5 Jahre „Kirche der Freiheit“

Katrin Göring-Eckardt: „So viel Aufbruch war nie“

05. Juli 2011

Logo der EKD Am 6. Juli 2006 veröffentlichte der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) unter dem damaligen Vorsitzenden Wolfgang Huber das Impulspapier „Kirche der Freiheit. Perspektiven für die evangelische Kirche im 21. Jahrhundert“. Damit  startete  ein Reformprozess, wie es ihn so in der evangelischen Kirche noch nicht gab. „Wir haben gemeinsam in den letzten fünf Jahren sehr viel erreicht, und setzen jetzt wieder neue Impulse“, erklärte die Vorsitzende der Steuerungsgruppe für den Reformprozess  und Präses der EKD-Synode, Katrin Göring-Eckardt.

In den Jahren seit 2006 wurden drei Kompetenzzentren zu den Themen Qualität im Gottesdienst, Predigtkultur und  Mission in der Region eingerichtet. Darüber hinaus wurde die Glaubenskurs-Initiative „Erwachsen glauben“ gestartet, die Internetplattform „geistreich“ eingerichtet, der Reformationstag neu profiliert,  die Zukunftswerkstatt Kassel 2009 durchgeführt, der Erfahrungsaustausch mit Partnern aus anderen Kirchen und Institutionen intensiviert und anderes mehr „Das Impulspapier ist seinem Titel gerecht geworden, es hat viele Impulse gesetzt“, so Katrin Göring-Eckardt: „So viel Aufbruch war nie.“

Die sehr intensiven, zum Teil auch strittigen Debatten in den letzten fünf Jahren haben aber auch neue Themen freigesetzt:  „Mit der Land-Kirchen-Konferenz im vergangenen Monat in Gotha wurde ein neues, wichtiges Zukunftsthema in die Mitte gestellt: Wie kann sich die Kirche in ausgedünnten Flächen zukünftig präsentieren? Und pünktlich zum fünften Jahrestag der ‚Kirche der Freiheit‘ haben wir den Anstoß gegeben zu einem großen Zukunftsforum für die mittlere Ebene, also für die Superintendentinnen, Dekane und Pröpste der 535 Kirchenkreise in den Landeskirchen der EKD“, sagte der Vizepräsident im Kirchenamt der EKD, Dr. Thies Gundlach.

Am Montag, 4. Juli, trafen sich dazu rund 50 Personen aus den Landeskirchen zu einem Workshop im EKD-Kirchenamt unter der Überschrift „Was braucht die mittlere Ebene?“ Der Workshop ist der Start eines gemeinsamen Prozesses, der in einem Zukunftsforum im Herbst 2013 münden soll. „Diese Form des Erfahrungsaustausches, des Lernen von anderen und der Durchführung und Auswertung von Pilotprojekten hat sich bewährt“, so Katrin Göring-Eckardt. „In unserer Kirche hat sich eine kreative Innovationskultur entwickelt. Die evangelische Kirche ist frohgemut und voller guter Ideen unterwegs in die Zukunft.“

In seinem Eröffnungsstatement schlug Dr. Gundlach den Bogen zwischen dem Reformprozess der evangelischen Kirche und dem Reformationsjubiläum 2017. „Das Jubiläum 2017 ist ein Geschenk von höherer Stelle. Es hilft uns, den Blick dafür zu schärfen, worum es in der Kirche und in den vielfältigen Reformen letztlich geht.“ Die Bedeutung einer Konzentration auf die „geistliche Partitur“, auf den gemeinsamen kirchlichen Grundauftrag wurde durch die Impulsvorträge von Vertretern aus verschiedenen Gesellschaftsbereichen unterstrichen. Die Beiträge von Oberst i. G. Hannes Wendroth, des Dirigenten und Chorleiters Prof. Kai-Uwe Jirka und des Unternehmensberaters und Diplom-Psychologen Wolfgang Kormann werden mit den Ergebnissen der Diskussion in absehbarer Zeit im Internet unter der u. a. Internetadresse veröffentlicht.

Hannover, 5. Juli 2011

Pressestelle der EKD
Silke Römhild