EKD-Newsletter Nr. 155, 5. Maerz 2005

1. Kirchen nennen Kinderarmut in Deutschland einen "Skandal"

2. Woche der Bruederlichkeit 2005
Eroeffnung am 6. Maerz in Erfurt

3. Virtueller Andachtsraum eroeffnet
Spirituelles Erlebnis der besonderen Art

4.EKD-Vertreter wuerdigt Max Schmeling

5. "Wenn dein Kind dich morgen fragt"
Baltruweit-Lied zur Kirchentagslosung 2005

6. Neue Arbeit zur Kirchlichen Zeitgeschichte erschienen

Worte zum Tag

 

1. Kirchen nennen Kinderarmut in Deutschland einen "Skandal"

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) haben die Kinderarmut in Deutschland als einen "Skandal" bezeichnet. Staat und Gesellschaft muessten dafuer sorgen, dass Kinder als ihre wichtigste Zukunftsperspektive nicht von materieller Armut betroffen seien, erklaerten der Vorsitzende der DBK, Kardinal Karl Lehmann, und der Ratsvorsitzende der EKD, Bischof Wolfgang Huber, am Mittwoch zum zweiten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Die Armutsgefaehrdung von Familien mit mehreren Kindern habe sich seit dem ersten Bericht nicht nachhaltig verbessert, heisst es in der gemeinsamen Erklaerung: "Armut wird in Deutschland faktisch vererbt." Dies widerspreche zutiefst dem christlichen Menschenbild. Familien- und Bildungspolitik muessten mehr als Bestandteil einer zukunftsgerichteten Sozialpolitik verstanden werden.

http://www.ekd.de/presse/
397_pm36_2005_ekd_dbk_armutsbericht.html

 

2. Woche der Bruederlichkeit 2005
Eroeffnung am 6. Maerz in Erfurt

Jedes Jahr im Maerz findet die Woche der Bruederlichkeit statt. Sie soll zur Verstaendigung zwischen Christen und Juden in Deutschland beitragen. Organisiert wird sie von den Gesellschaften fuer Christlich-Juedische Zusammenarbeit, die sich im Deutschen Koordinierungsrat (DKR) zusammengeschlossen haben. Der Deutsche Koordinierungsrat verleiht waehrend der Eroeffnungsfeier auch die Buber-Rosenzweig-Medaille. Sie ist nach den deutsch-juedischen Philosophen Martin Buber und Franz Rosenzweig benannt. Ausgezeichnet werden in diesem Jahr der Theologieprofessor Peter von der Osten-Sacken und das Institut fuer Kirche und Judentum in Berlin. Die ARD zeigt am Sonntag, 6. Maerz, 23.30 Uhr einen halbstuendigen Bericht von der Eroeffnung und der Verleihung der Medaille.

http://www.deutscher-koordinierungsrat.de/

3. Virtueller Andachtsraum eroeffnet
Spirituelles Erlebnis der besonderen Art

"Eine wertvolle Zeit" wuenscht die evangelische Kirche aus Frankfurt am Main allen Besucherinnen und Besuchern, die den virtuellen Andachtsraum betreten. Leise Musik klingt aus den Lautsprechern des Computers. Die Szenerie kennt bekannte Symbole einer Kirche: Orgelpfeifen, ein Gebetbuch, Christus am Kreuz, Glasfenster, eine Kirchenbank, eine Kerze. Diese Reduktion auf das Wesentliche konzentriert den Blick und laesst den Menschen - sogar am Computerbildschirm bei der Recherche im sonst eher hektischen Internet - zur Ruhe kommen. Gelungen ist die Umsetzung dieser Internetkirche, die nicht nur zu Meditation und Andacht einlaedt, sondern die Zeit waehrend des Besuchs wohltuend verlangsamt. Die Navigation durch den virtuellen Raum erfolgt ueber Pfeile. Dies stoert ein wenig die Anmutung, ist aber prinzipiell schwer umzusetzen. "Ein spirituelles Erlebnis der besonderen Art," heisst es auf der Internetseite. Und damit versprechen die Frankfurter Kirchen nicht zu viel.

