Jerzy Buzek erhält Martin-Luther-Medaille 2013

Preisverleihung am 31. Oktober in Heidelberg mit Ursula von der Leyen

30. September 2013

Der ehemalige polnische Ministerpräsident Prof. Dr. Jerzy Buzek wird in diesem Jahr mit der Martin-Luther-Medaille des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ausgezeichnet. Der 73-jährige Politiker gehört seit 2004 dem Europäischen Parlament an und war von 2009-2012 dessen erster osteuropäischer Präsident.

Erstmalig wird damit die Auszeichnung an einen nichtdeutschen Preisträger verliehen. Buzek ist evangelisch-lutherischer Konfession und gehört damit zur Minderheit im mehrheitlich katholischen Polen. Der Chemieprofessor zählte Anfang der Achtziger Jahre zu den führenden Köpfen von Solidarnosc, der ersten freien Gewerkschaft in Osteuropa und hat sich auch als Politiker immer wieder für Solidarität und Gerechtigkeit eingesetzt.

Als Präsident des Europäischen Parlaments hat sich der Lutheraner stark für die Bewahrung und Stärkung des Grundrechts auf Religionsfreiheit eingesetzt und immer wieder an den besonderen Beitrag des Christentums für den Prozess der europäischen Integration erinnert. So hat er sich in Brüssel als starker Fürsprecher eines regelmäßigen Dialogs zwischen Kirchen und EU-Institutionen profiliert.

Jerzy Buzek engagiert sich aus seiner christlichen Grundhaltung heraus zudem bis heute für die Bewahrung des Andenkens an die Verbrechen des Holocaust. Während seiner Amtszeit als polnischer Ministerpräsident wurde auf seine Initiative hin in Oswiecim, der Stadt, in dem sich die Gedenkstätten und das Museum des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau befinden, das Internationale Bildungszentrum für Menschenrechtsfragen eingerichtet.

Die Preisverleihung nimmt der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider am 31. Oktober 2013 um 18:30 Uhr im Rahmen des Festgottesdienstes in der Heiliggeistkirche in Heidelberg vor. Für die Laudatio wurde die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Ursula von der Leyen, gewonnen.
Die Auszeichnung der Martin-Luther-Medaille wurde vom Rat der EKD 2008 eingerichtet, um besondere Verdienste um den deutschen Protestantismus zu würdigen. Sie wurde erstmals im Jahre 2008 an den Theologen und Dichter Klaus-Peter Hertzsch verliehen.

Danach folgten als Preisträger im Jahr 2009 der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker, im Jahr 2010 mit Astrid Hahn, Barbara Lambrecht-Schadeberg und Cornelia Schäfer drei Preisträgerinnen aus dem Bereich Kirche und Bildung, im Jahr 2011 Harald Bretschneider, einer der wichtigsten kirchlichen Protagonisten der friedlichen Revolution in der DDR, und im vergangenen Jahr 2012 Helmuth Rilling, Begründer und bis 2013 Leiter der Internationalen Bachakademie Stuttgart.

Hannover, 30. September 2013

Pressestelle der EKD
Reinhard Mawick