EKD-Newsletter Nr. 180, 27. September 2005

1. „Von Augsburg lernen, heißt Frieden lernen“ -
Ökumenischer Festgottesdienst zum Augsburger Religionsfrieden

2. Große Freude über Wiederwahl von Kardinal Lehmann -
Ökumenische Situation in überzeugender Weise geprägt

3. Internet-Symposion: eCommerce, eBay und eGott?
Kirche im umkämpften Online-Medien-Markt

4. „Kirche braucht kritische Journalisten“ -
Tomas Gärtner erhielt John-Templeton-Preis

5. „Reformdiskussion braucht Kompetenz von Theologie und Kirche“ -
12. Europäischer Kongress für Theologie in Berlin beendet

6. UEK-Vortragsreihe im Berliner Dom ab November 2005 -
„Berliner Protestantische Profile“ werden vorgestellt

7. ARBEIT PLUS 2005 -
Weitere Unternehmen für hervorragende Beschäftigungspolitik von EKD ausgezeichnet


1. „Von Augsburg lernen, heißt Frieden lernen“ -
Ökumenischer Festgottesdienst zum Augsburger Religionsfrieden

Der Augsburger Religionsfrieden, der am 25. September 1555 geschlossen wurde, habe den Frieden zwischen den Konfessionen ermöglicht. Darauf wies der Vorsitzende des Rates der EKD, Bischof Wolfgang Huber, in seiner Predigt im ökumenischen Gottesdienst zum 450. Jahrestag des Friedensschlusses in Augsburg am Sonntag hin. Die Durchsetzung des Friedens habe große Kraft gebraucht, so Huber. „Von Augsburg lernen, heißt Frieden lernen.“ Im Gedenken an den Augsburger Religionsfrieden werde „der Anfang vom Ende religiöser Gewalt“ gefeiert. In der Parität der Konfessionen habe die Pflicht zur ökumenischen Zusammenarbeit beschlossen gelegen, erklärte Huber. „Heute stellen wir uns dieser Pflicht – nicht aus politischem Zwang, sondern aus eigener Glaubenseinsicht.“ Beim anschließenden Festakt sprach sich Bundespräsident Horst Köhler für die Beibehaltung des Religionsunterrichtes an den Schulen aus. Die Kirchen dürften nicht aus Bereichen verdrängt werden, in denen sie über Jahrhunderte und über Konfessionsgrenzen hinweg erfolgreich
ihren Beitrag geleistet haben.

http://www.ekd.de/presse/pm183_2005_augsburger_religionsfrieden.html
http://www.ekd.de/filme/rtl_religionsfrieden_2005.mpg
 


2. Große Freude über Wiederwahl von Kardinal Lehmann -
Ökumenische Situation in überzeugender Weise geprägt

Der Ratsvorsitzende der EKD, Bischof Wolfgang Huber, freut sich persönlich „ganz außerordentlich“, dass der Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz wiedergewählt wurde. Karl Kardinal Lehmann habe in den vergangenen Jahren mit großem Engagement und in einer persönlich überzeugenden Weise die ökumenische Situation in Deutschland geprägt. Huber gratulierte dem am 20. September Wiedergewählten, „von Herzen im Namen des Rates der EKD“.

http://www.ekd.de/presse/pm175_2005_rv_wahl_lehmann.html

 

