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EKD-Newsletter Nr. 384, 15. März 2011

ISSN 1616-0304


Inhalt

Ausland

Kirchenpolitik

Kinder

Ökumene

Medien

Reformprozess

Stiftungen

Worte zum Tag

Ausland

Angesichts der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan und der Situation in den dortigen Kernkraftwerken hat der EKD-Ratsvorsitzende, Präses Nikolaus Schneider, die Menschen in Deutschland zu anhaltendem Gebet aufgerufen. In einer Predigt am Sonntag kritisierte Schneider den Einsatz von Atomtechnik als „nicht menschengerecht“. Die Menschen hätten sich daran angewöhnt, mit Technik umzugehen, die „weder einen menschliche Fehler noch irgendwelche außergewöhnlichen Einflüsse von außen“ verzeihe. Zur Geschöpflichkeit des Menschen gehöre aber nun mal, „dass wir Wesen sind, die Fehler machen“. Menschen seien außerstande „für absolute Sicherheit zu sorgen“. Bereits im November 2010 hatte die EKD-Synode einen Umstieg auf erneuerbare Energieträger und den Verzicht auf die „Brückentechnologie Kernkraft“ gefordert.

Themenseite Japan

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Kirchenpolitik

Der Friedensbeauftragte der EKD, Renke Brahms, hat sich vehement gegen ein militärisches Eingreifen in Libyen ausgesprochen. "Das halte ich aus völkerrechtlichen und friedensethischen Gründen nicht für gerechtfertigt", sagte Brahms im epd-Gespräch. Zwar seien die Angriffe des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi auf die eigene Bevölkerung menschenverachtend und auf das Schärfste zu verurteilen. "Aber ein militärisches Eingreifen hätte unabsehbare Folgen, wie wir aus vielen Situationen der Vergangenheit wissen." Auch die Einrichtung einer Flugverbotszone wertet Brahms als militärischen Schritt. "Denn ohne Zerstörung der Stellungen oder der Flugzeuge Gaddafis ist sie nicht zu kontrollieren."

epd-Meldung

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Die diesjährige Woche der Brüderlichkeit wird noch bis zum 20. März unter dem Motto „Aufeinander hören - miteinander leben“ gefeiert. Die jährliche Aktionswoche wird bereits seit 1952 von den Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit ausgerichtet. In diesem Jahr wurde der deutsch-iranische Schriftsteller Navid Kermani mit der Buber-Rosenzweig-Medaille ausgezeichnet. Dies sei auch ein „Signal an die Muslime in Deutschland“, sagte der Evangelische Vorsitzende des Deutschen Koordinierungsrates der rund 80 regionalen Gesellschaften, Ricklef Münnich. Der Preisträger Kermani stehe nicht „für Multikulturalität, die alles vermischt“. Die Religionen müssten vielmehr ihre je eigenen Glaubensinhalte verdeutlichen und sich in die der anderen „einfühlen“. Bei einem Treffen offizieller evangelischer, römisch-katholischer und jüdischer Vertreter anlässlich der Woche der Brüderlichkeit erklärten die Teilnehmer im Anschluss, dass die Säkularisierung und die Präsenz des Islams zu den wichtigsten gesellschaftlichen Veränderungen gehörten. In der häufig kontrovers geführten Debatte zu diesen Themen würden grundsätzliche Fragen thematisiert. Dies beträfe nicht nur die Integrationspolitik, sondern auch das Verständnis von Religionsfreiheit, die Rolle der Religionsgemeinschaften in der Öffentlichkeit und das kulturelle Selbstverständnis der Bundesrepublik.

Woche der Brüderlichkeit

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Experten haben mehr Kompetenz bei der Begleitung Sterbender bei Hausärzten und Pflegeheimen angemahnt. Mediziner, Pfleger, Therapeuten oder ehrenamtliche Helfer müssten besser qualifiziert sein und stärker zusammenarbeiten, sagte Christof Müller-Busch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, am Mittwoch bei einer Tagung in der Evangelischen Akademie Tutzing. Es sei eine professionelle, gesellschaftliche und ethische Herausforderung, ein Sterben in Würde zu ermöglichen.

epd-Meldung

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Kinder

"Lounge" klingt immer ein wenig nach Business. Das muss nicht sein, wie man sich jetzt in Nürnberg überzeugen kann: hier stehen in der neu eröffneten "Kinderlounge" Malwände und Kletterspielzeuge. Ein Fest für Kinder - und Eltern. Bahnchef Rüdiger Grube war bei der Eröffnung mit dabei, denn die Deutsche Bahn hat 95.000 Euro in die Nürnberger Lounge investiert, 575.000 Euro werden es insgesamt sein, denn weitere Kinderlounges sind für Essen, Frankfurt am Main, Düsseldorf und Köln vorgesehen. Betreut werden die Kinder durch pädagogisch geschulte Mitarbeiter der Bahnhofsmission. Deutschlandweit gibt es über 100 Bahnhofsmissionen, die von der evangelischen und der katholischen Kirche betrieben werden. Rund 2.200 Mitarbeiter arbeiten dort.

