EKD-Newsletter Nr. 201, 26. März 2006

Kirchenpolitik
1. Hermann Barth als neuer Kirchenamtspräsident eingeführt

Menschenrechte
2. Freiheit zum Religionswechsel ist ein Menschenrecht

Medien
3. Neues Internetangebot www.gottesdienste.de gestartet
4. Europäische Standards für Jugendmedienschutz notwendig

Europa
5. Druckfrische Informationen über Balkan und Russische Föderation

Theologie
6. Wolfgang Huber zur Frage nach "guter Religion"
7. Gesamttagung für Kindergottesdienst "Ihr werdet euch wundern"

Diakonie
8. Fachtagung zu Familienförderung im Arbeitsleben

Kultur
9. "Dankbare Begeisterung" für die Leistung von Bruno Ganz

Aus der VELKD
10. Neue Handreichung zur Sterbe- und Trauerbegleitung

Worte zum Tag

 

Kirchenpolitik

1. Demut des aufrechten Ganges
Hermann Barth als neuer Kirchenamtspräsident eingeführt

Die Demut des aufrechten Ganges, des offenen Auges und des fröhlichen Antlitzes sei ein evangelisches Markenzeichen, erklärte der Vorsitzende des Rates der EKD, Bischof Wolfgang Huber, im Gottesdienst in der Herrenhäuser Kirche in Hannover am vergangenen Donnerstag. Zur Amtseinführung des neuen Präsidenten des EKD-Kirchenamtes, Hermann Barth, und des neuen Vizepräsidenten Burkhard Guntau sagte Huber, beide verbinde eine solche Demut, die zur Selbstachtung nicht im Widerspruch stehe, sondern sie ermögliche. Seit rund einem halben Jahrhundert sei mit Hermann Barth erstmals wieder ein Theologe Präsident des Kirchenamtes. Ungewöhnlich sei, dass für die Einführung von Präsident und Vizepräsident ein gemeinsames Bibelwort gewählt wurde: "In Demut achte einer den anderen höher als sich selbst."

http://www.ekd.de/presse/pm63_2006_rv_anprachen_einfuehrung.html
http://www.ekd.de/vortraege/060323_huber.html
http://www.ekd.de/predigten/060323_barth.html
http://www.ekd.de/download/predigt_hermann_barth_20060323.mp3
(Audio)

 

Menschenrechte

2. Religionsfreiheit hat viele Facetten
Freiheit zum Religionswechsel ist ein Menschenrecht

Ohne Religionsfreiheit gibt es keine Menschenrechte. Dies erklärte am vergangenen Mittwoch der Vorsitzende des Rates der EKD, Bischof Wolfgang Huber, im Blick auf das Verfahren gegen Abdul Rahman. Religionsfreiheit schließe auch das Recht ein, die Religion zu wechseln. Deshalb müsse es gegen das Vorhaben, einen Christen zum Tode zu verurteilen, weil er sich zu seinem Glauben bekennt, schärfsten Protest geben. Wolfgang Huber forderte die Menschen jeder Religionszugehörigkeit auf, für das Leben von Abdul Rahman einzutreten.

http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/23.03.2006/2426441.asp

 

Medien

3. Neues Internetangebot www.gottesdienste.de gestartet
Informationen zu evangelischer Liturgie und zum Kirchenjahr

Wer nach dem Gottesdienst rätselt, warum die Altardecke manchmal violett und manchmal grün ist, findet ab sofort im Internet die Antwort. Informationen rings um den evangelischen Gottesdienst für Theologen und interessierte Laien bietet ein neuer Internetauftritt der EKD. Unter der Adresse http://www.gottesdienste.de haben die Gemeinsame Arbeitsstelle für gottesdienstliche Fragen der EKD (GAGF) und die Liturgische Konferenz (LK) Wissenswertes und Anregungen für die Gestaltung von Gottesdiensten zusammen gestellt. Der Besucher der Internetseite erfährt zum Beispiel, warum der Liturgische Kalender ein unerlässliches Arbeitswerkzeug für Pfarrerinnen und Pfarrer ist oder wie die Bibelstellen für Predigten, Lesungen oder die Lieder den entsprechenden Sonntagen im Kirchenjahr zugeordnet werden. Eine Seite unter der Überschrift "Projekte" bietet Verweise auf alternative Gottesdienstformen wie die Thomas-Messe.

