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EKD-Newsletter Nr. 403, 17. Oktober 2011

ISSN 1616-0304


Inhalt

Kirchenpolitik

Medien

Aus den Landeskirchen und Werken

Ökumene

Luther 2017

Reformprozess

Stiftungen

Worte zum Tag

Kirchenpolitik

Der Ratsvorsitzende der EKD hat sich für eine Stärkung ziviler Krisenprävention ausgesprochen. Für die Wahrung von Frieden sei der Schutz der Menschen vor Not und Gewalt wichtig. „Wer den Frieden will, darf keine Unrechtsstrukturen tolerieren“, betonte Nikolaus Schneider, der auch Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland ist. Er beklagte, dass viel mehr Geld für Rüstung ausgegeben werde als für Entwicklungspolitik und zivile Friedensprojekte. Schneider mahnte, dass Sicherheitskonzepte mehr den Schutz des einzelnen Menschen in seinen elementaren Bedürfnissen berücksichtigen müssten. Herkömmliche Sicherheitskonzepte seien zu stark auf den Schutz von Staaten ausgerichtet, sagte der Theologe bei einem friedensethischen Studientag der Evangelischen Akademie im Rheinland.

Nikolaus Schneider: „Auf dem Weg zu einem Gerechten Frieden?“

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Zum Internationalen Aktionstag gegen die Todesstrafe am 10. Oktober hat sich der Auslandsbischof der EKD, Martin Schindehütte, für die weltweite Ächtung der Todesstrafe eingesetzt. Die Vollstreckung des Todesurteils gegen Troy Davis am 21. September in den USA habe wieder einmal gezeigt, dass „dieses Strafmaß einem Rechtsstaat nach westlichem Verständnis nicht angemessen ist“, sagte Schindehütte heute in Hannover. Trotz massiver Zweifel an seiner Schuld und vieler offener Fragen sei Troy Davis getötet worden, was gerade für ein Land mit hohen rechtsstaatlichen Ansprüchen wie den USA nicht hinnehmbar sei. Grundsätzlich seien die Würde des Menschen und sein damit verbundenes Recht auf Leben von staatlicher Seite zu schützen, wie es auch in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte festgeschrieben ist. Dass Menschen immer noch gehängt, vergiftet oder erschossen werden, um eine andere Straftat zu vergelten, sei mit dem christlichen Verständnis von Vergebung nicht vereinbar. „Gerechtigkeit wird nicht durch weiteres Unrecht hergestellt“, so der Auslandsbischof weiter.

Pressemitteilung

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Medien

Das Gesundheitswesens in Deutschland ist im Umbruch: Hilfsangebote werden als Dienstleistungen begriffen. Versicherte werden als Kunden betrachtet, die mit ihrer Suche nach Qualität den Wettbewerb um die beste Versorgung befördern. Mehr und mehr wird zwischen solidarisch abgesicherten Grundleistungen und privaten Ergänzungsleistungen unterschieden. Vor diesem Hintergrund legt der Rat der EKD eine Denkschrift vor, die das Gesundheitssystem, die Fragen der Gesundheitspolitik und auch die Verantwortlichkeit der Kirchengemeinden thematisiert. „Die Denkschrift, die wir heute vorlegen, erinnert an die theologischen und sozialethischen Grundlagen unseres Gesundheitswesens“, erklärte der EKD-Ratsvorsitzende, Präses Nikolaus Schneider, heute bei der Vorstellung in Düsseldorf. Es sei wichtig, auch bezogen auf die begrenzten wirtschaftlichen Ressourcen das rechte Maß nicht aus dem Blick zu verlieren. Aber: „Wirtschaftliche Kalküle alleine reichen nicht aus, wenn es um die Gestaltung von Gesundheitspolitik geht.“ Neben aktuellen Empfehlungen lenke die Denkschrift den Blick auch auf größere Zusammenhänge, erklärte der Vorsitzende der Ad-Hoc-Kommission, Prof. Dr. Peter Dabrock. Gerade wenn man Gesundheitspolitik nicht nur als Geschäftsfeld eines gleichnamigen Ministeriums begreife, „sondern sie intensiver verknüpfen würde mit anderen zivilgesellschaftlichen und politischen Aktivitäten, erschlössen sich nachhaltig neue Ressourcen zur Verbesserung des gesundheitlichen Status der Menschen.“ So fordere die Denkschrift, auch Bildungsfragen, Familienförderung oder Fragen der Quartiersentwicklung in den Diskurs über Gesundheitspolitik einzubeziehen. „Umgekehrt bedeutet dies auch: In den genannten Bereichen schlummern bisher noch ungenutzte Ressourcen für ein tragfähiges und menschengerechtes Gesundheitssystem.“

