Bedeutender Evangelischer Medienpreis vergeben

Robert Geisendörfer Preisverleihung am 15. September in München

25. August 2010

Logo der EKD Zum 27. Male wird am 15. September der Robert Geisendörfer Preis verliehen. Der Medienpreis wird im Gedenken an den christlichen Publizisten Robert Geisendörfer (1910-1976) vergeben, der sich als Gründungsdirektor des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP) und Fernsehbeauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in vielfältiger Weise um den Rundfunk verdient gemacht hat. Am 1. September 2010 wäre Robert Geisendörfer 100 Jahre alt geworden. Bei der Geisendörfer-Preisverleihung am 15. September in München wird der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich ihn als Mentor evangelischer Publizistik würdigen.

Mit dem Robert Geisendörfer Preis, dem Medienpreis der Evangelischen Kirche, werden im Jahr 2010 insgesamt sechs Produktionen ausgezeichnet. In der Kategorie „Allgemeine Programme“ werden jeweils zwei Preise für Hörfunk- und Fernsehsendungen, in der Kategorie „Kinderprogramme“ werden ebenfalls zwei Preise vergeben. Außerdem wird der Sonderpreis der Jury 2010 verliehen.

Die Jury „Allgemeine Programme“ des Robert Geisendörfer Preises unter Leitung des Vorsitzenden, Landesbischof Ulrich Fischer, zeichnet in diesem Jahr folgende Produktionen aus:

Hörfunk

Der Assistent
An Paul Plamper (Autor und Regie) und Nils Kacirek (Autor)

Westdeutscher Rundfunk (WDR) 2009, Redaktion: Hörspiel/akust. Kunst, verantwortl. Redakteurin: Martina Müller-Wallraf, Produktion: WDR/Koproduktion DLF/HR.
Begründung der Jury: Die gelähmte Frau möchte bezahlte Hilfe, keine Nächstenliebe. Der Helfer erwartet Dankbarkeit, sie verlangt Gehorsam. Das spannende Duell endet im Schwebezustand. Die improvisierten Dialoge schaffen eine große Nähe. Inszeniert mit schnörkelloser Leichtigkeit, zieht das Hörspiel seine Hörer in Bann.
Herbst ’89, Gethsemane-Kirche Berlin.
Protokolle einer friedlichen Revolution
An Claudia Klein und Sabine Smit (Autorinnen und Regie)

Rundfunk Berlin-Brandenburg/RBB 2009, Redaktion: Künstlerisches Wort/Feature, verantwortl. Redakteur: Dieter Jost, Produktion: rbb Kulturradio.
Begründung der Jury: Die Auszeichnung gilt einer Sendereihe, die auf die Kraft der Stimmen setzt, die die friedliche Revolution ‘89 von der Gethsemane-Kirche aus  weit ins Land und in das Bewusstsein trugen. Unter bewusstem Verzicht auf schnelle Toncollagen und Zitatfetzen vertraut die Redaktion voll auf die Wirkung des einzigartigen Originaltonmaterials.

Fernsehen

Die Drachen besiegen
An Franziska Buch (Regie) und Rodica Döhnert (Buch)

Bayerischer Rundfunk (BR) 2009, Redaktion: Fernsehfilm, verantwortl. Redakteurin: Bettina Ricklefs,
Produktion: zieglerfilm, München/Koproduktion: NDR;
 Begründung der Jury: Ein Film über den ethischen Konflikt eines Paares, das mit moderner Präimplantationsdiagnostik das Leben der Tochter retten möchte – er ist Wertedebatte und Familiendrama in einem. Am Ende dieses eindrücklichen Stücks bleibt der Zuschauer nachdenklich, aber nicht ratlos zurück.

Tiananmen. 20 Jahre nach dem Massaker – die Opfer erzählen
An Thomas Weidenbach und Shi Ming (Autoren und Regie)

WDR 2009, Redaktion: Dokumentation/Gesellschaft, verantwortl. Redakteurin: Christiane Hinz, Produktion: Längengrad Filmproduktion, Köln/Koproduktion: ARTE/NDR;
Begründung der Jury: Die Rückblicke der Demonstranten auf 1989 werden mit akribisch recherchierten und klug gewählten Videoaufzeichnungen zu einem beklemmend dicht erzählten Lehrstück verknüpft. Die Nachzeichnung  der damaligen Entwicklung würdigt die Opfer und wird dabei zu einer radikalen Kritik an der Diktatur. 