EKD-Editorial

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Ökumene

Papst Benedikt XVI. will während seines Deutschland-Besuchs im September einen stärkeren ökumenischen Impuls setzen als bislang geplant. „Ich werde alles tun, damit die Begegnung mit den evangelischen Christen gebührenden Raum erhält“, zitierte die Frankfurter Allgemeine Zeitung aus einem Brief des Papstes an den EKD-Ratsvorsitzenden, Präses Nikolaus Schneider. Es sei inzwischen von den zuständigen Stellen ein vorläufiges Programm erarbeitet worden, „in dem leider die Begegnung mit der Evangelischen Kirche in Deutschland einen relativ bescheidenen Raum einnimmt“, teilte Benedikt dem EKD-Ratsvorsitzenden mit. Weiter schreibt er: „Den zuständigen Instanzen habe ich inzwischen mitgeteilt, dass in dem Land, in dem die Reformation ihren Ursprung nahm, ein stärkerer ökumenischer Akzent notwendig ist.“ Der Ratsvorsitzende reagierte erfreut über das positive Signal. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass es im Rahmen seines Besuches in Deutschland im September zu einem guten und fruchtbaren Austausch kommen wird“, so Schneider. Der Ratsvorsitzende hatte in einem Brief an den Papst Anfang Februar den Wunsch geäußert, dass während des Papstbesuches eine Begegnung in Erfurt und ein Austausch über die Bedeutung der Reformation aus evangelischer und katholischer Perspektive stattfinden könnte. Der Papst kommt vom 22. bis 25. September erstmals zu einem offiziellen Staatsbesuch nach Deutschland.

epd-Meldung

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Medien

Die 16. Europäische Christliche Internet-Konferenz (ECIC) findet in diesem Jahr im Münchener Schloss Fürstenried statt. Der Fokus der englischsprachigen Konferenz liegt dieses Mal auf den Internet-Usern und ihren Erfahrungen. Vom 15. bis 18. Juni diskutieren Internet-Beauftragte, Journalisten, Pfarrer und Webmaster darüber, wie man den User besser versteht und damit erfolgreiche Internet-Arbeit leistet - auf europäischer Ebene. Motto:"User Experience: from Content Strategy to Emotional Messages". Auch zum "Networking" bleibt genug Zeit. Key-Notes und Workshops runden das Programm ab. Gastgeberin ist die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern.

www.ecic.org

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Reformprozess

Ungewöhnlicher Kreuzweg in Potsdam: überlebensgroße Puppen bewegen sich durch die Nacht, getragen und gesteuert von einer Gruppe Jugendlicher. Jede Großpuppe stellt einen biblischen Charakter aus dem Leidensweg Jesu dar und berichtet über seine Zeit mit Christus. Das eröffnet ganz neue Perspektiven, denn die Jugendlichen haben bei der Gestaltung der Puppen versucht, sich direkt in ihre Charakter hinzuversetzen. Das Ergebnis ist überaus gelungen und ganz nebenbei konnten auch Parallelen zur Gegenwart aufgedeckt werden. Damit sind die „Großpuppen auf dem Jugendkreuzweg“ das Projekt des Monats der Internetplattform „Kirche im Aufbruch“.

Projekt des Monats

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Stiftungen

Gleich drei Orgelbauer für ein einziges Instrument? Im thüringischen Pößneck war diese ungewöhnliche Kombination ein Erfolgsmodell, denn die Kreuzbach-Jehmlich-Orgel gilt heute als außergewöhnliches und repräsentatives Werk der Spätromantik. Zwischen 1896 und 1926 versuchte man Orgeln zu bauen, die den Klang und die Dynamik eines Symphonieorchesters nachahmen konnten. In Pößneck wird das bald wieder zu hören sein, denn die umfassenden Restaurierungsarbeiten sollen im Herbst beginnen und im Frühjahr wir der erste Bauabschnitt abgeschlossen sein. Die Stiftung Orgelklang fördert die Maßnahme mit 10.000 Euro.

"Orgel des Monats" der Stiftung der Orgelklang

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Worte zum Tag

Wenn dein Bruder vor der Tür steht, dann fragst du auch nicht, was er dich kosten wird, sondern du lässt ihn ein.

Ernst Jünger (1895-1998), dt. Schriftsteller

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