Pressemiteilung

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Die Kammer für nachhaltige Entwicklung der EKD sieht eine multifunktionale und nachhaltige Landwirtschaftspolitik als Leitbild für die anstehende Reform der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik. Eine entsprechende Stellungnahme legte sie jetzt unter dem Titel „Leitlinien für eine multifunktionale und nachhaltige Landwirtschaft“ vor. Derzeit finden auf allen Ebenen der und in den Mitgliedsländern intensive politische Diskussionen über die Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU für die neue Förderperiode von 2013 bis 2020 statt. Nicht nur aufgrund der finanziellen Ausstattung hat die Agrarpolitik eine Schlüsselstellung in der EU. Sie ist eng verflochten mit anderen Politikfeldern wie der Welternährung, der biologischen Vielfalt, der Landschaftsgestaltung, der Entwicklungs-, Klima-, Raumordnungs-, Handels- und Verbraucherpolitik. Die Autorinnen und Autoren machen auf Zielkonflikte aufmerksam, die nicht einfach zu lösen sind. Sie beanspruchen daher nicht, für dieses komplexe Politikfeld den „Königsweg“ gefunden zu haben. Vielmehr geht es ihnen darum, aus der biblischen Perspektive der Schöpfungsverantwortung und des Eintretens für Gerechtigkeit für alle Menschen sechs wesentliche Leitlinien für eine multifunktionale nachhaltige Landwirtschaft zu benennen.

EKD-Text 114

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Zum diesjährigen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember hat das Kirchenamt der EKD ein Materialheft veröffentlicht. Mit dem Titel „Alle Kinder haben Rechte“ wird in diesem Jahr die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention für Flüchtlingskinder thematisiert. Das Heft, das allen evangelischen Kirchengemeinden kostenlos zur Verfügung gestellt wird, bietet Hintergrundinformationen, liturgische Bausteine für einen Adventsgottesdienst und Anregungen zur thematischen Beschäftigung in der Gemeindearbeit. Ein illustrierter Teil bietet Informationen für Kinder in leichter Sprache. Das Materialheft wurde in Kooperation mit verschiedenen evangelischen Landeskirchen, der Kindernothilfe und dem Hildesheimer Zentrum für Qualitätsentwicklung im Gottesdienst erarbeitet. Es steht im Internet zum Download bereit und kann kostenlos beim Kirchenamt der EKD, Tel. 0511-2796-407 oder per E-Mail menschenrechte@ekd.de, bestellt werden.

Pressemitteilung

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Aus den Landeskirchen und Werken