Kinderfernsehpreis

Die Jury „Kinderprogramme“ des Robert Geisendörfer Preises hat unter Leitung des Vorsitzenden, Pfarrer Bernd Merz, folgende Preise verliehen:

Krimi.de. rEchte Freunde
An Christoph Eichhorn (Regie)

KI.KA 2009, Redaktion: Fiktion; verantw. Redakteure: Sebastian Debertin, Stefan Pfäffle, Tina Sicker; Produktion: KI.KA und Kinderfilm GmbH; Begründung der Jury: Der Film vermittelt durch eine spannende, lebensnahe Handlung und starke Identifikationsfiguren einen wirksamen Eindruck von der Verführung Jugendlicher in rechtsradikalen Gruppen zur Gewalt  und dem Mut zum Widerstand.


Der Kleine und das Biest
An Marcus Sauermann (Buch) und Uwe Heidschötter und Johannes Weiland (Regie)

ZDF 2009, Redaktion: Kinder und Jugend/Fiktion, verantwortl. Redakteurin: Annick Hillger, Produktion: Studio Soi;
Begründung der Jury: In knapp sieben Minuten erzählt der Animationsfilm aus Kindersicht, wie sich Eltern durch eine Trennung verwandeln. Gerade die auch für Kinder verständliche sanfte Ironie sorgt dafür, dass das Thema aller Betroffenheit zum Trotz höchst unterhaltsam verpackt wird.


Der Sonderpreis der Jury 2010

für exemplarische publizistische oder künstlerische Leistungen

geht an Volker Heise, künstlerischer Leiter von „24h Berlin – Ein Tag im Leben“, RBB/ARTE 2009 Redaktion: RBB/Dokumentation und Zeitgeschehen; Produktion: zero one Film, Berlin.
Begründung der Jury: Die 24-stündige Kompilation gewährt einen einmaligen Einblick in unser gegenwärtiges Leben und ist gleichzeitig ein Fernseh¬höhepunkt gewesen. Dieser Fernsehtag war in außergewöhnlicher Weise geprägt von der Liebe zu den Menschen und der Faszination für die Schöpfung. Damit sind Volker Heise und seine 300 Mitarbeitenden dem medialen Ideal einer umfassenden Alltagschronik unerwartet nahe gekommen.

Volker Heise wird die Auszeichnung persönlich in Empfang nehmen.


Preisverleihung 2010

Die Preisverleihung findet in München statt, am 15. September 2010 in Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk, dabei begründen die beiden Jurys ihre Entscheidungen. Die ausgezeichneten Programme werden in Ausschnitten vorgeführt.

Mit dem Robert Geisendörfer Preis werden jährlich in der Kategorie „Allgemeine Programme“ zwei Fernseh- und zwei Hörfunkproduktionen ausgezeichnet. In der Kategorie „Kinderprogramme“ werden ebenfalls zwei Preise vergeben. Der Kinderfernsehpreis wird von der Gerda und Wolfgang Mann Stiftung – Medien für Kinder gestiftet. Öffentlich-rechtliche und private Rundfunkveranstalter haben sich an dem Wettbewerb beteiligt. Ausgezeichnet werden Sendungen aus allen Programmsparten, die das persönliche und soziale Verantwortungsbewusstsein stärken, zum guten Miteinander von Einzelnen, Gruppen, Völkern und zur gegenseitigen Achtung der Geschlechter beitragen. Darüber hinaus vergibt die Jury „Allgemeine Programme“ einen Sonderpreis für exemplarische publizistische oder künstlerische Leistungen.

Die Preise sind insgesamt mit 30.000 Euro dotiert, der Sonderpreis ist undotiert.

Hannover, 25. August 2010

Pressestelle der EKD
Reinhard Mawick

 



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