3. Internet-Symposion: eCommerce, eBay und eGott?
Kirche im umkämpften Online-Medien-Markt

Als im Jahre 1995 die ersten evangelischen Internetangebote publiziert wurden, war der Online-Markt für die Kirchen zunächst ein Experimentierfeld. Schnell wurden die Chancen eines publizistischen Engagements im Internet deutlich: Über das Internet lässt sich die Kommunikation mit den Mitgliedern der Kirche genauso gut gestalten wie kirchendistanzierte Menschen erreicht werden können. Innerhalb von zehn Jahren hat sich eine evangelische Internetarbeit entwickelt, die über die Funktion der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit hinaus geht. Gerade Seelsorgeangebote und Verkündigungsformate wurden zu wichtigen Bestandteilen. Aus Anlass des zehnjährigen Jubiläums laden das Gemeinschaftswerk der evangelischen Publizistik (GEP)und die EKD zu dem Symposion "eCommerce, eBay und eGott?" nach Hannover ein. Fachreferenten aus Internetwirtschaft und evangelischer Publizistik diskutieren, wie die christliche Botschaft in den Räumen des Cyberspace auch weiterhin hörbar bleibt und auf welche Weise die Online-Kommunikation gestaltet sein muss, um den "mobilen Menschen" von heute zu erreichen. Das Symposion findet vom 17.-18. November 2005 im Kirchenamt in Hannover statt. Es richtet sich an Mitarbeitende der kirchlichen Medienarbeit und andere Interessierte.

Weitere Informationen unter:
http://www.ekd.de/internet/internetsymposion2005.html

Programm / Anmeldekarte des Symposions (pdf-Datei, 2 MB):
http://www.ekd.de/download/e-commerce_e-gott.pdf

 

4. „Kirche braucht kritische Journalisten“ -
Tomas Gärtner erhielt John-Templeton-Preis

Der freie Journalist Tomas Gärtner ist am 21. September in Dresden mit dem John Templeton-Preis „European Religious Writer of the Year 2005“ ausgezeichnet worden. Der mit 5000 Schweizer Franken dotierte Preis wird im Auftrag der Templeton Foundation mit Sitz in den USA durch die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) vergeben. Für die in der KEK vertretene EKD würdigte der Pressesprecher der EKD, Hans-Christof Vetter, den Preisträger. Kirche brauche den kritischen Blick von Journalisten, sagte Vetter. „Dr. Tomas Gärtner bekommt diesen Titel, weil er berichtet, dass zum Leben die Religion gehört – die Religion, wie sie gelebt wird - am Ort, in der Kirchengemeinde, in der Begegnung mit anderen“, erklärte der EKD-Sprecher. Kirche brauche Journalisten wie Gärtner. „Wir brauchen Sie, weil sie den Menschen sagen, was Kirche vor Ort macht. Wir brauchen Sie, weil Sie das Bild der Kirche prägen.“ Die Entscheidung der Jury bezeichnete Vetter als „Glücksfall, über den wir uns freuen können.“

http://www.ekd.de/presse/pm180_2005_templeton_preis.html
http://www.cec-kek.org/content/pr-cq0542e.shtml

 

5. „Reformdiskussion braucht Kompetenz von Theologie und Kirche“ -
12. Europäischer Kongress für Theologie in Berlin beendet

Das Gewaltpotential der Religionen und der konstruktive Beitrag, den die Religionen zur Bändigung der Gewalt leisten können, standen im Mittelpunkt des 12. Europäischen Kongresses für Theologie, der vom 18. bis 22. September in Berlin stattfand. Mit dem Thema „Religion, Politik und Gewalt“ hätten sich die Veranstalter eines der „Großthemen des beginnenden 21. Jahrhunderts“ zur Bearbeitung gewählt, erklärte der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber, in seinem Eröffnungsvortrag. In einem Grußwort beim Empfang der EKD anlässlich des Kongresses erklärte Huber am Mittwochabend, die Beziehung zur wissenschaftlichen Theologie sei im Selbstverständnis der evangelischen Kirche unentbehrlich. In der notwendigen Diskussion über die Wege und Ziele eines grundlegenden Reformprozesses in Deutschland werden die Kirche „und ihre vornehmste Reflexionsinstanz, die Theologie, dazu gewiss ihren Beitrag leisten“, so Huber. In der modernen Wissensgesellschaft werfen Lebenswissenschaften und Informationstechnologien neue ethische Fragen auf. Auf Fragen nach Orientierung werden Antworten von den Kirchen und religiösen Gemeinschaften erwartet. „In einer solchen Situation ist die gemeinsame Kompetenz von Theologie und Kirchen herausgefordert, wie lange nicht mehr.“ An dem Kongress nahmen rund 350 Gäste aus dem In- und Ausland teil.

http://www.ekd.de/presse/pm181_2005_ende_theologenkongress.html
http://www.uni-marburg.de/hosting/wgth/praesentation-2005.htm

