1. Land-Kirchen-Konferenz der EKD in Gotha

Katrin Göring-Eckardt: „Kirche bietet Heimat - in neuen kirchlichen Formen“

10. Juni 2011

Logo der EKD Vom 14. bis 16. Juni findet in Gotha die erste Land-Kirchen-Konferenz statt, die von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gemeinsam mit dem Kirchenkreis Gotha durchgeführt wird. Unter dem Titel „Auf dem Land daheim“ wollen die rund 70 Teilnehmenden aus ganz Deutschland sich mit den Herausforderungen auseinandersetzen, der die evangelische Kirche in ausgedünnten ländlichen Regionen gegenübersteht. Als besondere Gäste werden die Präses der EKD-Synode, Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt, und die Ministerpräsidentin von Thüringen, Christine Lieberknecht, erwartet.

Katrin Göring-Eckardt, die auch der Steuerungsgruppe für den Reformprozess „Kirche im Aufbruch“ vorsitzt, kennt die Herausforderungen ländlicher Kirchenarbeit: „Kirche ist eine der zentralen Beheimatungskräfte auf dem Land“, sagt sie. „Damit die Kirche aber in der Fläche bleibt, braucht es neue Formen kirchlicher Arbeit.“

Die Landkirchenkonferenz will  deutschlandweit interessante Projekte zusammengetragen, Erfahrungstausch ermöglichen und neue Ideen austauschen. Michael Lehmann, Superintendent im Kirchenkreis Gotha, sagt dazu: „Wir freuen uns, Gastgeber des ersten kollegialen Ideen- und Erfahrungsaustausches in dieser Art sein zu können. Das gab es so noch nicht. Und es ist gut, noch mehr voneinander zu lernen.“

„Kirche auf dem Land“ bildet eines der Schwerpunktthemen im Reformprozess „Kirche im Aufbruch“ der EKD. Die Land-Kirchen-Konferenz geht zurück auf einen Impuls von Landpfarrern und-pfarrerinnen, die im Juni 2010 vom Kirchenamt der EKD in Hannover zu einem Konsultationstag geladen waren. Damals wurde der Wunsch ausgesprochen, analog der bereits bestehenden Citykirchen-Konferenz ein Forum für kirchliches Leben und Arbeiten auf dem Land zu schaffen. Zahlreiche Fragen warten auf Antworten: Was ist zu tun, wenn die zu betreuendenOrtsgemeinden pro Pfarrer/in zahlreicher, die Zahl der Mitarbeiter/innen geringer, die Gottesdienstgemeinde kleiner wird?

Vizepräsident Dr. Thies Gundlach wird die erste Land-Kirchen-Konferenz inhaltlich eröffnen.  „Rückzug sollte nicht die erste Option der Kirche in ohnehin ausgedünnten Lebensräumen sein“, sagt er, „neue Formen der Arbeit und des ehrenamtlichen Engagements werden gesucht; vorbildhaft sind die vielen Bürgervereine zu nennen, die sich für den Erhalt ihrer Dorfkirche einsetzen.“

Wie das aussehen kann, darüber will die Land-Kirchen-Konferenz beraten. Dabei ist sie zuvörderst die Plattform für einen Erfahrungsaustausch. Katrin Göring-Eckardt ist hoffnungsfroh: „Wir glauben, dass es bereits viele gute Ideen und Lösungsansätze gibt. Wir müssen die Projekte mit Modellcharakter lediglich bekannter machen. Was wir uns in Gotha wünschen, sind Bilder von gelingender Kirchlichkeit in ausgedünnten Regionen. Wir wollen dazu beitragen, gemeinsam neue Wege für den haupt- und ehrenamtlichen Einsatz zu finden.“

Die Land-Kirchen-Konferenz ist zusammen mit Praktiker/innen für Praktiker/innen vorbereitet worden. Neben einer soziologischen Sicht auf den demografischen Wandel wird darauf geschaut werden, wie Kirche in früheren Jahrhunderten auf das Problem ausgedünnter Landschaften regierte. Geplant ist ein Podium für Praxisideen in Form von „Marktplatz“ und „speaker‘s corner“. Darüber hinaus sind ausführliche Exkursionen in der gastgebenden Region vorgesehen.

Hannover, 10. Juni 2011

Pressestelle der EKD
Silke Römhild