Pfingsten ist ein Kommunikationswunder!

Nikolaus Schneider

07. Juni 2014

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Pfingstbotschaft des EKD-Ratsvorsitzenden

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Das Pfingstfest steht für das Wunder des Verstehens: Gottes Geist öffnet die Herzen der Menschen für die Botschaft des Evangeliums und lässt Menschen neu auf Gott und aufeinander hören – über Sprachgrenzen und kulturelle Schranken hinweg.

„Wir hören sie in unsern Sprachen von den großen Taten Gottes reden.“ – so wunderten sich die Menschen, die in Jerusalem Zeugen der ersten Pfingstpredigten der Jünger Jesu wurden (Apostelgeschichte 2,11).

Gottes Geist bewirkt bis heute neues Verstehen und neue Verständigung. Er inspiriert gelingende Kommunikation – in unseren persönlichen Lebensbezügen, in unserer Kirche und auch in unserem politischen Reden und Handeln.

Deutschland, Europa und die ganze Welt stehen vor vielen Herausforderungen und Krisen, deren Bewältigung ganz dringend auf ein neues Verstehen und Verständnis von Menschen voneinander und füreinander angewiesen ist.  In diesem Jahr erinnern wir den Ausbruch des ersten und des zweiten Weltkrieges. Wir erinnern uns hierbei auch an unser eigenes Versagen als Kirche.

Unser Gedenken an diese Bruchstellen der Geschichte verbindet sich mit der pfingstlichen Bitte an Gott:
„Lass Deinen Geist unsere Herzen und unseren Verstand bewegen, dass wir unsere Ansprüche und Interessen nicht mit militärischer Gewalt durchsetzen. Dass wir kriegerische Konflikte nicht mit Waffengeschäften befeuern. Lass uns  über innere und äußere Grenzen hinweg Vertrauen wagen und Schritte des Frieden gehen.“

Das pfingstliche Kommunikationswunder befreit aus Angst und Sprachlosigkeit gegenüber Aggression. Wir glauben: Gottes Geist weist uns Wege zu  friedlichen Formen der Intervention. Das gilt für unser privates Leben wie für  Konfliktregelungen zwischen Staaten. Und wir sind dankbar, dass politisch verantwortliche  Menschen unseres Landes vom pfingstlichen Geist gestärkt dem Frieden dienen.