Der Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider, hat den scheidenden bayerischen Landesbischof Johannes Friedrich anlässlich dessen offizieller Verabschiedung am 9. Oktober gewürdigt. Schneider hob in seiner Rede beim Festakt in München zunächst Friedrichs besondere Verdienste auf dem Feld der Ökumene hervor. Dabei seien Friedrichs Zeit als Propst in Jerusalem von 1985 bis 1991 „in hohem Maße“ prägend gewesen. Als bayerischer Landesbischof sei Friedrich in „besonders intensive Beziehungen mit unseren römisch-katholischen Geschwistern“ hinein gewiesen. Diese spezifischen Erfahrungen hätten Friedrich „praktisch selbstverständlich“ zunächst in die Aufgabe des Catholica-Beauftragten der VELKD geführt haben. Als Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) seit 2005 habe Friedrich den ökumenischen Dialog mit der römisch-katholischen Kirche „intensiv gefördert“ und zwar „nicht nur mit der Deutschen Bischofskonferenz sondern auch in vielfältigen Kontakten in den Vatikan“. Ebenfalls hob Schneider Friedrichs Verdienste um das innerevangelische Verbindungsmodell hervor. Friedrich habe durch „vertrauensvolle persönliche Beziehungen“ wesentliches zur Gestaltung des Verhältnisses von VELKD, UEK und EKD beigetragen. Schließlich dankte Nikolaus Schneider dem scheidenden Landesbischof ausdrücklich für seine Mitarbeit im Rat der EKD seit 2002. Friedrich habe sich „in vielfältiger Weise in vielen Fragen ethischer Urteilsbildung, in Fragen von Wissenschaft und Hochschule, in der deutschen Bibelgesellschaft, in Fragen ökumenischer Partnerschaftsarbeit, beim Deutschen Evangelischen Kirchentag und dem Ökumenischen Kirchentag, als Landesbischof und im Rat der EKD geäußert und Verantwortung übernommen“.

Pressemitteilung

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Mit 100.000 Unterschriften möchte die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern die Einführung der Finanztransaktionssteuer unterstützen. Die Einführung einer Finanztransaktionssteuer kann nicht nur die Finanzmärkte positiv beeinflussen, sie gibt auch wichtige Impulse für ökologische, soziale und ethische Entwicklungen in unserer Gesellschaft. Die Unterschriften sollen vor dem G20-Gipel in Cannes Anfang November an Bundeskanzlerin Angela Merkel übergeben werden.

Petition zur Einführung der Finanztransaktionssteuer

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Ökumene

Seit 20 Jahren sind die EKD und die Kirche von England durch die „Meissener Erklärung“ verbunden. 1991 hatten sich die Vertragspartner verpflichtet, sich gemeinsam auf den Weg zur vollen, sichtbaren Einheit ihrer Kirchen zu begeben, wozu auch Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft gehören. Anlässlich dieses Jubiläums sagte der EKD-Ratsvorsitzende, Präses Nikolaus Schneider: „Wir feiern ein Ereignis mit sowohl kirchlich-theologischer als auch mit politischer, also öffentlicher Dimension.“ Die Meissener Erklärung habe „uns den Weg gewiesen, wie Kirchen sich, bei Wahrung von durchaus wesentlichen Unterschieden, gegenseitig als Kirchen anerkennen und gemeinsam das christliche Zeugnis in die Welt tragen können“, so der EKD-Ratsvorsitzende. „Insofern ist die Meissener Erklärung ein Lehrstück in gelingender Ökumene.“ Zur Feier des 20jährigen Jubiläums fand vom 13. bis 16. Oktober eine hochrangig besetzte Delegationsbegegnung in Meißen und Dresden statt, an der unter anderem der EKD-Ratsvorsitzende, der Erzbischof von York, Dr. John Sentamu, sowie die beiden Vorsitzenden der Meissen Kommission, Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber (Braunschweig) und Bischof Nick Baines (Bradford), teilnahmen.

EKD-Ratsvorsitzender würdigt Meissen-Prozeß

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Luther 2017

„Musik war der Herzschlag der Reformation. Martin Luther übersetzte die Bibel nicht nur ins Deutsche, sondern auch zentrale biblisch-theologische Erkenntnisse in Lieder. Und seine Lieder sang die ganze Gemeinde“. Mit diesen einleitenden Worten spannt der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider den Bogen zwischen Reformation und Musik. Längst ist die Kirchenmusik eine Brücke zwischen Kirche und Gesellschaft. Das wird 2012 besonders gewürdigt, denn das kommende Jahr der Lutherdekade steht ganz im Zeichen der Musik. Das neu erschienene Magazin bildet dazu den Auftakt und stellt ein breites Spektrum lesenswerter Artikel bereit. In der ersten Auflage liegt auch eine Mini-CD mit Interpretationen des hannoverschen Knabenchors bei.

