Eine Spende des Kaisers

Die Sauer-Orgel im brandenburgischen Bornim ist „Orgel des Monats“ September

15. September 2010

Logo der EKD Die Existenz der „Orgel des Monats“ September der Stiftung Orgelklang geht auf die Großzügigkeit Wilhelms II. zurück: Als 1902/3 im brandenburgischen Bornim eine Kirche gebaut wurde, spendete der Kaiser die Orgel. Sie war das 886ste Werk des „Königlichen Hoforgelbauers“ Wilhelm Sauer aus Frankfurt/ Oder. Das für damalige Verhältnisse moderne Instrument mit pneumatischer Ton- und Registertraktur ist mittlerweile die letzte romantisch/pneumatische Orgel in Potsdam. Ihre Restaurierung förderte die Stiftung Orgelklang mit 5.000 Euro.

Das Instrument erfuhr im Laufe der Jahre zahlreiche Veränderungen. 1926 wurden die Prospektpfeifen aus Zinn entfernt; das Material verwendete man zur Herstellung von Waffen. Später wurden die Pfeifen durch solche aus Zink ersetzt. 1964 wurde die Orgel überarbeitet und klanglich dem neobarocken Zeitgeschmack entsprechend neu gestaltet. Die ursprüngliche Disposition war seither nur noch fragmentarisch zu erkennen.

Doch damit nicht genug: Das überdies stark verschmutzte Instrument konnte zuletzt nur noch eingeschränkt im Gottesdienst verwendet werden, häufig kam es zu Aussetzern des Orgelventilators. „Namhafte Organisten weigern sich seit Längerem, auf dieser Orgel zu spielen“; heißt es im Bericht des Orgelbauers Alexander Schuke 2008. Die Experten waren sich einig: Das Instrument sollte weitgehend in den ursprünglichen Zustand versetzt werden.

Gesagt, getan: Die Anfang des Jahres begonnenen Baumaßnahmen wurden mit Hochdruck voran getrieben. Am 4. Juli war es dann soweit: Bei einem Festgottesdienst und einem anschließenden Orgelkonzert konnten sich die Gemeindeglieder vom neuen Klang der Orgel überzeugen.

Hannover, 15. September 2010

Reinhard Mawick
Pressestelle der EKD

Die Stiftung Orgelklang der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) präsentiert in jedem Monat eine „Orgel des Monats“. Insgesamt unterstützt sie in diesem Jahr 16 Projekte in einem Gesamtumfang von rund 100.000 Euro. Das Geld wird aus dem Stiftungsfonds bereitgestellt.