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EKD-Newsletter Nr. 394, 08. Juli 2011

ISSN 1616-0304


Inhalt

Lutherdekade und Reformationsjubiläum

Kirchenpolitik

Medien

Reformprozess

Ökumene

Stiftungen

Worte zum Tag

Lutherdekade und Reformationsjubiläum

Die ehemalige Ratsvorsitzende der EKD, Margot Käßmann, wird ab Frühjahr 2012 „Botschafterin des Rates der EKD für das Reformationsjubiläum 2017“ und soll die seit 2008 laufende Lutherdekade und die Vorbereitungen auf das Jubiläum des 500-jährigen Jubiläums voranbringen. Heute gaben der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider, der Präsident des Kirchenamtes der EKD, Hans Ulrich Anke, und Margot Käßmann dies in Berlin öffentlich bekannt. Margot Käßmann soll national und besonders auch im internationalen Kontext der Ökumene für das Jubiläum werben und die Themen der Reformation in die heutige Zeit und in viele verschiedene Milieus transportieren.

Pressemitteilung

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Ob Isar oder Nordsee: Im Sommer zieht es Taufgesellschaften in ganz Deutschland oft mit Hunderten von Gästen immer häufiger an das Wasser. Mit zentralen Tauffesten wollen Gemeinden mehr Familien ansprechen. Älter gewordene Täuflinge sollen an die Bedeutung der Taufe erinnert werden. Im Themenjahr „Taufe und Freiheit“ thematisiert die EKD die Taufe im Rahmen der Lutherdekade, die auf das 500-Jahr-Jubiläum der Reformation im Jahr 2017 hinweist.

Zum Beispiel: Tauffest in Bremerhaven

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Kirchenpolitik

Der EKD-Ratsvorsitzende, Präses Nikolaus Schneider, hat in seiner Rede beim Johannisempfang der EKD am 30. Juni am Berliner Gendarmenmarkt den Begriff „Freiheit“ als grundlegendes Thema der christlichen Theologie- und Kirchengeschichte entfaltet. Die EKD, so Schneider, verstehe sich noch heute als „Kirche der Freiheit“, die sich „in der Bindung an die Heilige Schrift dem gegenwärtigen Wirken des Geistes Gottes“ anvertraue. Der Ratsvorsitzende erinnerte an Martin Luther, der von der „Gefährdung der Freiheit“ durch das „In-sich-selbst-gekrümmt-sein“ gewusst habe. Doch der Mensch könne Befreiung erfahren durch „Gottes Handeln in Jesus Christus“, indem der Mensch Gott glaube und diesem Handeln Gottes vertraue. Aus diesem Vertrauen heraus könne der Mensch sich der Verantwortung für die Welt stellen. Der Bevollmächtigte des Rates der EKD bei der Bundesregierung, Prälat Bernhard Felmberg, betonte ebenfalls, dass die Kirche weiterhin zu gesellschaftlichen Fragen freimütig Position beziehen werde. "Gott schickt uns nicht in die Nische", sagte Felmberg. Profilierten Dialog und engagierten Streit werde die Kirche Gesellschaft und Politik nicht vorenthalten.

Pressemitteilung

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Anlässlich der Entscheidung des deutschen Bundestages zur Präimplantationsdiagnostik (PID) am 7. Juli hat der EKD-Ratsvorstizende, Präses Nikolaus Schneider, positiv gewürdigt, dass nun Rechtssicherheit herrsche. Es sei ihm aber wichtig festzustellen, dass Fortpflanzungsmedizin in Deutschland mit großem Verantwortungsbewusstsein betrieben und in Anspruch genommen werde. „Ich möchte Medizinerinnen und Medizinern sowie den Paaren nicht mit einem grundsätzlichen Misstrauen gegenübertreten“. Allerdings hält Schneider die Freigabe der PID in dem verabschiedeten Gesetz für „zu weit gehend“ und verweist auf die Erklärung des Rates der EKD vom 15. Februar 2011. Er hätte eine Zulassung der PID nur für den Ausnahmefall einer mit großer Wahrscheinlichkeit drohenden Tot- oder Fehlgeburt persönlich vorgezogen, sagte Schneider. Ausdrücklich aber würdigte der Ratsvorsitzende den Entscheidungsprozess der Politikerinnen und Politiker. „Sie haben sich Zeit gelassen, mit großem Ernst gedacht und diskutiert und, wie es dieser Sache angemessen ist, fraktionsübergreifend der persönlichen Entscheidung Raum gegeben“, sagte Schneider.

Pressemitteilung

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Medien

Die EKD hat die achte Neuauflage der Broschüre "Evangelische Kirche in Deutschland - Zahlen und Fakten zum kirchlichen Leben" veröffentlicht. Die Broschüre enthält wieder aktuelle Daten aus vielen Bereichen kirchlichen Handelns. Wer mehr über seine Kirche wissen und anderen fundiert Auskunft geben will, findet hier anschauliche Informationen in Texten, Tabellen, Schaubildern und Karten zu den verschiedensten kirchlichen Themen. Als Beispiel aus der Praxis der Erfüllung gesellschaftlicher Aufgaben durch die evangelische Kirche wird in der Broschüre außerdem die Arbeit eines evangelischen Kindergartens vorgestellt.