Pressemitteilung

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Mit der Martin-Luther-Medaille der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wird in diesem Jahr Harald Bretschneider ausgezeichnet. Der 69-jährige Theologe aus Sachsen gehört zu den wichtigsten kirchlichen Protagonisten der friedlichen Revolution in der DDR. Der Pfarrer war Initiator der weltweit bekanntgewordenen Friedenskampage „Schwerter zu Pflugscharen“. Die Aufnäher mit dem Bildnis einer Skulptur von Evgeniy Vuchetich und dem Zitat aus der Bibel (Jesaja 2,4 und Micha 4,3) wurden ab 1980 ein wichtiges Symbol der Friedensbewegung in der DDR. Die Verleihung der Martin-Luther-Medaille findet am 31. Oktober, dem Tag des Reformationsfestes, in Eisenach statt. Die Laudatio hält der Bundesminister der Verteidigung, Thomas de Maizière, die Verleihung nimmt der Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider, vor.

Pressemitteilung

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Reformprozess

Unter dem Titel „Segensflieger“ wird am Reformationstag bundesweit zu einer ungewöhnlichen Aktion eingeladen, um den Glauben ins Gespräch zu bringen. Von zentralen Orten sollen am 31. Oktober um 15:17 Uhr im Gedenken an das Jahr 1517 und den Thesenanschlag Martin Luthers Papierflieger mit Segensworten losgeworfen werden. Über das Internet können sich Menschen verabreden, um „dem Wort auf neue Weise Flügel zu verleihen“, erklärt Katrin Göring-Eckardt, Präses der Synode der EKD, das Ziel der Aktion. Vom Kirchturm, dem Rathaus, dem Feuerwehrturm oder einem anderen Ort aus können Menschen so einen geistlichen Gruß an ihre Mitmenschen fliegen lassen. „Wir wollen mit diesen ‚Flashmobs‘ das Evangelium auf überraschende, ansprechende Weise im öffentlichen Raum kommunizieren“, sagt Göring-Eckardt als Schirmherrin des Projekts.

www.ekd.de/segensflieger

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„Taufe und Freiheit“ ist das Motto des Themenjahres 2011. Was bedeutet das für den ganz persönlichen Glauben der einzelnen Gemeindemitglieder vor Ort? Im Dekanat Bergstraße wollte man es genauer wissen und hat sich direkt mit den Menschen zusammengesetzt. Viele Interviews wurden geführt – und die Spanne der Befragten erstreckte sich über das gesamte Spektrum einer Kirchengemeinde. Jetzt liegt das Ergebnis in Form einer Ausstellung vor, Teil der Befragung sind auch auf CD veröffentlicht. Für die Internetplattform „Kirche im Aufbruch“ ist die Aktion des Dekanats das Projekt des Monats.

"Projekt des Monats"

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Stiftungen

Über hundert Jahre Altersunterschied machen auch bei Namensgleichheit ziemlich viel aus: während die Schauspielerin Maria Furtwängler eifrig als hannoversche Kommissarin im ARD-„Tatort“ ermittelt, macht die Furtwängler-Orgel im niedersächsischen Himbergen derzeit nur wenig Freude. An dem 1862 erbauten Instrument ist die Zeit nicht spurlos vorbeigegangen. Die Mechanik muss überarbeitet werden und die 1.300 Pfeifen brauchen eine Reinigung und müssen neu intoniert werden. Dann wird „die Furtwängler“ wieder ein volles Klangbild erhalten, das mit seiner frühromantischen Stilistik so gut zum klassizistischen Himberger Kirchenraum passt. Die Stiftung Orgelklang fördert die Arbeiten und hat „die Furtwängler“ zur Orgel des Monats Oktober gekürt.

Pressemitteilung

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Worte zum Tag

Ich lasse mich nicht von menschlicher Klugheit leiten, sonder von der Gnade Gottes.

2. Korinther 1,12

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