Sudanbeauftragter der EKD verurteilt erneute Kämpfe im Sudan

23. Mai 2011

Logo der EKD Mit großer Besorgnis reagierte der Sudanbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Volker Faigle, auf die jüngsten Kämpfe zwischen Truppen der nord- und der südsudanesischen Regierung  in der Grenzregion Abyei im Sudan. “Ich verurteile die Bombardierungen und bewaffneten Überfälle aufs Schärfste. Sie gefährden in erster Linie die Zivilbevölkerung, und stellen darüber hinaus eine ernsthafte Bedrohung des Friedens zwischen dem Nord- und dem Südsudan dar.” sagte Faigle auf der Internationalen ökumenischen Friedenskonvokation des Ökumenischen Rates der Kirchen, die zur Zeit in Jamaika tagt.

Der Sudanbeauftragte weist darauf hin, dass beide Regierungen, im Südsudan wie auch im Nordsudan, eine vorrangige Verpflichtung haben, die Zivilbevölkerung zu schützen: “Beide Seiten müssen unverzüglich bestehende Vereinbarungen respektieren und alle Handlungen unterlassen, die ein friedliches Miteinander zwischen Norden und Süden, der am 9.Juli unabhängig werden wird, gefährden könnten.”

Faigle begrüßt die Bemühungen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, mitzuhelfen, die Situation in die Ölregion Abyei zu entschärfen. Der Sudanbeauftragte schließt sich der Forderung des UN-Generalsekretärs nach sofortigem Abzug der Regierungstruppen aus dem besetzenden Abyei an. Die Besetzung stelle einen ernsthaften Bruch des 2005 geschlossenen Friedensabkommens dar. Die Kämpfe bewiesen erneut, dass die internationale Staatengemeinschaft weiterhin eine enorme Verpflichtung habe, sich für die volle Umsetzung des Friedensabkommens und für eine zügige, aber sorgfältige Klärung aller noch offenen Fragen zwischen den beiden Staaten zu engagieren.

Um ein friedliches Zusammenleben aller Menschen im Sudan zu gewährleisten, sei es außerdem unerlässlich, eine Friedenslösung für den Darfurkonflikt im Norden des Sudan zu erzielen, so Faigle weiter. Dort habe die nordsudanesische Armee unlängst ebenfalls erneut Ortschaften bombardiert, und die Arbeit der Hilfsorganisationen sei seitens der Regierung erheblich eingeschränkt worden. Der Sudanbeauftragte fordert alle Seiten auf, Hilfsorganisationen unverzüglich uneingeschränkten Zugang zu allen Opfern gewaltsamer Auseinandersetzungen im Sudan zu gewährleisten.


Hannover, 23. Mai 2011

Pressestelle der EKD
Silke Römhild