EKD-Newsletter Nr. 221, 16. Oktober 2006

Vertrauensbildung im Nahen Osten -- Huber über den Weg der evangelischen Kirche -- Europäische Kulturpreise 2006 -- Verschiebung von "Wut" war richtig -- neuer Webauftritt der Diakonie -- E wie evangelisch -- Reisegeschichten aus der Bibel

Kirchenpolitik
1. Huber: Vertrauensbildung wichtigste Aufgabe im Nahen Osten
2. Wolfgang Huber sprach über den Weg der evangelischen Kirche

Kultur
3. Europäische Kulturpreise 2006 in Dresdner Frauenkirche verliehen
4. EKD-Rundfunkbeauftragter stützt ARD: Verschiebung von "Wut" war richtig
 
Medien
5. Webauftritt der Diakonie in neuem Gewand
6. E wie evangelisch

Religion
7. Neuaufbruch nach dem Zusammenbruch – Paulus

Worte zum Tag



Kirchenpolitik

1. Huber: Vertrauensbildung wichtigste Aufgabe im Nahen Osten

Blick auf zerstörte Häuser in BeirutDer Libanon dürfe nicht an den Rand der Aufmerksamkeit geraten, erklärte der Vorsitzende des Rates der EKD, Bischof Wolfgang Huber, zum Abschluss seiner zweitägigen Libanonreise am Sonntag in Beirut. Der Krieg zwischen Israel und der Hisbollah im Sommer habe gezeigt, dass Gewalt niemals eine Lösung sein könne. „Voraussetzung für den Frieden ist das Vertrauen zwischen den Menschen.“ Huber dankte der Evangelischen Gemeinde Beirut, die am Wochenende ihr 150jähriges Bestehen feierte, für ihren Einsatz während der Kriegstage im Juli und August. In dieser Gemeinde habe sich der Glaube durch die praktische Tat für die Flüchtlinge bewährt. Der Ratsvorsitzende zeigte sich erschüttert von der Zerstörung in den südlichen Stadtteilen Beiruts. „Wenn man sieht, wie einzelne Hochhäuser dem Erdboden gleich gemacht wurden, während die Nachbarhäuser fast unversehrt sind, wird die Verbindung von tödlicher Präzision und Zerstörungskraft erschreckend deutlich. Diese Bilder werden mich begleiten.“

http://www.ekd.de/presse/pm201_2006_rv_ende_beirutreise.html
http://www.ekd.de/gemeinden_gottesdienste/pm200_2006_rv_predigt_beirut.html
http://www.ekd.de/aktuell/50375.html

 

2. Wolfgang Huber sprach über den Weg der evangelischen Kirche

Logo Kirche der FreiheitDie evangelische Kirche sei in der modernen Gesellschaft zu klarer, erkennbarer Präsenz als „Kirche der Freiheit“ verpflichtet, erklärte der Vorsitzende des Rates der EKD, Bischof Wolfgang Huber, in einem Vortrag zum Thema „Barmherzigkeit mit den Zweiflern – Überlegungen zum Weg unserer Kirche“ in Offenburg. Sie müsse zur Auskunft fähig sein gegenüber den Menschen, die wieder verstärkt nach dem Glauben fragen. Zugleich dürfe sie „bedrohlichen Formen von Religion“, die die Freiheit gefährdeten, nicht das Feld überlassen. Bischof Huber diagnostizierte zwei Grundströmungen der heutigen Zeit: Säkularisierung als „Erosion der Bedeutung von Religion für das persönliche Leben wie für das gesellschaftliche Zusammenleben“ und zugleich die Wiederkehr der Religion. „Zwischen diesen beiden Diagnosen bewegt sich der Weg unserer Kirche.“

http://www.ekd.de/presse/pm194_2006_vortrag_huber_barmherzigkeit.html
http://www.ekd.de/vortraege/061007_huber_barmherzigkeit.html

 

Kultur

3. Europäische Kulturpreise 2006 in Dresdner Frauenkirche verliehen

Dresdner FrauenkircheIn der Dresdner Frauenkirche sind die Europäischen Kulturpreise 2006 verliehen worden. Die undotierten Ehrenauszeichnungen mit einer Skulptur erhielten das deutsch-russische Gesprächsforum "Petersburger Dialog" und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) gemeinsam mit der Russischen Orthodoxen Kirche. Für seine Verdienste um die deutsch-britische Verständigung wurde der Herzog von Kent geehrt. Die Auszeichnungen werden seit 1993 jährlich von der Europäischen Kulturstiftung "Pro Europa" mit Sitz in Basel vergeben.

http://www.ekd.de/aktuell_presse/
news-2006_10-11_2_europaeische_kulturpreise.html

http://www.europaeischer-kulturpreis.de/
http://www.europaeischer-kulturpreis.de/pdf/EKP06_kirchen3.pdf

 

