EKD-Newsletter Nr. 249, 25. Juni 2007

Kirchenpolitik
1. Gemeinsames Wort der Kirchen zum Thema Rechtsextremismus
2. Delegation informiert sich über die Situation der Christen im Nahen Osten

Religion
3. EKD-Auslandsbischof zu 50 Jahre Missionsakademie
4. Bischof Huber würdigt Paul Gerhardt
5. Friedrichstadt: Stadt der religiösen Toleranz
6. Raststätten für Sinne und Seele

Medien
7. Film des Monats Juli 2007: Erde und Asche

Worte zum Tag

 

Kirchenpolitik

1. Gemeinsames Wort der Kirchen zum Thema Rechtsextremismus

Demonstranten gegen Rechts in MagdeburgLeitende Geistliche der evangelischen Kirche und der katholischen Kirche in Sachsen-Anhalt haben sich mit einem Gemeinsamen Wort zum Thema Rechtsextremismus an die mehr als 470.000 Christinnen und Christen des Bundeslandes gewandt. Darin fordern sie alle Kirchenmitglieder auf, sich einzumischen und stark zu machen für eine demokratische, weltoffene Gesellschaft. Der Text wurde am gestrigen Sonntag  – genau ein Jahr nach der Verbrennung des "Tagebuchs der Anne Frank" auf einer "Sonnenwendfeier" in Pretzien – als Kanzelabkündigung in den Gottesdiensten verlesen. "Übergriffe extremistischer Gruppen und Einzelpersonen gab es an unterschiedlichen Orten in Sachsen-Anhalt, zuletzt auf erschreckende Weise in Halberstadt. Intoleranz und Gewalt sind nicht vereinbar mit grundlegenden Werten des Zusammenlebens in unserer Gesellschaft. Sie sind erst recht nicht vereinbar mit der Botschaft des christlichen Glaubens", heißt es in dem Gemeinsamen Wort. "Wir brauchen unter uns eine Kultur der Aufmerksamkeit. Schauen Sie nicht weg, wenn in Ihrem Lebensumfeld extremistisches Gedankengut um sich greift! Widersprechen Sie rechten Parolen, die für gesellschaftliche Probleme radikale und einfach klingende Lösungen fordern!“

http://www.ekd.de/aktuell_presse/pm53_2007_kps_wort_rechtsextremismus.html
http://www.ekd.de/aktuell_presse/news_2007_06_20_1_kirchen_rechtsextremismus.html



2. Delegation informiert sich über die Situation der Christen im Nahen Osten

Christen während eines Gottesdienstes im LibanonBis zum 29. Juni reist eine gemeinsame Delegation der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der katholischen Deutschen Bischofskonferenz nach Beirut und Kairo. Im Mittelpunkt der Solidaritätsreise steht der Austausch mit dem Middle East Council of Churches (MECC, nahöstlicher Kirchenrat) über die Lage der Christen im Nahen Osten. Neben Begegnungen mit hochrangigen Repräsentanten der christlichen Kirchen, darunter Patriarch Mar Nasrallah Boutros Sfeir, Oberhaupt der maronitischen-katholischen Kirche, Katholikos Aram I., Oberhaupt der armenisch-orthodoxen Kirche, sowie Papst Shenouda III., Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche, sind Treffen mit hochrangigen Vertretern des Islam wie Scheich Mohammed Sayed Tantawi, Imam der Al-Azhar-Moschee in Kairo, geplant.

http://www.ekd.de/presse/pm123_2007_emk_reise_beirut_kairo.html
http://www.ekd.de/aktuell_presse/news_2007_06_19_4_delegation_beirut_kairo.html

 

Religion

3. EKD-Auslandsbischof zu 50 Jahren Missionsakademie

Eingang der Hamburger Missionsakademie Mission und Dialog seien für die christliche Theologie aus inneren theologischen Gründen aufeinander bezogen, erklärte der Auslandsbischof der EKD, Martin Schindehütte, anlässlich der Feier zum 50jährigen Bestehen der Missionsakademie in Hamburg. Dazu brauche die Kirche den Ausbau von Strukturen und Kompetenzen, "die einen lebensdienlichen Dialog ermöglichen." Der Auslandsbischof der EKD sieht darin eine wichtige Aufgabe der Missionsakademie in Hamburg, die gemeinsam vom Evangelischen Missionswerk in Deutschland (EMW) und der Universität Hamburg getragen wird. Es brauche sowohl den wissenschaftlichen als auch den kirchlichen Aspekt der von der Missionsakademie geleisteten Arbeit, machte Martin Schindehütte in seinem Festvortrag deutlich.

http://www.ekd.de/presse/pm126_2007_mission_und_dialog.html
http://www.ekd.de/vortraege/070620_schindehuette_mission.html
http://www.missionsakademie.de

 

