwundert, dass die Erhebungen des statistischen Bundesamtes eine Erhöhung der Sätze um nur fünf Euro nahelege und die Sätze für Kinder sogar im Moment angeblich zu hoch berechnet seien. Grundsätzlich begrüßte Schneider aber die geplante Bereitstellung zusätzlicher Sachleistungen für Kinder.

„Neuregelung der Sätze sehr genau überprüfen“

nach oben

„Der Islam gehört auch zu Deutschland“ – über diesen Satz von Bundespräsident Christian Wulff wird seit Sonntag breit diskutiert. Der Bundespräsident habe in seiner Rede zum Tag der Deutschen Einheit „nüchtern, sachlich und gelassen die deutsche Wirklichkeit“ beschrieben, so der EKD-Ratsvorsitzende, Präses Nikolaus Schneider. „Zu Hause zu sein in Deutschland bedeutet ja auch nach unserer Überzeugung, unsere Verfassung und die in ihr festgeschriebenen Werte zu achten und zu schützen.“ Um den Islam in Deutschland geht es auch am Donnerstag, 7. Oktober, bei „Tacheles“. In der Marktkirche Hannover diskutiert der EKD-Ratsvorsitzende mit dem Kriminologen Christian Pfeiffer, dem Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, und dem CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach über das Thema: „Islam in Deutschland: Friedensreligion oder Kultur der Gewalt?“

Nikolaus Schneider zu Gast bei „Tacheles“

nach oben

Religion

Der Agrarbeauftragte der EKD, Clemens Dirscherl, hat anlässlich des Erntedankfestes angemahnt, unserer Gesellschaft fehle derzeit die Balance zwischen den Werten der Wirtschaft und der Politik und den Lebenswerten unserer Gesellschaft. Diese müssten wieder „zueinander finden“. Dirscherl sieht das Leben „durchzogen von einer Ansammlung der Grenzüberschreitungen“. Er forderte, den „Konsum am Bedarf vorbei“ zu stoppen, denn Wohlstand dürfe nicht auf Kosten der Umwelt und sozialer Gerechtigkeit wachsen.

Erntedank auch Anlass zum Be-Sinnen

nach oben

Der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (KDA) hat zum Buß- und Bettag 2010 eine Broschüre herausgegeben, die die Realität unser heutigen Arbeitsverhältnisse kritisch beleuchtet. So habe sich die Arbeitswelt zum Nachteil der Arbeitnehmenden verändert. Immer weniger Menschen arbeiteten immer mehr. Die Arbeitsbelastung steige und mit ihr die Zahl der psychosomatischen Erkrankungen. Außerdem werde der Kampf um einen Arbeitsplatz härter und der psychische Druck am Arbeitsplatz nehme zu. Aber es sei festzuhalten, dass Menschen arbeiten, um zu leben, und nicht umgekehrt. Das müsse Ziel einer menschenwürdigen, ökologischen und nachhaltigen Arbeitswelt sein.

Materialien für Gottesdienst und Gemeinde zum Buß- und Bettag

nach oben

Menschenrechte

Die Abschiebung von mehr als 8000 Roma aus Frankreich hat nicht nur für Streit zwischen der französischen Regierung und der EU-Kommission gesorgt, sondern auch neue Aufmerksamkeit auf das Thema Aufenthaltsrecht von Minderheiten gelenkt. In Deutschland leben rund 10.000 Roma aus dem Kosovo, deren Aufenthaltsstatus ungeklärt ist. Offiziell müssen sie in den Kosovo zurückkehren. Das regelt ein Rücknahme-Abkommen zwischen der Bundesrepublik und der Republik Kosovo. Aber internationale Beobachter sind sich einig: Eine Rückkehr dieser Menschen in Würde und Sicherheit ist nicht möglich. Vor diesem Hintergrund setzen sich die EKD und das Diakonische Werk der EKD nach wie vor für ein Bleiberecht für Menschen ein, die langjährig in Deutschland geduldet werden und sich mittlerweile trotz widriger Umstände gut integriert haben.

Roma in Deutschland leben ohne verlässliche Lebensperspektive

nach oben

Zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember 2010 hat das Kirchenamt der EKD ein neues Materialheft herausgegeben. Unter dem Titel „Kein Raum in der Herberge Europa?“ steht in diesem Jahr die Situation an den Außengrenzen der Europäischen Union im Zentrum der Aufmerksamkeit. Das Materialheft wurde in Kooperation mit verschiedenen evangelischen Landeskirchen und dem Hildesheimer Zentrum für Qualitätsentwicklung im Gottesdienst erarbeitet.

Zur Menschenrechtslage an den Außengrenzen der Europäischen Union

nach oben

Medien

Fernsehen, Radio, Veranstaltungen der evangelischen Medienarbeit: Das sind die drei Säulen des neu gestarteten Webauftritts der evangelischen Rundfunkarbeit. Unter dem Dach von evangelisch.de ist die Rundfunkarbeit gut angesiedelt und in bester Nachbarschaft aufgestellt. In angemessener Art und Weise bildet sie die Vielfalt der evangelischen Medienlandschaft ab und informiert darüber, wann es sich besonders lohnt, Fernseher oder Radio einzuschalten. Außerdem legen die Macher viel Wert auf Audio- und Videoinhalte direkt auf der Website. Mit der neuen Präsenz der evangelischen Rundfunkarbeit wird evangelisch.de als Multimediaportal weiter ausgebaut.