http://www.gottesdienste.de

 

4. Europäische Standards für Jugendmedienschutz notwendig
Zukunftswerkstatt 3: "Kinder und Internet in Europa"

Viele Kinder und Jugendliche nutzen den einfachen Zugang zu Informationen über das Internet und knüpfen darüber soziale Kontakte. Diese gute Möglichkeit des globalen Mediums ist aber auch eine Herausforderung für den Jugendmedienschutz. Nationale Regelungen können nur der erste Schritt sein, um Kinder vor gefährdende Inhalten aus dem Netz zu schützen. Vor diesem Hintergrund thematisiert die Tagung "Zukunftswerkstatt 3" die Frage, wie sich auf europäischer Ebene Jugendschutz-Standards schaffen lassen und die Qualität von Internetangeboten für Kinder und Jugendliche verbessert werden kann. Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM), die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) wollen Experten aus Medienpädagogik, Jugendschutz und der Online-Branche zusammenbringen. Die Tagung findet am 5. Mai 2006 im Französischen Dom in Berlin statt.

http://www.ekd.de/download/flyer_zunkunftswerkstatt.pdf

 

Europa

5. Broschüren über Kirchenkontakte nach Osteuropa aktualisiert
Druckfrische Informationen über Balkan und Russische Föderation

Die Informations- und Kontaktstelle Osteuropa (IKOE) im Kirchenamt der EKD trägt die vielfältigen kirchlichen und diakonischen Kontakte in die mittel- und osteuropäischen Länder zusammen und stellt diese Informationen in Broschürenform der Öffentlichkeit zur Verfügung. Zwei überarbeitete Broschüren liegen nun druckfrisch vor: die "Länderinformation Balkan" und die "Länderinformation Russische Föderation". Die DIN-A5-Broschüren sind kostenlos zu beziehen über die Informations- und Kontaktstelle Osteuropa (IKOE) im Kirchenamt der EKD, Herrenhäuser Str. 12, 30419 Hannover, Fax: 0511/2796-725, E-Mail: ikoe@ekd.de. Außer den Länderinformationen zum Balkan und zur Russischen Föderation liegen Broschüren zu den Baltischen Staaten, der Slowakei, Polen, Tschechien, Rumänien und Ungarn vor.

Gute Religion müsse "den Sinn für Mündigkeit wecken und den Geschmack von Freiheit in sich tragen", schreibt der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber, in einem Beitrag in der Reihe "Was ist eine gute Religion?" der Neuen Zürcher Zeitung (Ausgabe vom 27. März). Heutzutage seien verschiedene Formen fundamentalistischer Religiosität zu beobachten, die diese beiden Leitmotive missachteten. Huber nannte als Beispiele dafür eine kreationistische Weltanschauung oder die religiöse Legitimierung von Gewalt. Wichtig sei die Unterscheidung zwischen der Wirklichkeit Gottes und der Religiosität des Menschen. "Wenn Religion selbst zu einer letzten Wirklichkeit erklärt und die Wirklichkeit Gottes nicht mehr von dem religiösen Handeln des Menschen unterschieden wird, dann ist eine für jede Religion notwendige Unterscheidung aufgegeben."


http://www.ekd.de/vortraege/060326_huber_schleiermacher.html

 

7. Gesamttagung für Kindergottesdienst zu Gast in Hannover
Motto "Ihr werdet euch wundern"

Unter dem Motto "Ihr werdet euch wundern" findet in Hannover vom 25. bis 28. Mai die Gesamttagung für Kindergottesdienst statt. Dazu haben der Gesamtverband für Kindergottesdienst in der EKD e.V. und die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers eingeladen. Auf der Gesamttagung erhalten die überwiegend ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter neue Impulse für ihre Arbeit in den Kirchengemeinden. Abgerundet wird das Workshop- und Vortragsprogramm mit einer "Kultur-Wundertüte" am Freitagabend und einer "Wunder-Nacht" am Samstag. In diesem Jahr wird der Akzent auf das Wunderbare gesetzt: "Wunderbar" sind Kinder in ihrer Vielfalt, "wunderbar" auch das Engagement der Mitarbeitenden. Und nicht zuletzt "wunderbar" sind die biblischen Geschichten, die eine zentrale Rolle im Kindergottesdienst spielen. Die Veranstalter erwarten an die 4.000 Gäste.

