EKD fordert Schutz für „Zelt der Völker“

Auslandsbischof kritisiert Abrissanordnung israelischer Behörden

03. Juni 2010

Logo der EKD Der  Leiter der Hauptabteilung „Ökumene und Auslandsarbeit“ im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Martin Schindehütte, hat die Maßnahmen der israelischen Behörden gegen das palästinensische Friedens- und Begegnungsprojekt „Zelt der Völker“ scharf kritisiert. Die Behörden hatten vor einigen Tagen angeordnet, dass Teile des Projektes im Westjordanland nahe Bethlehem abgerissen werden sollen. Der förmliche Widerspruch gegen den Abriss wurde von der Besatzungsverwaltung jetzt zurückgewiesen.

Dagegen hat Bischof Schindehütte gemeinsam mit anderen Kirchenvertretern bei der israelischen Botschaft in Berlin protestiert und eine Aufhebung der Anordnung gefordert. Der Staat Israel müsse auch als Besatzungsmacht internationales Recht anerkennen und umsetzen, so Schindehütte. „Über das geschriebene Recht hinaus muss aber auch die Menschlichkeit ein Maßstab bleiben – und dies kann nicht nur für die berechtigten Sicherheitsinteressen der israelischen Bevölkerung und den Schutz jüdischer Siedler beansprucht werden“, so der EKD-Auslandsbischof heute in Hannover.

Info: Zelt der Völker

„Zelt der Völker“ ist ein von der christlichen Familie Nasser initiiertes Projekt nahe Bethlehem. Der Weinberg der Familie Nasser ist von drei jüdischen Siedlungen umgeben. Seit 1991 gab es immer Versuche der israelischen Behörden, das Gelände zu enteignen, sowie wiederholt Übergriffe durch israelische Siedler. Die Familie Nassar hat sich entschlossen, den Kampf um ihr Eigentum mit dem Aufbau eines Friedensprojektes zu verbinden. Auf Dahers Weinberg finden internationale Jugendbegegnungen statt. Im Februar dieses Jahres wurde eine für die Region zukunftsweisende Solarenergieanlage installiert. Geplant ist, in Zusammenarbeit mit der Organisation „Grünhelme“ Lehrwerkstätten einzurichten.

Hier gelangen Sie zur Homepage Dahers Weinberg

Hannover, 03. Juni 2010

Pressestelle der EKD
Reinhard Mawick