Leitender Bischof der VELKD führte Landesbischof Manzke ein

Kirchen können Herausforderungen in der Gesellschaft nur gemeinsam bewältigen

08. Januar 2010

Logo der EKD „Die Herausforderungen an die Kirchen sind in unserer Gesellschaft so immens, dass wir sie nur gemeinsam bewältigen können und uns nicht immer weiter voneinander entfernen dürfen.“ Darauf hat der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), hingewiesen. In der Ökumene sei die VELKD in der Lage, „eine gute Rolle in der Verständigung zu spielen“, sagte Friedrich, der am 9. Januar den neuen Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe, Dr. Karl-Hinrich Manzke, in Bückeburg in sein Amt einführte. Zu den Aufgaben eines Landesbischofs gehöre es, alles zu tun, um das friedliche Miteinander der Kirchen zu fördern. Johannes Friedrich wörtlich: „Nicht die Abgrenzung von anderen Kirchen ist heute so sehr nötig, als vielmehr das Gespräch, um zu verstehen zu versuchen: Warum denkt der andere anders als ich? Warum ist sein Kirchenverständnis so ganz anders, dass er meint, andere Verständnisse für defizitär halten zu müssen? Und worin liegt dennoch das Gemeinsame, zum Beispiel im gemeinsamen Verständnis der Rechtfertigungslehre?“ Der Landesbischof habe die Funktion das Miteinander der Christen durch die Zeiten zu symbolisieren und die Verbindung herzustellen zu den Christen auf der ganzen Welt. „Denn wir leben nicht alleine in unserer Gemeinde, oder in unserer Landeskirche oder in der VELKD – wir haben Schwestern und Brüder in der ganzen Welt. Es ist Aufgabe des Bischofs durch Besuche diese Verbindung deutlich zu machen, insbesondere auch zu den anderen Kirchen des Lutherischen Weltbundes. Diese weltweite Verbindung zu Lutheranern auf der ganzen Welt macht auch uns zu einer Weltkirche.“

Als wichtigste Aufgabe eines Landesbischofs nannte Friedrich den Einsatz für Frieden und Einheit in der eigenen Kirche. Dies könne dann „auch mal auf Kosten der Deutlichkeit und Eindeutigkeit der eigenen Stellungnahme gehen, zu der wir ja ebenso verpflichtet sind, denn wir reden für die gesamte Kirche“. Eine zerstrittene Kirche tue sich schwer, den Menschen unserer Zeit glaubwürdig die Liebe Gottes und den Frieden, der von Gott her kommt, weiterzugeben. Hier seien deshalb auch die weniger angenehmen Pflichten eines Bischofs zu nennen, der sich mit den Konflikten zu beschäftigen habe, die es in einer Kirche gebe.

Karl-Hinrich Manzke (51) war am 23. Juni 2009 von der schaumburg-lippischen Landessynode zum Nachfolger von Landesbischof Jürgen Johannesdotter gewählt worden. Seinen Dienst hat Manzke am 14. Dezember 2009 angetreten. Bei der Einführung assistierte auch die Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann (Hannover).

Hannover, 09. Januar 2010

Udo Hahn
Pressesprecher