EKD-Newsletter Nr. 208, 06. Juni 2006

Kirchenpolitik
1. Keine Kapitulation vor dem Rechtsextremismus
2. Fußball ist keine Ersatzreligion
3. Internetauftritt der EZW in neuem Gewand

Europa
4. Religionsvertreter zu Gesprächen bei der EU
5. KEK-Zentralausschuss tagte in Nordirland

Theologie
6. Huber fordert wechselseitige Anerkennung als Kirche

Diakonie
7. Hilfe für die Erdbebenopfer in Indonesien

Kultur
8. Kirsten Boie erhielt Ev. Buchpreis

Sport
9. Gottesdienst zur Fußball-WM aus München

Worte zum Tag



Kirchenpolitik

1. Keine Kapitulation vor dem Rechtsextremismus

Der Ratsvorsitzende der EKD, Bischof Wolfgang Huber, hat die Diskussion über "No-Go-Areas" beklagt und vor einer Kapitulation vor dem Rechtsextremismus gewarnt. "Wir können Deutschland nicht unterteilen in einen Teil, in dem man sich frei bewegen kann, und einen anderen, in dem das nicht mehr geht", sagte der Bischof der "Berliner Zeitung". Huber erinnerte daran, dass Rechtsextreme vor einigen Jahren so genannte "national befreite Zonen" ausgerufen haben, in denen sie weder Linken noch Ausländern den Zutritt gestatten wollten. Wenn diesen nun geraten werde, bestimmte Gegenden zu meiden, komme dies einer Bestätigung dieser Strategie gleich. Das aber dürfe es nicht geben, sagte Huber. Zur Situation in Ostdeutschland sagte der Berliner Bischof, Rechtsextremismus gebe es auch woanders. "Allerdings ist das Problem dort zugespitzt." In den neuen Bundesländern gebe es Fremdenfeindlichkeit ohne Fremde. Und in der "B.Z." sagte Huber: "Es gibt Regionen in Berlin, Brandenburg und anderswo, in denen sich Menschen mit anderer Hautfarbe nur mit Vorsicht bewegen können. Wo Menschen gedemütigt werden, kann sich niemand der Verantwortung entziehen. Jeder sollte das Wort Jesu beherzigen: "Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan."

http://www.ekd.de/aktuell_presse/
news_2006_05_26_1_rv_rechtsradikalismus.html

 

Medien

2. Fußball ist keine Ersatzreligion

Fußball ist keine Ersatzreligion. Sport und Religion unterscheiden sich grundsätzlich. Dies betonte der Sportwissenschaftler Franz Bockrath im Interview mit dem evangelischen Monatsmagazin „zeitzeichen“. „Religion hat mit Offenbarung und Transzendenz zu tun, Sport dagegen bleibt dem Immanenten verhaftet“, so der 47-Jährige. Darüber hinaus habe die Fankultur, die rund um den Fußball entstehe, allerdings viel mit magischem Denken zu tun. „Der Fankult bleibt immer ein bisschen mysteriös“, beteuerte der Direktor des Sportwissenschaftlichen Institutes in Düsseldorf. „Viele Fans verhalten sich an einem Spieltag in einer bestimmten, genau festgelegten Weise.“ Darin ähnle das Fußballspektakel den Riten in religiösen Kontexten. „Fußball ist ein Spiel der starken Emotionen“, erklärte Bockrath. Freude, Niedergeschlagenheit und Wut kämen auf dem Spielfeld allerdings nur solange zum Ausdruck wie das Publikum diese Reaktionen sähe und interpretiere. Die Zuschauer seien dadurch am Spiel direkt beteiligt. Der Sportwissenschaftler betonte zudem den pädagogischen Wert des Fußballspiels: „Beim Fußball lernen Kinder, dass es Normen und Werte gibt, die nur in einer bestimmten Situation gültig sind.“

http://www.zeitzeichen.net

 

3. Internetauftritt der EZW in neuem Gewand

EZW-LogoMit einem runderneuerten Internetauftritt präsentiert sich die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW): die Struktur der Webseiten wurde überarbeitet und übersichtlicher gestaltet. Besonders gelungen ist das Lexikon, in dem sich via Index schnell und unkompliziert die wichtigsten Informationen über Inhalte und Arbeitsfelder der EZW abrufen lassen. Sehr umfangreich stellt sich der Bereich Publikationen dar. Von kompakten Infos über Glaubensrichtungen, Themen und Gruppen über EZW-Texte mit ausführlichen Hintergrundberichten bis hin zum Archiv des EZW-Materialdienstes (mit Leseproben) ist alles vorhanden, was den Besucher der Seiten interessieren könnte. Ebenfalls bemerkenswert: die EZW-Seiten erreichen ein hohes Maß an Barrierefreiheit.

www.ezw-berlin.de

 

Europa

4. Religionsvertreter zu Gesprächen bei der EU

Vertreter von Judentum, Christentum und Islam in Europa sind auf Einladung des EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso und des österreichischen Bundeskanzlers und amtierenden EU-Ratsvorsitzenden, Wolfgang Schüssel, Ende Mai in Brüssel zu einem Gespräch zusammen gekommen. An dem Gespräch nahm auch der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber, teil. Er sei ein "Anwalt der Vertiefung der Europäischen Union", erklärte Huber in Brüssel. Ein Zusammenwachsen Europas könne aber nur gelingen, wenn es Klarheit über das Wertefundament und die geistigen Grundlagen der Union gebe.

http://www.ekd.de/presse/pm113_2006_eu_religionen.html

 