4. Bischof Huber würdigt Paul Gerhardt

Bischuf Huber beim JohannesempfangHeute würde man ihn einen Popstar nennen, sagte der Vorsitzende des Rates der EKD, Bischof Wolfgang Huber, über Paul Gerhardt (1607-1676). Huber würdigte Gerhardt in seiner Rede zum 400. Geburtstag des protestantischen Liederdichters beim diesjährigen Johannis-Empfang der EKD in Berlin. Gerhardts Lieder gehörten "neben Grimms Märchen und Luthers Bibelübersetzung zu den bekanntesten Texten deutscher Sprache überhaupt". Sie hätten Komponisten wie Johann Sebastian Bach und Max Reger und Schriftsteller wie Matthias Claudius und Theodor Fontane angeregt und beschäftigt. Alle diese Lieder "künden nicht von Verzweiflung, sondern von Vertrauen", betonte der Ratsvorsitzende, der seiner Rede die Liedzeile "Hoff und sei unverzagt!" als Überschrift voran stellte. "Das Wort ‚unverzagt’ hat es Paul Gerhardt angetan", unterstrich Huber, der in diesem Begriff ein Leitmotiv "für ihn wie für uns" ausmachte. Und das, obwohl der Dichter "in grausigen Zeiten" lebte: Drei Jahrzehnte, von seinem elften bis zu seinem 41. Lebensjahr verbrachte er im Krieg. "Nach dem Krieg sind auch die Seelen der Menschen versehrt. Im Alltag der Katastrophe hat sich die Gottvergessenheit breit gemacht. Paul Gerhardt will deswegen mehr als eine Waffenruhe. Er möchte auch Frieden zwischen Gott und den Menschen", beschrieb der Ratsvorsitzende die Situation.

http://www.ekd.de/presse/pm126_2007_johannisempfang.html
http://www.ekd.de/vortraege/070621_huber_johannisempfang.html
http://www.paul-gerhardt-jahr.de

 

5. Friedrichstadt: Stadt der religiösen Toleranz

Straßenzug in Friedrichstadt.Mit seinen Kanälen, Brücken und Giebeln gleicht Friedrichstadt einer holländischen Idylle. Die wenigsten Touristen wissen jedoch, dass der kleine nordfriesische Ort mit seinen 2.500 Einwohnern seit Jahrhunderten als "Stadt der religiösen Toleranz" gilt. Lutheraner, Remonstranten, Mennoniten, Katholiken und Juden leben seit jeher friedlich miteinander. Der Kieler Landtag schlug ihn deshalb 2004 zusammen mit archäologischen Sehenswürdigkeiten der Region als UNESCO-Weltkulturerbe vor. Jetzt bieten die Kirchen gemeinsam Stadtrundgänge an. Holländische Remonstranten gründeten die Stadt 1621 mitten im 30-jährigen Krieg in der sumpfigen Niederung der Treene. Herzog Friedrich III. hatte die protestantischen Remonstranten, die von den Calvinisten wegen ihres freiheitlichen Glaubens verfolgt wurden, nach Schleswig-Holstein geholt.

http://www.ekd.de/aktuell/54214.html
http://www.friedrichstadt.de

 

6. Raststätten für Sinne und Seele

Schriftzug AutobahnkirchePlötzlich ist das unaufhörliche Brummen der Motoren verschwunden. Wer die schwere Eisentür der Baden-Badener Autobahnkirche hinter sich schließt, tritt hinein in die Stille. Die Hektik bleibt zurück, Sinne und Seele können Ruhe tanken. Etwa 300.000 Menschen machen jedes Jahr in Deutschlands meistbesuchter Autobahnkirche St. Christophorus Halt. Zum bundesweiten Aktionstag der Autobahnkirchen übertrug das ZDF gestern einen Live-Gottesdienst aus St. Christophorus. Die anderen 30 deutschen Kirchen und Kappellen an den Schnellstraßen boten ab 14 Uhr eine Kurzandacht mit Reisesegen an. Wer möchte, konnte sich auch per SMS einen Reisesegen auf sein Handy schicken lassen. Eine Aktion, die erstmals im vergangenen Jahr stattfand. Schätzungen zufolge besuchen etwa eine Million Menschen die Stätten der Ruhe und der Stille.

http://www.ekd.de/aktuell/54201.html
http://www.ekd.de/aktuell_presse/news-2007_06_20-2_autobahnkirchen.html
http://www.autobahnkirche.info

 

Medien

7. Film des Monats Juli 2007: Erde und Asche

Filmszene: Dastagir mit seinem Enkel Yassin in der Einöde Afghanistans.Mitten in einer staubigen Einöde Afghanistans steigt der alte Dastagir mit seinem Enkel Yassin aus dem Bus. Sie erreichen eine beschädigte Brücke, die ein ausgetrocknetes Flussbett überspannt. Beide sind auf dem Weg zu Yassins Vater, der in einer Kohlenmine arbeitet, um ihm schreckliche Nachrichten zu überbringen: vom Tod ihrer Angehörigen und von der Zerstörung ihres Dorfes durch kriegerische Gewalt. Der Film ist ein Trauer- und Klagegesang, der den Leiden der vielen namenlosen Opfer des Krieges eine Stimme verleiht. In eindringlichen Bildern öffnet sich der Raum für die traumatischen Erfahrungen, die Großvater und Enkel erlitten haben. Einsam und hilflos, versetzt in eine unwirtliche, lebensfeindliche Szenerie, verkörpern sie die Lähmung, die die Kriegserfahrung hinterlassen hat.

http://www.filmdesmonats.de/vorschau.php

 

Worte zum Tag

Der Engel in dir
freut sich über dein
Licht
weint über deine Finsternis
Aus seinen Flügeln rauschen
Liebesworte
Gedichte Liebkosungen
Er bewacht
deinen Weg
Lenk deinen Schritt
Engelwärts

Rose Ausländer (1901-1988), jüdische Lyrikerin

 

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