http://www.ihr-werdet-euch-wundern.de
http://www.kindergottesdienst-ekd.de

 

Diakonie

8. Fachtagung zu Familienförderung im Arbeitsleben
"Gehen Kirche und Diakonie voran?"

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird derzeit in Deutschland breit diskutiert. Eine Fachtagung der EKD wird am Donnerstag, 30. März, in Kassel der Frage nachgehen, wie es in Kirche und Diakonie um die Familienförderung im Arbeitsleben bestellt ist. "Gehen Kirche und Diakonie voran?" lautet das Thema der Tagung. Im Zentrum der Tagung soll der Austausch über die Neuentwicklung arbeitsrechtlicher Regelungen in Kirche und Diakonie stehen. In Vorträgen, Workshops und einer Diskussionsrunde geht es unter anderem um die Frage, ob die Einführung von Familienbudgets ein Schritt zur Verbesserung von Arbeitsstrukturen sein kann, um der Vielfalt von Lebensentwürfen und Lebensstilen zu entsprechen. Ein weiteres Thema wird die Ausarbeitung neuer Arbeitsrechtsreglungen mit familienfreundlichen Komponenten in Kirche und Diakonie sein.

http://www.ekd.de/presse/pm59_2006_familienfoerderung.html

 

Kultur

9. "Dankbare Begeisterung" für die Leistung von Bruno Ganz
Wolfgang Huber gratulierte zum 65. Geburtstag

Als Engel im "Himmel über Berlin" hat er dem Film von Wim Wenders ein besonderes Gesicht gegeben, im Film "Luther" war er der väterliche Freund des Reformators, Johann von Staupitz. Am vergangenen Mittwoch, 22. März, wurde der Schauspieler Bruno Ganz 65 Jahre alt. In einem Gratulationsschreiben äußerte der Vorsitzende des Rates der EKD, Bischof Wolfgang Huber, seine "dankbare Begeisterung" für die schauspielerische Leistung des Schweizers.


http://www.luther-der-film.de/seiten/cast/ganz.htm

 

Aus der VELKD

10. Neue Handreichung zur Sterbe- und Trauerbegleitung
Tod nicht tabuisieren

"Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden." So bittet der Beter des 90. Psalms. Damit ist auch gesagt, dass es weise ist, zu wissen, dass jede und jeder sterben muss. Der Tod ist ein Teil des Lebens, schreibt der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Johannes Friedrich im Vorwort der Handreichung "Du bis mir täglich nahe... Sterben, Tod, Bestattung, Trauer". Die "evangelische Handreichung für Menschen, die trauern und für die, die sie in ihrer Trauer begleiten" – so der Untertitel – wurde vom Seelsorgeausschuss der VELKD erarbeitet. In den Abschnitten "Ein Mensch stirbt", "Tod", "Bestattung" und "Trauer" sind Gedanke und Gefühle von Betroffenen niedergelegt und werden Trostworte für die jeweilige Situation angeboten. Praktische Tipps werden zudem in jedem Abschnitt gegeben, um die Menschen in dieser Situation darauf hinzuweisen, was noch zu bedenken sei. Die Publikation ist gegen eine Schutzgebühr von 1 Euro über das Lutherische Kirchenamt der VELKD erhältlich (zentrale@velkd.de).

http://www.velkd.de/du_bist_mir_taeglich_nahe.pdf
http://www.velkd.de/aktuell/presse.php3?id=416

 

Worte zum Tag

Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt, Keim, der aus dem Acker in den Morgen dringt – Liebe lebt auf, die längst erstorben schien: Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

Jürgen Henkys, ev. Theologieprofessor und Liederdichter

 

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