http://www.frankfurtevangelisch.de/_content/
0000000000,00701,00

 

4. EKD-Vertreter wuerdigt Max Schmeling

Bei der Trauerfeier fuer Max Schmeling im Hamburger Michel hat der Bevollmaechtige des Rates der EKD, Praelat Stephan Reimers, in seiner Predigt das Leben und Wirken des kuerzlich Verstorbenen - auch fuer die Kirche - gewuerdigt. Schmeling habe mit Spenden aus seiner Stiftung viele diakonische Einrichtungen und Aufgaben unterstuetzt. Die Jugendarbeit sei ihm besonders wichtig gewesen wie auch die Verbesserung der Wohnqualitaet aelterer Menschen. Gefallen habe ihm auch das Projekt Kirchenkaten, kleine Haeuser fuer Obdachlose, die Hamburger Gemeinden neben ihrer Kirche aufstellten. Jede Kate wurde mit einer Sonderspende von Max Schmeling auf den Weg gebracht. Reimers sprach aber auch offen an, dass Schmeling zwar getauft und konfirmiert, aber kein Kirchenmitglied mehr gewesen sei. Wohl aus Protest gegen die 1965 veroeffentlichte Ostdenkschrift der Kirchen sei Schmeling ausgetreten.

http://www.ekd.de/predigten/
predigt_050301_reimers_trauerfeier_schmeling.html

 

5. "Wenn dein Kind dich morgen fragt"
Baltruweit-Lied zur Kirchentagslosung 2005

"Wie ist dein Lebenstraum, der dir zu Herzen geht. Von Horizonten weit und Freiheitsatem weht." Mit diesen Worten beginnt das neue Kirchentagslied des Musikers Fritz Baltruweit. "Wenn dein Kind dich morgen fragt" - diese Losung des 30. Deutschen Evangelischen Kirchentages aus dem Alten Testament (5. Mose 6,20) war fuer Baltruweit Anknuepfungspunkt seiner Komposition. Gefragt nach den eigenen Lebenszielen und Lebenstraeumen haetten Christen und Christinnen eine Antwort, die weit ueber das menschliche Leben hinausgehe und mit Hoffnung in die Zukunft rage, so Baltruweit in seinem Lied. Der Musiker praegt mit seinen Kompositionen seit vielen Jahren evangelische Kirchentage und Gottesdienste. Damit auch dieses Lied zur Vorbereitung schon in den Gemeinden gesungen und eingeuebt werden kann, hat die Internetarbeit der EKD einen Multimedia-Clipp zur Kirchentagslosung produziert. Auch Noten stehen als Download zur Verfuegung. Der Kirchentag findet in diesem Jahr vom 25.-29. Mai in Hannover statt. Es ist also noch ein wenig Zeit zum Ueben!

http://www.ekd.de/glauben/baltruweit.html
http://www.kirchentag.de
http://www.studiogruppe-baltruweit.de

 

6. Neue Arbeit zur Kirchlichen Zeitgeschichte erschienen

"Mein Bauch gehoert mir!" Wie kaum ein anderes Thema hielt die Abtreibungsdebatte die deutsche Gesellschaft Anfang der 1970er Jahre in Atem. Am Beispiel des evangelischen Beitrags zu dieser Diskussion untersucht Simone Mantei den Strukturwandel und die Neuverortung der Kirche im Anschluss an die gesellschaftlichen Umbrueche Ende der sechziger Jahre. (Simone Mantei, Nein und Ja zur Abtreibung. Die evangelische Kirche in der Reformdebatte um § 218 StGB (1970-1976), Kirchliche Zeitgeschichte Reihe B: Darstellungen Band 38, Vandenhoeck & Ruprecht Goettingen 2004).

http://www.kirchliche-zeitgeschichte.info

 

Worte zum Tag

Mit welchem Lebensziel kannst Du glaubwuerdig sein.
Und in dem, was du tust, zieht ein Stueck Himmel ein.
Der ueber dich hinausgeht und weit in die Zukunft ragt.
Sagt, wie wir denn handeln sollen, wenn dein Kind dich morgen fragt.

Fritz Baltruweit


 

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