EKD-Newsletter Nr. 261, 15. Oktober 2007

EKD-Newsletter Nr. 261, 15. Oktober 2007
ISSN 1616-0304

Kirchenpolitik
Auslandsbischof erinnert an biblische Argumente gegen die Todesstrafe
Vorwürfe gegen „Klarheit und gute Nachbarschaft“ zurückgewiesen
EKD-Studie zum subjektiven Erleben von Armut
 
Religion
Zum neuen Bestseller von Richard Dawkins
31. Oktober ist Reformationstag
VELKD-Publikation zum Taufgedächntnis
 
Diakonie
Wolfgang Huber zu den aktuellen Herausforderungen in der Pflege

Bildung
Hochschulbeirat der evangelischen Kirche gegründet

Europa
Neue Länderinformationen zum Baltikum, zu Tschechien und der Slowakei

Medien
Kino-Tipp: „Das Reichsorchester - Die Berliner Philharmoniker und der Nationalsozialismus“
Die Große HörBibel: In 80 Stunden durch das Buch der Bücher

Worte zum Tag



Kirchenpolitik

Kainszeichen gegen die Todesstrafe
Auslandsbischof erinnert an biblische Argumente gegen die Todesstrafe

Stacheldrahtzaun vor einem GefängnisNoch 68 Staaten weltweit kennen die Möglichkeit, Verbrecher mit dem Tod zu bestrafen. Auch bei vielen Kirchen hat es bedrückend lang gedauert, bis ein klares Nein zur Todesstrafe ausgesprochen wurde. Der Auslandsbischof der EKD, Martin Schindehütte, erinnerte anlässlich des internationalen Tages gegen die Todesstrafe an die biblische Geschichte von Kain und Abel, die zeige, dass es nicht Ziel sein könne, Täter aus der Gemeinschaft zu entfernen, sondern gemeinsam nach Wegen gesucht werden müsse, sie in die Gemeinschaft zurück zu führen.

http://www.ekd.de/aktuell/55559.html
http://www.ekd.de/presse/pm194_2007_tag_gegen_die_todesstrafe.html

 

Vorwürfe gegen „Klarheit und gute Nachbarschaft“ zurückgewiesen
Kritiker würden nicht das breite Spektrum der Diskussion wiedergeben

Gespräch zwischen Muslimin und NichtmusliminDer Vorsitzende des Rates der EKD, Bischof Wolfgang Huber, hat die in einem von Jürgen Micksch herausgegebenen Band erhobenen pauschalen Vorwürfe gegen die EKD-Handreichung „Klarheit und gute Nachbarschaft“ in einer ersten Stellungnahme zurückgewiesen. Die von verschiedenen Professoren in dem Buch „Evangelisch aus fundamentalem Grund. Wie sich die EKD gegen den Islam profiliert“ gemachten Vorhaltungen gingen im Wesentlichen an der Intention und den Aussagen der Handreichung der EKD vorbei. Sie bilde auch nicht das breite Spektrum der Diskussion ab, die durch diese Handreichung ausgelöst wurde, sondern vermittle ein höchst einseitiges Bild. Demgegenüber begrüßt Huber es, wenn die Diskussion zum Verhältnis von Christen und Muslimen in Deutschland verbreitert und vertieft wird.

http://www.ekd.de/presse/pm196_2007_kritik_christen_muslime.html
http://www.ekd.de/download/ekd_texte_86.pdf

 

EKD-Studie zum subjektiven Erleben von Armut

Obdachlose in Berlin"Gerechte Teilhabe" aller Menschen an den gesellschaftlichen Prozessen forderte die EKD im Jahr 2006. Wie Teilhabe konkret aussehen kann und wodurch sie verhindert wird, fragt die Studie "Teilhabe von unten" des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD (SI), deren Ergebnisse am 8. Oktober in Hamburg der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Am Beispiel von Menschen, die in Hamburg-Wilhelmsburg in Gruppendiskussionen befragt wurden, erforscht und systematisiert das Projekt nicht nur Aspekte der Armut, sondern ebenso Ressourcen, Perspektiven und Träume verschiedener Gruppen armer Menschen und ihre Wünsche nach Teilhabe. Dabei deckt die Studie des SI Bruchstellen des Teilhabe-Ideals auf. "Die Strategien, die den Betroffenen helfen, als ‚Deutungsgemeinschaft’ ihre Situation zu bewältigen, verstärken zugleich die Ausgrenzung" erläutert Claudia Schulz, die im Auftrag des SI die Studie erarbeitet hat. Der finanzielle Aspekt der Ausgrenzung mache dies besonders deutlich: "Die Betroffenen gehen davon aus, auch zukünftig von staatlicher Unterstützung leben zu müssen. Sie halten ihre momentane Bedürftigkeit für unüberwindbar."

