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EKD-Newsletter Nr. 380, 07. Februar 2011

ISSN 1616-0304


Inhalt

Kirchenpolitik

Religion

Medien

Diakonie

Stiftungen

Worte zum Tag

Kirchenpolitik

„Wahrzunehmen und zuzuhören – das war der wichtigste Zweck unserer Reise.“ Das sagte der Ratsvorsitzende der EKD, Präses Nikolaus Schneider, nach seiner Rückkehr aus Afghanistan. Gemeinsam mit dem EKD-Friedensbeauftragten, Renke Brahms, und EKD-Militärbischof Martin Dutzmann hatte er Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr sowie zivile Aufbauprojekte in Masar-i-Sharif (Afghanistan) besucht. Schneider bekräftigte, dass die Angehörigen der Bundeswehr der „aufmerksamen und umfassenden seelsorglichen Begleitung“ bedürften. Im Gespräch mit Vertretern ziviler Organisationen in Afghanistan habe ihn positiv überrascht „wie viel dort geschieht“. Im Blick auf den Fortgang der zivilen Projekte forderte der EKD-Friedensbeauftragte, Renke Brahms, eine „bessere Kommunikation und Koordination der am Afghanistaneinsatz beteiligten Bundesministerien.“ Hier gebe es, so hätten Gesprächspartner in Afghanistan bestätigt, „noch viele Entwicklungsmöglichkeiten.“ Der evangelische Militärbischof Martin Dutzmann betonte, dass „unsere Soldatinnen und Soldaten“ einen Anspruch darauf hätten zu erfahren, für welche Zwecke die Bundesrepublik Deutschland ihre Streitkräfte einsetze – und für welche nicht. Diese Frage, so Dutzmann, sei nach dem Ende des Kalten Krieges „bis heute“ nicht beantwortet.

Interview, Statements und Fotos zur Reise nach Afghanistan

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Lange war sie erwartet worden, nun wurde die neue Christliche Patientenvorsorge der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Handreichung und das Formular treten als kirchliches Angebot an die Stelle der bisherigen „Christlichen Patientenverfügung“ von 1999 und 2003. Die Neukonzeption war aufgrund der veränderten Gesetzeslage in der Bundesrepublik Deutschland seit September 2009 nötig geworden. Das Dokument wurde gemeinsam vom Rat der EKD und von der Deutschen Bischofskonferenz in Zusammenarbeit mit zahlreichen Mitglieds- und Gastkirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) erarbeitet. Bei der Vorstellung Ende Januar in Köln erklärte der stellvertretende EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Jochen Bohl, die Christliche Patientenvorsorge biete die Möglichkeit, entweder selbst vorher festzulegen, wie sich eine ärztliche Behandlung im Ernstfall gestalten solle, oder aber dies einer Vertrauensperson anheimzustellen. Das neue Formular zeichne sich gegenüber dem alten dadurch aus, dass es „zum einen die Vertrauensperson und damit die Vorsorgevollmacht deutlich in den Vordergrund“ stelle und „zum anderen die Bestimmungen über die ärztliche Behandlung wesentlich genauer“ fasse. Die Broschüre kann zum Preis von 0,27€ bestellt werden beim Kirchenamt der EKD, Herrenhäuser Str. 12, 30149 Hannover, Fax: 0511/2796-457, Mail: versand@ekd.de. Sie steht auch als Download bereit.

www.ekd.de/patientenvorsorge

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„Ich glaube, dass Gott meine alten Organe nicht braucht, wenn er mir nach dem Tod ein neues Leben schenkt“ – so prägnant formulierte es der EKD-Ratsvorsitzende, Präses Nikolaus Schneider, im vergangenen Jahr. Jetzt hat sich der Bevollmächtigte des Rates der EKD, Prälat Bernhard Felmberg, zu den aktuellen politischen Initiativen zur Organspende geäußert. In einem Beitrag für das Online-Magazin „The European“ schreibt der Theologe, dass die Bereitschaft zur Organspende aus christlicher Perspektive „ein beispielhafter Akt der Nächstenliebe“ sei: „Wer sich dafür entscheidet, handelt ethisch verantwortlich, er ergreift eine Möglichkeit, Nächstenliebe über den Tod hinaus zu praktizieren.“ Eine Bürger- und Christenpflicht zur Organspende gebe es allerdings nicht, räumt der Prälat ein. Auch die Entscheidung dagegen sei zu respektieren.

