Eikon-TV-Produktion „Hunger“ heute in der ARD

Nikolaus Schneider: „Herausragender Dokumentarfilm zum Verständnis der Hungerproblematik in der Welt“

25. Oktober 2010

Logo der EKD Als einen „herausragenden Dokumentarfilm und ganz wesentlichen Beitrag zum Verständnis der Hungerproblematik in der Welt“ hat der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, den Dokumentarfilm „Hunger“ von Marcus Vetter und Karin Steinberger gewürdigt, der am heutigen Montag, dem 25. Oktober, um 22.45 Uhr in der ARD ausgestrahlt wird. „Der Film ist eine gute Unterstützung der Anstrengungen der Kirchen zu Bekämpfung des Hungers“, sagte Schneider heute in Hannover.

Obwohl weltweit zehn Prozent mehr Lebensmittel produziert werden als für die Ernährung der Menschheit notwendig sind, hungern etwa ein Milliarde Menschen. „Hunger“, sagt die indische Humangenetikerin Suman Sahai im Film, „ist eine entwürdigende Situation. Es ist das elementarste Elend. Man kann krank sein, aber dennoch Hoffnung haben. Aber die Hilflosigkeit, die mit Hunger verbunden ist, ist entwürdigend. Er ist eine Schande für jede Gesellschaft. Obwohl es möglich wäre, Essen zu produzieren und den Hunger zu eliminieren, haben wir versagt.“

Diese Erfahrungen haben auch die Autoren Marcus Vetter und Karin Steinberger bei den Recherchen für ihren Film gemacht. In fünf Ländern haben sie gedreht, nach Ursachen gefragt, Menschen zugehört. Fast immer trifft es die Kleinbauern. In Indien hat genverändertes Saatgut einheimische Bauern in die Schuldenfalle getrieben. In Haiti verloren sie ihre Existenz wegen des Imports von billigem US-Reis. In Brasilien vernichten Großagrarier mit riesigen Soja- und Maisfarmen den Regenwald, Kleinbauern haben keine Chance. Mit Soja und Mais werden die Tiere gefüttert, die in der ersten, der industrialisierten Welt verzehrt werden. In Mauretanien haben ausländische Fangflotten das Meer leergefischt, viele Einheimische treibt die Not zur Flucht nach Europa. In der Turkana im Norden Kenias sind die Menschen in vielen Dörfern auf Lebensmittelhilfe angewiesen und den Massai, einst stolzen Viehzüchtern, verdorrt das Land unter den Füßen, weil die Regierung ihnen das Wasser abzapft, da es für die Rosenzuchtfabriken rund um Nairobi gebraucht wird. Die meisten Rosen werden nach Europa transportiert.

 „Hunger“, produziert von der EIKON, der Film- und Fernsehproduktionsgesellschaft der EKD, ist Teil der ARD-Themenwoche „Essen ist Leben“. Marcus Vetter hat für seine Dokumentarfilme bereits zahlreiche Preise (u. a. den Deutschen Filmpreis für die EIKON-Produktion „Das Herz von Jenin“, Grimme-Preis, Cinema for Peace Award) erhalten. Karin Steinberger arbeitet für die Süddeutsche Zeitung und wurde für ihre Reportagen mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Medienpreis für Menschenrechte.

Eine Bildungs-DVD zum Thema Hunger produzierte die EIKON in Zusammenarbeit mit Brot für die Welt, dem Evangelischen Entwicklungsdienst (EED), dem Evangelischen Zentrum für entwicklungsbezogene Filmarbeit (EZEF), der Welthungerhilfe, dem Deutschen Entwicklungsdienst (ded), der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (gtz), dem Bischöflichen Hilfswerk MISEREOR und INKOTA, dem Netzwerk der Eine-Welt-Läden. Die DVD ist über die Hilfswerke und über die SWR Media zu beziehen.

Sendetermine des Films „Hunger“:
25. Oktober, 22.45 Uhr im Ersten im Rahmen der ARD-Themenwoche „Essen ist Leben“
26. Oktober, 20.15 Uhr auf Phoenix mit anschließender Diskussion
27. Oktober, 20.15 Uhr auf Eins Plus
5. und 12. November, SWR Fernsehen, Planet Schule

Hannover, 25. Oktober 2010

Pressestelle der EKD
Reinhard Mawick