Portal der evanglischen Rundfunkarbeit

nach oben

Der EKD-Ratsvorsitzende, Präses Nikolaus Schneider, hat in einem Interview mit der Zeitschrift „zeitzeichen“ Kritik an dem amerikanischen Gesellschaftsmodell geübt, das Freiheit zu sehr gegen die Gleichheit ausspiele: „Die amerikanische Gesellschaft gibt in dieser Hinsicht kein gutes Beispiel ab. Sie hat eine Einstellung gefördert, in der es darauf ankommt, sich um beinahe jeden Preis durchzusetzen und durch rücksichtsloses Verhalten die gesellschaftlichen Positionen zu verbessern,“ sagte Schneider und ergänzte: „Das ist eine Tradition, die ich rundheraus ablehne.“ Man müsse sehen, dass die Normierungen, die sich aus den Menschenrechten ergeben, einen biblischen Rückhalt haben. Daraus ergebe sich die Verpflichtung, darauf zu achten, dass eine Gesellschaft sich nicht aufspaltet, dass Menschen nicht abgehängt und ins Abseits gedrängt werden. Auf diesem Feld gebe es viel zu tun: So sei es „katastrophal“, so Schneider, „dass in unserem Land der Bildungserfolg in direktem Bezug zur gesellschaftlichen Position der Eltern steht. Ich finde es völlig richtig, dass im Augenblick genau da der Finger in die Wunde gelegt wird und überlegt wird, was man ändern kann. Angefangen bei Kindergärten, angefangen bei der Unter-Dreijährigen-Betreuung, bis hin zu den Forderungen nach Ganztagsschulen und Ganztagseinrichtungen. Die Forderungen danach sind ebenso notwendig wie die ersten Schritte, die schon unternommen werden.“

Über die Grenze zwischen Gleichmacherei und Gerechtigkeit

nach oben

Es hat schon Tradition: Wenn draußen die ersten Blätter fallen und allenthalben der Herbst in der Luft liegt, dann macht sich auch der "WebFish" auf den Weg, um sich von einem besonders gelungenen christlichen Internetangebot angeln zu lassen. Der von der EKD und dem Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik ausgeschriebene Internet-Award geht bereits zum 15. Mal an den Start. Bis zum 31. Dezember 2010 können Anbieter ihre Seiten anmelden. Im Januar 2011 trifft eine Fachjury eine Vorauswahl und stellt zehn Finalkandidaten vor. Per Onlineabstimmung können Internetnutzer ihre Favoriten wählen und mit abstimmen, wer den „WebFish“ gewinnt. Der goldene Fisch ist mit 1.500 Euro dotiert, der silberne Fisch ist 1.000 Euro wert und der Bronzene bringt seinem Gewinner 500 Euro.

Preiswürdiges christliches Internetangebot gesucht

nach oben

Stiftungen

Die schon 1199 urkundlich erwähnte St.-Marienkirche im schleswig-holsteinischen Bad Segeberg ist die älteste Backsteinbasilika nördlich der Weser. Die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (Stiftung KiBa) hat die große, dreischiffige Basilika zur „KiBa-Kirche des Monats“ Oktober gewählt. Sie unterstützt die notwendige Sanierung von St. Marien gemeinsam mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

St. Marien in Bad Segeberg ist die „KiBa-Kirche des Monats“ Oktober

nach oben

Worte zum Tag

Wenn durch einen Menschen ein wenig mehr Liebe und Güte, ein wenig mehr Licht und Wahrheit in der Welt war, dann hat sein Leben einen Sinn gehabt.

Alfred Delp (1907 – 1945), deutscher Jesuit

nach oben

Uns interessiert Ihre Meinung zum Newsletter.
Schreiben Sie an: newsletter@ekd.de

Das neue Service-Telefon der evangelischen Kirche ist bundesweit kostenlos aus dem Fest- und Mobilnetz erreichbar. Unter der Rufnummer 0800-50 40 60 2 sind wir Montag bis Freitag (außer an bundesweiten Feiertagen) von 09:00 bis 18:00 Uhr für Sie da.

EKD-Newsletter

herausgegeben von:

Evangelische Kirche in Deutschland
- Internet-Arbeit -
- Pressestelle -
Postfach 21 02 20
30402 Hannover
Tel.: + 49 - 511 - 2796 - 0
Fax: + 49 - 511 - 2796 - 777
E-Mail: internet@ekd.de
Impressum

WWW-Adresse des Newsletter:
(Bestellen/Austragen)
http://www.ekd-newsletter.de
Sie erhalten diesen Newsletter an Ihre Mailadresse: !email.



!remove
Copyright 2010 © Die Texte aus dem Newsletter dürfen mit Quellenangabe in elektronischen und gedruckten Medien im Bereich der evangelischen Kirche veröffentlicht werden. Bitte senden Sie Belege an die im Impressum genannten Herausgeber des EKD-Newsletters.





!tracklink