EKD-Newsletter Nr. 12, Juli 1997
1. Gemeinsames Wort der Kirchen zu den Herausforderungen durch Migration und Flucht
2. Den Talar im Urlaubsgepaeck: Urlauberseelsorge
3. Forum zur Kindergottesdienstarbeit
4. Frauen - Bildung - Archive
5. EXPO 2000 und die Kirche
6. Viel Spass
1. Gemeinsames Wort der Kirchen zu den Herausforderungen durch Migration und Flucht
Vor dem Hintergrund der politischen Auseinandersetzungen Anfang der 90er Jahre ueber eine Begrenzung der immens angestiegenen Asylbewerberzahlen hatten sich der Rat der EKD und die Deutsche Bischofskonferenz in einer gemeinsamen Erklaerung zur Aufnahme von Fluechtlingen und zum Asylrecht Ende 1992 geaeussert. Darin wurde an die politisch Verantwortlichen in Bund, Laendern und Kommunen appelliert, "eine Asyl- und Fluechtlingspolitik in die Wege zu leiten, die das Grundrecht auf Asyl fuer politisch Verfolgte schuetzt". In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) wurde vereinbart, eine umfassende Ausarbeitung vorzubereiten, die die vielfaeltigen Aspekte und Zusammenhaenge von Migration, Flucht und Vertreibung darstellt und zugleich als Beitrag im gesellschaftlichen Dialog zum Thema verstanden werden soll. Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die Deutsche Bischofskonferenz und die mitbeteiligten weiteren Mitglieds- und Gastkirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen haben das Gemeinsame Wort am 4. Juli der OEffentlichkeit uebergeben.
2. Den Talar im Urlaubsgepaeck: Urlauberseelsorge
Millionen von Menschen zieht es in den Sommermonaten Juli und August an die verschiedensten Urlaubsorte. Nicht nur Deutschland, sondern vor allem das europaeische Ausland ist Ziel der Erholungssuchenden. Aber auch viele evangelische Pfarrerinnen und Pfarrer packen ihren Talar mit in die Koffer. 201 von ihnen haben sich fuer jeweils einen Monat der Urlauberseelsorge zur Verfuegung gestellt. Sie halten in 103 Ferienorten Gottesdienste, veranstalten in der Woche Gemeindetreffen und stehen fuer Seelsorgegespraeche zur Verfuegung. Die "kirchlichen Gastarbeiter" - so zeigen die bisherigen Erfahrungen - erleben haeufig, dass Menschen gerade im Urlaub den Kontakt zu ihrer Kirche wieder neu suchen und finden.
Dies scheint in den Ferien von der Arbeit offenbar leichter zu sein, als im Alltagsleben in den heimischen Gefilden. Wichtig fuer die Urlauberseelsorgerinnen und -seelsorger auch die oekumenischen Erfahrungen: Im Rahmen ihrer Taetigkeit arbeiten sie eng mit den Kirchen und Ortsgemeinden in den Urlaubslaendern zusammen, sie sammeln positive Erfahrungen, die sie fuer den Gemeindealltag zu Hause ermutigen. Im uebrigen gibt es im europaeischen Ausland auch Gemeinden, in denen an jedem Sonntag im Jahr deutschsprachige Gottesdienste stattfinden.
3. Forum zur Kindergottesdienstarbeit
Auf Wunsch einiger Kindergottesdienstmitarbeiter haben wir ein Forum eingerichtet, das dem Austausch von Ideen (Aktionen, Dias, Spiele, Bastelideen etc.) und Informationen ueber die jeweiligen Themen des Kindergottesdienstes dienen soll.
4. Frauen, Bildung und Archive neu auf dem Server
Von Frauen, Bildung und Archiven handeln die seit wenigen Tagen neu auf dem EKD-Server vorhandenen Seiten: Erstmals stellt sich das Frauenreferat der EKD vor, das auf Beschluss der EKD-Synode von Bad Krozingen 1989 mit dem Schwerpunktthema "Die Gemeinschaft von Frauen und Maennern in der Kirche" eingerichtet wurde. Das Anna-Paulsen-Haus in Gelnhausen ist Heimat des Frauenstudien- und -bildungszentrums der EKD. Von der Aufgabenstellung her beschaeftigen sich dort Frauen "aus allen Landeskirchen und Bundeslaendern, Kirchen, Religionen, Laendern, Berufen und Lebenssituationen" mit sozialen, politischen, kirchenpolitischen und institutionellen Fragen. Neu auch das Angebot des "Verbandes kirchlicher Archive", der Teil der seit 1979 bestehenden Arbeitsgemeinschaft der Archive und Bibliotheken in der evangelischen Kirche ist.
5. EXPO 2000 und die Kirche
Immer naeher rueckt der Termin der EXPO 2000 in Hannover. Die Weltausstellungsgesellschaft verkuendet, "dass kein Ort der Welt im Jahr 2000 mehr Besucher haben wird" als die niedersaechsische Landeshauptstadt. Diese Aussage ist skeptisch zu betrachten, denn im Jahr 2000 werden in Jerusalem, Rom und vielen anderen Orten in der Welt Veranstaltungen stattfinden, die zahlreiche Menschen anziehen werden. Dennoch scheint sich in Hannover die Pro-Stimmung fuer die EXPO zu verstaerken, auch wenn man eigentlich noch nicht so recht viel sehen kann. Mittlerweile werden Interessierte bereits mit Bussen ueber das EXPO-Gelaende gefahren. Sie muessen ueber eine grosse Vorstellungskraft verfuegen, denn zur Zeit lautet der meistgehoerte Satz bei den Fuehrungen: "Sie muessen sich vorstellen, dass dort kuenftig ......". Aber die Planungen und Realisierungen laufen mit Hochdruck an. Dies gilt auch fuer die evangelische Kirche, die in Hannover ein eigenes EXPO-Buero eroeffnet hat, das jetzt seine Arbeit aktuell im Internet praesentiert und zur Mitarbeit einlaedt.
http://www.evlka.de/expo/
6. Viel Spass
Die Redaktion des EKD-Newsletters wuenscht allen Empfaengern eine schoene, erholsame Urlaubs- und Ferienzeit. Wir alle benoetigen diese freien Tage und Wochen, um neue Kraft auftanken zu koennen, um auch einmal "die Seele baumeln zu lassen". Wir wuenschen viel Spass, gute Erholung und viel Freude. Und wer weiss: vielleicht begegnet manchem am Urlaubsort auch eine Pfarrerin oder ein Pfarrer, die/der sich der Urlauberseelsorge (s.o.) zur Verfuegung gestellt hat. Abschliessend sei bemerkt, dass diese Ausgabe des EKD-Newsletters den ersten Jahrgang vervollstaendigt. Im August 1996 haben wir den allerersten EKD-Newsletter aus der Taufe gehoben und auf den Weg gebracht. Wir hoffen auf weiteres Interesse und werden uns rechtzeitig im August mit der ersten Ausgabe des zweiten Jahrgangs wieder zu gewohnter Zeit melden.
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