„Wir halten die Ökumene lebendig“

EKD-Ratsvorsitzender traf mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz zusammen

11. Juni 2010

Logo der EKD Präses Nikolaus Schneider und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, haben sich heute zu einem längeren Meinungsaustausch in St. Peter bei Freiburg getroffen.

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen aktuelle Fragen aus den Kirchen. Präses Nikolaus Schneider informierte dabei über die Aktivitäten der evangelischen Kirche während der Luther-/Reformationsdekade 2007 – 2017. Erzbischof Robert Zollitsch berichtete von den Bemühungen der deutschen Bischöfe zur Aufklärung und Prävention im Bereich sexueller Gewalt an Minderjährigen. Positiv bewerteten Schneider und Zollitsch die gute Atmosphäre auf dem Münchner Kirchentag: „Es war eindrucksvoll, die große Beteiligung junger Menschen und ihr Beten und Singen zu erleben, das die Generationen verband. Wir freuen uns auf den Evangelischen Kirchentag in Dresden und den Katholikentag in Mannheim, die beide die Erfahrungen von München lebendig erhalten sollen.“

Präses Schneider und Erzbischof Zollitsch sprachen auch über die aktuellen politischen Herausforderungen in Deutschland: „Die Kirchen müssen sich der aktuellen wirtschafts- und sozialpolitischen Themen annehmen. Deshalb haben wir uns in den vergangenen Tagen auch zum Sparpaket der Bundesregierung geäußert. Uns ist wichtig, dass wir unsere Verantwortung für die sozial Schwächeren und für künftige Generationen ernstnehmen.“

Erzbischof Zollitsch würdigte die Feierlichkeiten der evangelischen Kirche zum Melanchthon-Jubiläum: „Ich habe dort gespürt, wie lebendig die Ökumene in unseren Kirchengemeinden ist. Wir brauchen solche Gedenktage, um uns an die Geschichte zu erinnern, die uns mahnt, den Weg der Einheit zu suchen.“ Präses Schneider fügte im Blick auf Melanchthons Bemühungen um Verständigung zwischen den Parteien hinzu: „Melanchthon verstehen wir als Vorläufer unseres ökumenischen Miteinanders. Klare Positionen, auf Vermittlung angelegtes Argumentieren und freundliches, geschwisterliches Auftreten sind vorbildlich auch für unsere ökumenische Weggemeinschaft.“

Präses Schneider und Erzbischof Zollitsch unterstrichen nach ihrem Gespräch die Entschiedenheit, den ökumenischen Weg weiter zu beschreiten: „Wir halten die Ökumene lebendig. Vor allem können wir noch immer viel voneinander lernen. Irritationen in der Vergangenheit sind überwunden, wir schauen nach vorne.“

Hannover, 11. Juni 2010

Pressestelle der EKD
Reinhard Mawick