DNK und EKD gratulieren neuem Präsidenten des LWB

Einsatz von Bischof Munib Younan für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung gewürdigt

24. Juli 2010

Logo der EKD Ihre herzlichsten Glück- und Segenswünsche haben der Vorsitzende des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), und der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf), dem neuen Präsidenten des LWB, Bischof Dr. Munib Younan, übermittelt. „Die lutherische Weltgemeinschaft gewinnt mit Ihnen einen Präsidenten, der sich in langen Jahren des Dienstes als Pfarrer und Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELCJHL) für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung in Ihrem von Konflikten zerrissenen Land eingesetzt hat“, heißt es in dem Glückwunschschreiben von Friedrich. Die evangelischen Kirchen in Deutschland wüssten sich in besonderer Weise dem christlich-jüdischen Dialog und der Fürsprache für das Existenzrecht Israels verpflichtet. „Wir wissen, dass wir in Ihnen einen Partner haben, der – wie wir – in Treue zum Evangelium Wege zur Überwindung von Gewalt und Terror sucht und seinerseits seit vielen Jahren im Bemühen um nachhaltige Konfliktlösungen mit Juden und Muslimen in Israel und Palästina zusammenarbeitet“, schreibt Johannes Friedrich, der auch Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) ist. Man schätze Younan „überdies als einen Kirchenführer, der sich unablässig um die ökumenische Gemeinschaft der Kirchen aller Konfessionen bemüht, sei es unter den Kirchen der Reformation, sei es mit der römisch-katholischen Kirche, sei es mit den orientalischen und orthodoxen Kirchen im Mittelöstlichen Kirchenrat, oder sei es – bisher als Vizepräsident des LWB – in der Gemeinschaft der lutherischen Kirchen weltweit.“ Als Leiter einer Kirche, die in einer Minderheitensituation lebe, die im Herzen des Nahostkonflikts täglich für die Botschaft des Evangeliums einstehe, die in unmittelbarer Nachbarschaft mit Juden und Muslimen ihren Glauben bezeuge in Respekt und Anerkennung des Glaubenszeugnisses der anderen – als Bischof dieser Kirche werde Munib Younan auch als Präsident des LWB „wichtige Impulse setzen für die Wahrnehmung von Kirchen in Minderheitensituationen, für das Eintreten für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung dort, wo Gewalt und Krieg herrschen, wie auch für das respektvolle Zusammenleben der Religionen und ihr gemeinsames Wirken für eine Welt, in der alle Menschen in Würde leben können“, gab Landesbischof Friedrich seiner Überzeugung Ausdruck und versicherte: „In langjähriger, enger Verbundenheit wünsche ich Ihnen Gottes Segen für Ihr neues Amt. Seien Sie gewiss, dass die lutherischen Schwesterkirchen in Deutschland Sie begleiten und unterstützen werden in der großen und vielfältigen Aufgabe, die vor Ihnen liegt.“

Mit „Freude und Dankbarkeit“ hat der Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Schneider, auf die Wahl Younans reagiert. In seiner Glückwunschadresse würdigte er ihn als „Oberhaupt einer kleinen Kirche, die unter schwierigen Bedingungen existiert“. Die neue Position des Bischofs der ELCJHL schaffe „neue Möglichkeiten, aber auch neue Belastungen für ihn, seine Familie und seine Kirche“. Er wünsche ihm in der Wahrnehmung der neuen Aufgabe Gelassenheit, Dinge zu akzeptieren, die er nicht ändern könne, den Mut, Dinge zu ändern, die er ändern könne, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. Als eine Gemeinschaft von Kirchen, die Lutheraner einschließe, wolle die EKD auch in Zukunft ein „engagierter Partner“ des Bischofs und des LWB sein. Den Weg zur Feier des Reformationsjubiläums 2017 werde man gemeinsam gehen. „Als Partner der ELCJHL werden wir versuchen, Sie bestmöglich zu unterstützen, dass Sie eine stabile Basis haben, um als Präsident des LWB wirkungsvoll zu agieren“, schreibt der EKD-Ratsvorsitzende.


Hannover, 24. Juli 2010
Udo Hahn
Pressesprecher des DNK/LWB