http://www.ekd.de/presse/pm195_2007_studie_zur_armut.html
http://www.ekd.de/aktuell_presse/news_2007_10_12_1_si_armutsstudie.html
http://www.ekd.de/swi/index.html

 

Religion

Ob ein Virus dahinter steckt?
Zum neuen Bestseller von Richard Dawkins

Millenniums-Park in ChicagoMit „Gotteswahn“ von Richard Dawkins hat die Stimmungsmache gegen Religion und den Glauben an Gott neue Konjunktur erhalten. Doch wer genauer hinschaut, trifft vornehmlich Altbekanntes und vermisst eine wirkliche Auseinandersetzung mit Theologie und Philosophie. Die Kulturbeauftragte des Rates, Petra Bahr, hat sich zu dem neuen „Bestseller“ Gedanken gemacht.

http://www.ekd.de/aktuell/55579.html

 

31. Oktober ist Reformationstag

Szene aus Animationsfilm: Luther schreibt seine 95 ThesenAm 31. Oktober feiert die evangelische Kirche den Reformationstag, der in einigen Regionen im Osten Deutschlands ein staatlich geschützter Feiertag ist. Viele Kirchengemeinde in Deutschland feiern an diesem Tag Gottesdienst und bieten andere Veranstaltungen an. Unter www.reformationstag.de sind ab 18. Oktober bundesweit Gottesdienste und Veranstaltungen zum Reformationstag recherchierbar, außerdem bietet die Website Informationen, Animationen und Ecards zum Reformationstag an.

http://www.reformationstag.de

 

VELKD-Publikation zum Taufgedächntnis

TaufkanneEine Arbeitshilfe mit zahlreichen Gottesdienstentwürfen und Materialien hat jetzt die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) unter dem Titel „Die Feier des Taufgedächtnisses“ herausgegeben. In der Einleitung der 48-seitigen liturgischen Handreichung heißt es, es liege eine „große missionarische Chance“ darin, immer wieder an die Taufe anzuknüpfen. Die VELKD bekräftigt die Praxis der Taufe von kleinen Kindern. Sie sieht die Kirche deshalb in einer „besonderen Verantwortung“, das Gedächtnis der Taufe aller Getauften regelmäßig zu feiern. Das Sakrament der Taufe verbinde alle christlichen Konfessionen und habe deshalb eine besondere ökumenische Bedeutung.

http://www.velkd.de/aktuell/presse.php3?id=524
http://www.velkd.de/Taufgedaechtnis.pdf

 

Diakonie

Wolfgang Huber zu den aktuellen Herausforderungen in der Pflege

Pflegerin bei ambulater PflegeDer Ratsvorsitzende der EKD, Bischof Wolfgang Huber, hat die geplante Pflegereform begrüßt, zugleich aber einen "kontinuierlichen Reformprozess" angemahnt. Nicht nur die Anzahl der pflegebedürftigen Menschen werde in Zukunft wachsen, sondern auch deren "Beziehungsbedürftigkeit", sagte Huber am Mittwoch auf einem Pflege-Kongress der Diakonie und der Evangelischen Akademie zu Berlin. Die Gesellschaft werde nicht nur älter, sondern auch einsamer. Huber warnte, die Pflege als "Beziehungsgeschehen" sei derzeit akut gefährdet. Kostendruck und Rahmenbedingungen in Krankenhäusern und Altenheimen machten gute Pflege schwer. Der Berliner Bischof forderte eine angemessene Entlohnung von Pflegekräften und eine Abkehr von der Pflege im Minutentakt. Der Zeittakt in der Pflege erinnere an die Frühzeiten der Industrieproduktion. Es gehe darum, Pflegebedürftige nicht als defizitäre menschliche Wesen, sondern als Menschen mit unantastbarer Würde zu betrachten, sagte Huber.

http://www.ekd.de/presse/pm201_2007_huber_pflege.html
http://www.ekd.de/vortraege/huber/55568.html
http://www.ekd.de/aktuell_presse/news_2007_10_10_huber_pflege.html

 