Broschüre herunterladen (4 MB, pdf)

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Reformprozess

Glaubenskurse sollten zu einem Regelangebot in den evangelischen Landeskirchen und ihren Gemeinden werden, „so selbstverständlich wie der Konfirmandenunterricht“. Das sagte die Präses der Synode der EKD, Katrin Göring-Eckardt, bei einer Pressekonferenz in Berlin, bei der die Werbematerialien für das Projekt „Erwachsen glauben“ vorgestellt wurden. Sie hoffe, dass Glaubenskurse zu einem „öffentlich erkennbaren Markenzeichen der evangelischen Kirche“ werden. Im Osten Deutschlands gehörten Glaubenskurse vielerorts bereits zum kirchlichen Alltag, sagte der sächsische Landesbischof und stellvertretende Ratsvorsitzende der EKD, Jochen Bohl. „Die Pfarrerinnen und Pfarrer reagieren damit auf einen Bedarf: Menschen stellen Fragen, sind auf der Suche nach Wahrheit für ihr Leben.“ Das Kursangebot sei vielfältig, „so vielfältig wie das Leben.“

Pressemitteilung

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„Schäfchen beißt Hirte“ überschrieb Spiegel online neulich einen Artikel, in dem es um anonyme Bewertung von Gottesdiensten im Internet ging. Ob nun das „Hirtenbarometer“, die Kolumne „Mein Kirchgang“ der Zeitschrift „chrismon Plus“ oder die Rubrik „Sonntags um Zehn“ im Berliner Tagesspiegel – das Interesse an einer offenen Rückmeldekultur zum Gottesdienst scheint zu wachsen. Eine positive Entwicklung, findet Folkert Fendler, Leiter des EKD-Zentrums für Qualitätsentwicklung im Gottesdienst in Hildesheim. Aber nicht jede Form der Rückmeldung ist geeignet, die Qualität des Gottesdienstes zu fördern. Das Hildesheimer Zentrum hat jetzt eine Broschüre veröffentlicht, die sich mit dem Thema „Rückmeldekultur“ befasst. Die Broschüre „Feedback – Hilfreich Rückmeldung geben zum Gottesdienst“ stellt auf 22 Seiten Tipps und Instrumente vor, wie die Gesprächskultur in der Gemeinde befördert werden kann. Denn für Gottesdienste gelte das gleiche wie für Fußballspiele, sagt Fendler: „Nach dem Gottesdienst ist vor dem Gottesdienst – nur eine sorgfältige Spielanalyse verhindert, dass Fehler wiederholt oder Chancen nicht genutzt werden.“

Pressemitteilung

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2006 veröffentlichte der Rat der EKD das Impulspapier „Kirche der Freiheit. Perspektiven für die evangelische Kirche im 21. Jahrhundert“. Damit startete ein Reformprozess, wie es ihn so in der evangelischen Kirche noch nicht gab. Es wurden unter anderem drei Kompetenzzentren eingerichtet, die Glaubenskurs-Initiative „Erwachsen glauben“ gestartet, die Internetplattform „geistreich“ eingerichtet und der Erfahrungsaustausch mit Partnern aus anderen Kirchen und Institutionen intensiviert. „Das Impulspapier ist seinem Titel gerecht geworden, es hat viele Impulse gesetzt“, so Katrin Göring-Eckardt, Präses der EKD-Synode.

Pressemitteilung

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Ökumene

Unter kirchlicher Schirmherrschaft fuhren russische und deutsche Motorradfahrer quer durch Deutschland. Ihre Tour stand im Zeichen des Gedenkens an die Verbrechen im Zweiten Weltkrieg. Auf dem Programm standen Besuche in mehreren Gedenkstätten. Am 3. Juli feierten die Biker im Berliner Dom einen Gottesdienst mit dem Ratsvorsitzenden der EKD, Nikolaus Schneider. Als Zeichen der guten deutsch-russischen Beziehungen gerade auch im kirchlichen Bereich, führte der Weg auch beim Kirchenamt der EKD vorbei. In der vergangenen Woche rollten etwa 40 Biker mit ihren Maschinen nach Hannover. Auslandsbischof Martin Schindehütte, verantwortlich für Ökumene und Auslandsarbeit, begrüßte die Gruppe. Er erinnerte an den Anlass und das Anliegen dieser „Versöhnungsfahrt“ und betete für ein gutes Gelingen dieser Fahrt.

Motorradfahrer auf friedlicher Mission

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Stiftungen

Die Sanierung der „KiBa-Kirche des Monats Juli“, St. Marien im sächsischen Leuben, bringt Denkmal- und Naturschutz zusammen: Während der Arbeiten an der aus dem 16. Jahrhundert stammenden Kirche wird ein Teil des Dachstuhls für Fledermäuse abgedunkelt. Die derzeitigen Arbeiten an der Kirche betreffen vor allem das Dach und die Fassade. Die Instandsetzung von Dachstuhl und Dachdeckung ist bereits abgeschlossen, verschlissene Sandsteine an den Tür- und Fenstergewänden wurden ausgetauscht, der Blitzschutz erneuert. „Nun sind nur noch ein paar kleinere Steinmetzarbeiten erforderlich“, sagt Pfarrer Burkhard Nitzsche. Rund 280.000 Euro werden die Maßnahmen insgesamt kosten. Die Spendenbereitschaft vor Ort ist hoch. „Die Menschen finden in ihrer Kirche eine Heimat“, erklärt Nitzsche das große Engagement für St. Marien, „es ist ein Ort der Orientierung, des Gebets, der Begegnung, der Freude und der Kultur“. Die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (Stiftung KiBa) unterstützt die Sanierung mit 15.000 Euro.

Pressemitteilung

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Worte zum Tag

Man muss sich durch die kleinen Gedanken, die einen ärgern, immer wieder hindurchfinden zu den großen Gedanken, die einen stärken.

Dietrich Bonhoeffer, evangelischer Theologe und Widerstandskämpfer

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