 

6. UEK-Vortragsreihe im Berliner Dom ab November 2005 -
„Berliner Protestantische Profile“ werden vorgestellt

Nach einem Jahr Pause beginnt die „Union Evangelischer Kirchen in der Evangelischen Kirche in Deutschland“ (UEK) wieder eine Vortragsreihe in der Oberpfarr- und Domkirche zu Berlin. Berliner Protestantische Profile sollen von unterschiedlichen, aber durchweg namhaften Vortragenden in der Zeit zwischen dem 9. November 2005 und dem 10. Mai 2006 in acht Vorträgen vorgestellt werden. Herausragende Berliner Protestanten zwischen dem Theologen Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher und dem früheren Berliner Bischof Otto Dibelius werden vorgestellt, denn sie haben auch das Bild der Stadt Berlin geprägt. Gestartet wird die Vortragsreihe von dem Tübinger Theologen und Berliner Domprediger Eberhard Jüngel, der am 9. November den großen Theologen des 19. Jahrhunderts, Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher, vorstellt. Zwei Wochen später – am 23. November – eröffnet der Münchener Theologieprofessor Friedrich-Wilhelm Graf den Blick auf den protestantischen Politiker und früheren Reichskanzler Otto von Bismarck. Professor Traugott Jähnichen aus Witten beschäftigt sich am 14. Dezember mit Adolf Stöcker, evangelischer Theologe und Sozialreformer. Im nächsten Jahr folgen Vorträge von Helmuth Nürnberger (Theodor Fontane), Christoph Markschies (Adolf von Harnack), Jürgen Henkys (Jochen Klepper), Bischof Hans-Jürgen Abromeit (Dietrich Bonhoeffer) und Albrecht Beutel (Otto Dibelius).

http://www.uek-online.de/

 

7. ARBEIT PLUS 2005 -
Weitere Unternehmen für hervorragende Beschäftigungspolitik von EKD ausgezeichnet

Fünf weitere Firmen werden mit dem Arbeitsplatzsiegel der EKD, ARBEIT PLUS, ausgezeichnet. Für die Bewag AG & Co. KG, die Deutsche Kreditbank AG (DKB), die Sozialholding Mönchengladbach, die Sparkasse Vogtland und die TRIMET AG konnte das Zertifizierungsverfahren erfolgreich abgeschlossen werden. Bereits im April diesen Jahres konnten die SICK AG, Roche Diagnostics GmbH und die Debeka Versicherungen ausgezeichnet werden. Seit 1999 verleiht die EKD ARBEIT PLUS an Unternehmen, die eine hervorragende Beschäftigungspolitik verfolgen. In den sechs Jahren wurden bundesweit über 35 Firmen ausgezeichnet, davon einige mehrfach. Diese Unternehmen schaffen und sichern im Rahmen ihrer Möglichkeiten Arbeitsplätze und tragen so zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit bei. Gemessen wird dabei branchenspezifisch mit einem Vergleichsverfahren, das vom Institut für Wirtschafts- und Sozialethik an der Universität Marburg (IWS) entwickelt wurde. Dabei werden Lebenschancen, die Firmen durch Beschäftigung und Ausbildung schaffen, in den Blick genommen. Ebenso werden Beteiligungs- und Entfaltungschancen für die Mitarbeitenden in den Unternehmen sowie die Beiträge der Firmen zur Sozialkultur untersucht. In den untersuchten Bereichen liegen die fünf Firmen, die das Arbeitsplatzsiegel in diesem Herbst erhalten, im Gesamtbild deutlich über dem Durchschnitt ihrer Branche.

http://www.ekd.de/presse/pm176_2005_arbeit_plus.html
http://www.arbeit-plus.de/

 

8. Worte zum Tag

Manchmal denkt man, Gott müsste einem in all den Widerständen des Lebens ein sichtbares Zeichen geben, das einem hilft. Aber dies ist eben sein Zeichen: dass er einen durchhalten und es wagen und dulden lässt.

Jochen Klepper (1903-1942), ev. Theologe, Schriftsteller und Kirchenliederdichter

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