epd-Meldung

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Der EKD-Ratsvorsitzende, Präses Nikolaus Schneider, sieht in der Einführung einer Frauenquote einen „wirksamen Ausweg“, wenn Appelle und Selbstverpflichtungen keine Fortschritte in der Gleichstellung bewirken. „Wenn Vorstände und Leitungsgremien aus männlicher Monokultur bestehen, ist das nicht nur ungerecht, sondern oft auch schädlich“, so Schneider. Nicht gelten lässt der Ratsvorsitzende das Argument, es gebe nicht genügend qualifizierte Frauen für diese Leitungsfunktionen. Dies sei ein Mythos, sagte der oberste Repräsentant der Protestanten in Deutschland. Zur Gleichstellung von Frauen in der evangelische Kirche kündigte Präses Schneider gezielte Anreize und mehr Verbindlichkeit an. Die Synode der EKD hatte 1989 beschlossen, dass kirchliche Gremien paritätisch mit Frauen und Männern besetzt werden sollen. Mindestens sollte der Frauenanteil jedoch 40 Prozent betragen. „Bei vielen Gremien - auch beim Rat der EKD - ist das gelungen, bei anderen ist die Bilanz weniger erfreulich“, erläuterte der Ratsvorsitzende.

"Männliche Monokulturen sind schädlich"

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Religion

Ungewöhnliche Töne füllten das Auditorium des Michaelisklosters in Hildesheim als Bettina Wenzel, Stimmkünstlerin aus Köln, sich ohne Worte Teilnehmern des Fortbildungskurses für Prädikanten und Prädikantinnen in Auslandsgemeinden vorstellte. ´Stimme trifft Raum` lautete dieses Workshop-Angebot, in dem die Teilnehmer ein Gefühl für ihre eigene Stimme im Raum bekommen und ihre stimmlichen Möglichkeiten ausloten konnten. „Ich bin dankbar dafür, dass wir als Prädikanten in den Auslandsgemeinden seitens der EKD die Chance bekommen, uns für unsere Dienste in unseren Gemeinden aus- und fortbilden zu lassen“, sagte eine Teilnehmerin.

Editorial

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Einen tiefgreifenden Veränderungsprozess bei der Rolle des evangelischen Pfarrers und Pfarrhauses beobachtet der württembergische evangelische Landesbischof, Frank Otfried July. In früheren Zeiten sei „das Pfarrhaus“ ein identitätsstiftendes Merkmal gewesen. Zwar sei dies im ländlichen Bereich bis heute so, doch gebe es in den Städten eine völlig andere Entwicklung. Dort gebe es Pfarrhäuser, „die anonymisiert und nicht mehr erkennbar sind.“ Auch die Rolle des Pfarrers habe sich verändert. „Früher hat das Amt den Pfarrer getragen, heute muss die Person das Amt tragen“, sagte July.

epd-Meldung

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Medien

In knapp sechs Jahren ist es soweit: Dann werden Christen in aller Welt 500 Jahre Reformation feiern. Um die Planungen im Vorfeld des Jubiläums zu unterstützen, Informationen zu Luthers Theologie und Besuche von Vertretern seiner Mitgliedskirchen zu koordinieren, hat der Lutherische Weltbund (LWB) eine Anlaufstelle am Ursprungsort der Reformation eingerichtet: das LWB-Zentrum Wittenberg, das mit einem neuen Internetauftritt online ist.