5. KEK-Zentralausschuss tagte in Nordirland

KEK-LogoDer Zentralausschuss der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) hat zum Abschluss seiner Sitzung im nordirischen Londonderry Ende Mai dazu aufgerufen, auch nach der Fußballweltmeisterschaft gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution vorzugehen. Die Mitglieder begrüßten das Engagement der EKD und des Diakonischen Werkes gegen Frauenhandel. Weiteres Thema der Sitzung war die Situation in Nordirland und der Beitrag der Kirchen zur Überwindung der historischen, nationalen, ethnischen und sozialen Spannungen.

http://www.ekd.de/presse/pm114_2006_kek_irland_tagung.html
http://www.cec-kek.org/content/pr-cq0620e.shtml

 

Theologie

6. Huber fordert wechselseitige Anerkennung als Kirche

Der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber, hat seine Forderung an die römisch-katholische Kirche bekräftigt, die Protestanten als Kirche anzuerkennen. Einen Weg zur Einheit könne es nur geben, "wenn wir uns in unserer Verschiedenheit wechselseitig als Kirchen achten", sagte Huber auf einem Fach-Symposion der rheinischen Kirche zum Thema "Was bedeutet ’Ökumene der Profile?". Es sei "nicht eben hilfreich" für einen Dialog in wechselseitigem Respekt, wenn der Begriff Kirche ausschließlich auf die eigene Definition bezogen werde und andere Formen des Kircheseins als kirchliche Gemeinschaft abgewertet würden. Die Protestanten verstünden sich ebenso wie die Katholiken "als Kirche im eigentlichen, nämlich biblischen Sinne". Huber rief Protestanten und Katholiken auf, das in der Ökumene Erreichte zu würdigen, zu bewahren und voranzuführen. Die Christen in Deutschland säßen "in einem Boot" und stünden vor annähernd gleichen Herausforderungen.

http://www.ekd.de/aktuell_presse/
news_2006_05_30_1_oekumene_symposion_ekir.html

http://www.ekd.de/vortraege/48728.html

 

Diakonie

7. Hilfe für die Erdbebenopfer in Indonesien

Logo Diakonie-KatastrophenhilfeDie meisten Menschen wurden im Schlaf überrascht. Das Erdbeben, das am 27. Mai den Süden der indonesischen Insel Java erschütterte, richtete verheerende Schäden an. Mindestens 6.200 Tote sind zu beklagen, mehr als 20.000 Menschen wurden durch herabfallende Trümmer zum Teil schwer verletzt, rund 200.000 weitere verloren ihr Zuhause. Unmittelbar nach dem Beben liefen die Hilfsmaßnahmen der Diakonie Katastrophenhilfe an. In ihrem weltweiten kirchlichen Verbund ACT (Action by Churches Together) konnte die Diakonie Katastrophenhilfe schnell tätig werden: Der indonesische Partner YEU, Gesundheitsorganisation mehrerer Synoden protestantischer Kirchen in Java, betreibt in Yogyakarta das Krankenhaus Bethesda. Bis zu 2000 Patienten werden dort täglich behandelt.

http://www.ekd.de/aktuell_presse/
news_2006_05_29_1_spenden_indonesien.html

http://www.diakonie-katastrophenhilfe.de/indonesien 

 

Kultur

8. Kirsten Boie erhielt Ev. Buchpreis

Cover 'Die Medlevinger'Mit dem Evangelischen Buchpreis 2006 wurde die in Hamburg lebende Autorin Kirsten Boie am 31. Mai für ihr Kinderbuch „Die Medlevinger“ (Oetinger 2004) ausgezeichnet. In der Begründung der Jury heißt es: Meisterhaft hat die bekannte Autorin einen spannenden Genremix aus realistischem Kinderroman, Krimi und Fantasygeschichte komponiert. Mit der lebensnahen und sympathischen Hauptfigur, dem 11jährigen Johannes, lernen die (etwa gleichaltrigen) Leserinnen und Leser die menschenähnlichen aber nur puppenkleinen Medlevinger-Kinder Moa und Nis kennen und hören die unglaubliche Geschichte von der Existenz einer eigenen Welt unter der Erde.

http://www.ekd.de/aktuell/48756.html
http://www.dveb.info/

 

Sport

9. Gottesdienst zur Fußball-WM aus München

FusballerIn der Stadt, in der am Abend die Fußball-Weltmeisterschaft mit dem Eröffnungsspiel beginnt, laden die EKD und die Deutsche Bischofskonferenz in Verbindung mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen am kommenden Freitag (9. Juni) zu einem ökumenischen Segensgottesdienst in den Münchner Liebfrauendom ein. Mit vielen Initiativen an den unterschiedlichen Austragungsorten wollen die christlichen Kirchen dazu beitragen, dass die Weltmeisterschaft ein Fest der Begegnung und der Gastfreundschaft wird. Im gemeinsamen Singen und Beten soll der Segen Gottes für Gäste und Spieler, Zuschauer und Gastgeber zur Weltmeisterschaft erbeten und als Zeichen für die ganze Welt weitergegeben werden. Der Gottesdienst wird ab 11 Uhr im ZDF übertragen.

http://www.fernsehgottesdienst.de/52_3606.htm
http://www.ekd.de/presse/pm109_2006_wm_gottesdienst.html
http://www.fangemeinde-ekd.de/

 

Worte zum Tag

Gib in unser Herz und Sinnen
Weisheit, Rat, Verstand und Zucht,
daß wir anders nichts beginnen
als nur, was dein Wille sucht;
dein Erkenntnis werde groß
und mach uns von Irrtum los.

Heinrich Held (1620-1659), Rechtsanwalt und evang. Liederdichter

 

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