Bildung

Hochschulbeirat der evangelischen Kirche gegründet

Der Beiratsvorsitzende, der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich (li.), und der Präsident der Humboldt-Universität, Christoph Markschies, nach dem Festakt vor der Humboldt-Universität.In der Berliner Humboldt-Universität ist in der vergangenen Woche der Evangelische Hochschulbeirat gegründet worden. Bei dem Festakt erklärte der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich, Mitglied des Rates der EKD, die evangelische Kirche wolle durch ihre Präsenz an den Hochschulen Menschen dazu befähigen, "die Grenzen der je eigenen Erkenntnis wahrzunehmen und zu reflektieren". Im Wissen um ihre eigenen Grenzen könnten sie den Dialog mit anderen Wissenschaften suchen, "um so zum Wohle der Menschen und der Gesellschaft zu arbeiten". Der Evangelische Hochschulbeirat soll die kirchlichen Akteure an der Hochschule vernetzen, Expertisen zu hochschulpolitischen Themen erarbeiten und Veranstaltungen zum Verhältnis von Kirche und Hochschule anbieten.

http://www.ekd.de/presse/pm198_2007_hochschulbeirat.html
http://www.ekd.de/aktuell_presse/
news_2007_10_09_2_ev_hochschulbeirat.html

 

Ausland

Neue Länderinformationen zum Baltikum, zu Tschechien und der Slowakei

OstseestrandDie Informations- und Kontaktstelle Osteuropa (IKOE) im Kirchenamt der EKD trägt die vielfältigen kirchlichen und diakonischen Kontakte in die mittel- und osteuropäischen Länder zusammen und stellt diese Informationen der Öffentlichkeit zur Verfügung. In dieser Woche sind drei überarbeitete Broschüren erschienen. Alle Länderinformationen werden auch als Download angeboten unter:

http://www.ekd.de/europa/ekd_und_europa.html
http://www.ekd.de/presse/pm199_2007_laenderinformationen.html

 

Medien

Kino-Tipp: „Das Reichsorchester
Die Berliner Philharmoniker und der Nationalsozialismus“

FilmszeneDie Berliner Philharmoniker feiern in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen. Dabei beschäftigen sie sich auch mit dem wenig ruhmreichen Teil ihrer Geschichte: der Zeit zwischen 1933 und 1945. Zum ersten Mal wird in der Dokumentation von Enrique Sánchez Lansch über die Rolle des weltberühmten Orchesters in der Zeit des Nationalsozialismus berichtet. Wie war es, Mitglied der Berliner Philharmoniker zu sein, als das Orchester eingespannt wurde für einen Kulturkampf, der in seinem aggressiven Antisemitismus gegenüber den Musikern und deren Familien keinen Halt machte? Wie es dazu kam und warum eine umfassende Nazifizierung des Orchesters ausgeblieben ist, wird in diesem Dokumentarfilm, der sich ausschließlich auf persönliche Erinnerungen ehemaliger Orchestermitglieder stützt, eindrücklich und fesselnd erzählt. Die Eikon Produktion startet am 1. November deutschlandweit in den Kinos. Der Film wird am 29. November in einer gekürzten Fassung in der ARD ausgestrahlt.

http://www.eikon-film.de
http://www.delicatessen.org/film.html

 

Die Große HörBibel: In 80 Stunden durch das Buch der Bücher

Komplettpaket 'Die große Hörbibel'Die Deutsche Bibelgesellschaft gibt eine komplette Hörbibel in der revidierten Übersetzung nach Martin Luther von 1984 heraus. Die Große HörBibel ist eine szenische Lesung, bei der mehr als 80 Schauspielerinnen und Schauspieler in verteilten Rollen mitgewirkt haben. Darunter sind so bekannte Namen wie Christian Brückner, der sich auch als Synchronsprecher einen Namen gemacht hat, sowie Marianne Rogée und Peer Augustinski. „Die Große HörBibel als Komplett-Lesung ist packend und lebendig wie ein Hörspiel – und das ist gerade bei biblischen Geschichten ein bedeutender Erfolgsfaktor“, erklärt Hannelore Jahr, Leiterin des Lektorats der Deutschen Bibelgesellschaft. Offizieller Erscheinungstermin der insgesamt 80 Audio-CDs ist der 1. November 2007. Bis zum Jahresende gilt ein ermäßigter Einführungspreis für die Große HörBibel. Sie ist ebenfalls in einer MP3 – Ausgabe erhältlich. Die Deutsche Bibelgesellschaft nimmt ab sofort für beide Ausgaben Vorbestellungen entgegen.

http://www.dbg.de

 

Worte zum Tag

Wir wissen, dass die Welt nicht anders werden kann, wenn unser altes Herz – dieses trotzige und verzagte Ding – nicht zuerst anders wird.

Helmut Thielicke (1908-1986), evangelischer Theologieprofessor


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