Pressemitteilung zum neuen Webauftritt

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Evangelische Positionen zu Fragen der Bio- und Medizinethik dokumentiert das neue Internet-Portal www.ev-medizinethik.de. Das Angebot wurde vom Zentrum für Gesundheitsethik (ZfG) der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers gemeinsam mit Fachleuten anderer Landeskirchen sowie der EKD aufgebaut. „Wir beobachten ein großes Interesse an evangelischen Stellungnahmen zu aktuellen medizin- und bioethischen Fragen. Derzeit sehen wir das an der Debatte um die Präimplantationsdiagnostik,“ so die Direktorin des ZfG, Andrea Dörries. Es gebe eine Fülle evangelischer Stellungnahmen und Veröffentlichungen, „die ab jetzt rasch, zuverlässig und systematisiert einer größeren Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.“ Die Plattform soll zum einen die Kommunikation mit den Wissenschaften, den Verbänden des Gesundheitswesens, den Industrieverbänden und der Politik bei anstehenden Gesetzesvorhaben erleichtern. Zum anderen können privat und professionell Ratsuchende evangelische Positionen finden.

www.ev-medizinethik.de

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„Aus seiner Sicht“: Unter diesem Titel stellt der Ökumenische Kreuzweg der Jugend 2011 die Passion aus der Perspektive Jesu dar. Den Jugendkreuzweg werden am 15. April bundesweit wieder zehntausende junge Christinnen und Christen beten. Neun großformatige Bilder des Theologen und Künstlers Stefan Weyergraf, genannt Streit, illustrieren den diesjährigen Ökumenischen Kreuzweg der Jugend. Die Betrachtenden verfolgen dabei die Leidensgeschichte aus dem Blickwinkel Jesu, der selbst auf keinem der Werke zu sehen ist. Jugendliche haben zu den Stationen Texte mit ihren Fragen und Antworten geschrieben. Die Kreuzweg-Bilder sowie Videos, Texte, Gebete, Lieder, Arbeitshilfen, Ideen für Gruppenstunden, Projektwochen und Unterricht sind auf der Projekt-Homepage zu finden.

www.jugendkreuzweg-online.de

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Diakonie

Anlässlich des Europäischen Jahrs der Freiwilligentätigkeit hat der Diakonie Bundesverband das Thema „Freiwilliges Engagement“ zum Schwerpunktthema 2011 erklärt. Ziel ist es, die Vielfalt freiwilligen Engagements in der Diakonie sichtbar zu machen. Außerdem soll die Beteiligung von Interessierten an Freiwilligentätigkeiten und aktiver Bürgerschaft erhöht werden. Dazu gehört auch, die Bedingungen für bestehendes freiwilliges Engagement in Kirche und Diakonie zu verbessern und den bereits engagierten Menschen deutlich Anerkennung und Dank entgegenzubringen. Die bestehende Diakonie-Kampagne „Menschlichkeit braucht Unterstützung“ wurde für 2011 um ein weiteres Motiv mit dem Titel „Da sein, nah sein, Mensch sein: Freiwillig engagiert“ ergänzt. Neben der Kampagne sind verschiedene Veranstaltungen, eine empirische Studie und Projekte geplant.

www.diakonie-engagement.de

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Stiftungen

Vor etwa 30 Jahren wurden sie gestohlen, nun kehren sie absehbar in die Kreuzkirche Klieken zurück: die Flügel des Altars der Fachwerkkirche, die von Lucas Cranach dem Älteren (1472-1553) geschaffen wurden. Bevor die zur Evangelischen Hoffnungsgemeinde Zieko im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt gehörende Kirche die Kunstwerke wieder aufnimmt, muss sie umfassend renoviert werden. Die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler (Stiftung KiBa) unterstützt die Baumaßnahmen an ihrer „Kirche des Monats Februar“ in diesem Jahr mit 30.000 Euro.

"KiBa-Kirche des Monats Februar"

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Worte zum Tag

Einen Menschen zu lieben heißt, ihn so zu sehen, wie Gott ihn gemeint hat.

Fjodor Michailowitsch Dostojewskij (1821-1881), russischer Schriftsteller

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