4. EKD-Rundfunkbeauftragter stützt ARD: Verschiebung von "Wut" war richtig

Filmszene: Vater und Sohn im AutoRückendeckung für die umstrittene Verschiebung des Fernsehfilms "Wut" über einen türkischen Jugendbandenführer ins Spätabendprogramm hat die ARD vom Rundfunkbeauftragten der EKD und der evangelischen Freikirchen, Pfarrer Bernd Merz (Hamburg), erhalten. Er hält die Maßnahme, die in Teilen der Medien und der ARD kritisiert wurde, aus Gründen des Jugendschutzes für richtig. In dem WDR-Film von Regisseur Zülü Aladag gerät eine deutsche Familie des gehobenen Bürgertums in Konflikt mit einem Jungen aus einer türkischen Familie. Der Streit spitzt sich zu, bis der Vater, der gerade zum Professor ernannt worden ist, den Jungen umbringt. Ursprünglich sollte der Film am 27. September um 20.15 Uhr in der ARD laufen; die Ausstrahlung wurde dann auf 22 Uhr am 29. September verschoben. Merz betont in einer Presseerklärung, dass er den Film für außerordentlich gelungen ansieht.

http://www.ekd.de/aktuell_presse/news_2006_10_13_2_merz_wut.html
http://www.wdr.de/tv/fernsehfilm/0320_filmausgabe.phtml?id=1054
http://www.wdr.de/themen/politik/nrw02/integration/spielfilm/wut/index.jhtml

 

Medien

5. Webauftritt der Diakonie in neuem Gewand

Logo Diakonie KatastrophenhilfeDas neue Erscheinungsbild der Diakonie Katastrophenhilfe im Netz überzeugt. Mit einem durchdachten Layout und intuitiver Navigation präsentiert sich die Diakonie mit den Hilfeleistungen, Projekten und Serviceangeboten. Mit wenigen Mausklicks gelangt der interessierte Besucher schnell und einfach zu den einzelnen Artikeln. Das Onlinespenden steht klar im Vordergrund, jederzeit einblendbare Informationen beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema und zur eingesetzten Technik. Besonderer Wert wurde auf eine möglichst barrierefreie Umsetzung der Website gelegt - das ist auch in großem Umfang gelungen.

http://www.diakonie-katastrophenhilfe.de

 

6. E wie evangelisch

Logo E wie evangelischEvangelische Positionen und Gedanken sind ab sofort in neuer Form im Internet präsent. Auf bisher mehr als fünfzig thematischen Internetseiten mit Adressen wie z.B. www.e-anfang.de, www.e-eros.de, www.-e-freude.de, www.e-gott.de oder www.e-zuversicht.de beziehen evangelische Autorinnen und Autoren zum jeweiligen Thema persönlich Stellung. Das gemeinsame Erkennungsmerkmal ist das für "evangelisch" stehende "E-" vor den Domainnamen. Die Domain www.e-wie-evangelisch.de ist die zentrale Übersichtsseite mit einem Verzeichnis aller Themenseiten. Das Projekt E-wie-evangelisch wird laufend um weitere Seiten erweitert. Zu jeder Domain gehören die kurze Vorstellung der Autoren und weiterführende Links. In dem Projekt E-wie-evangelisch.de sind bisher dreißig Autorinnen und Autoren, darunter Landesbischöfin Margot Käßmann und Landesbischof Johannes Friedrich vertreten. Getragen wird das Projekt von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und der Evangelisch- Lutherischen Landeskirche Hannovers.

http://www.e-wie-evangelisch.de/

 

Religion

7. Neuaufbruch nach dem Zusammenbruch – Paulus

Cover Reisegeschichten der BibelReisen ist Prestige-Sache. Von der Wahl des Reiseziels über die gebuchte Klasse bis hin zum Design der Koffer - alles gibt Auskunft über den gesellschaftlichen Status eines Reisenden. Schnell lässt sich unterwegs daran ablesen, ob man es mit einem reisenden VIP oder mit einem Otto-Normaltouristen zu tun hat. Saul (54), den man seit längerer Zeit auch den kleinen Paulus nennt, ist viel unterwegs. Als Mitarbeiter des Außendienstes einer neuen religiösen Gruppierung, die man im syrischen Antiochia als „Christen“ bezeichnet, bereist er das Gebiet der Türkei und Griechenlands. Sein Ziel ist, Jesus als den Retter der Welt bekannt zu machen und Anhänger für die neue Glaubensgemeinschaft zu gewinnen. Gern schreibt er auch Briefe, die man dort lesen soll, wo er aufgetreten ist oder demnächst hinzureisen gedenkt.

http://www.ekd.de/bibel/reisegeschichten/paulus.html

 

Worte zum Tag

Wir wissen, dass die Welt nicht anders werden kann, wenn unser altes Herz - dieses trotzige und verzagte Ding - nicht zuerst anders wird.

Helmut Thielicke (1908-1986), evangelischer Theologieprofessor