Tagung der Gemeinsamen Kommission der EKD und Kirche von England

Meißen verbindet - seit 20 Jahren

16. September 2010

Logo der EKD Vom heutigen Donnerstag, 16. September, bis Sonntag, 19. September, trifft sich in Wittenberg die Gemeinsame Meißen Kommission der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Kirche von England zu ihrer 20. Sitzung. Geleitet wird die Kommission von den beiden Co-Vorsitzenden, Landesbischof Friedrich Weber aus Braunschweig und Bischof Nick Baines aus Croydon/Südlondon. Auf der Tagesordnung steht vor allem die Vorbereitung auf das Jubiläumsjahr 2011: ein Rückblick auf 20 Jahre Zusammenarbeit. 1991 hatten sich die EKD und die Kirche von England in der Meißener Erklärung verpflichtet, sich gemeinsam auf den Weg zu sichtbarer Kirchengemeinschaft zu begeben. Pünktlich zum Beginn der 20. Sitzung der Meißen Kommission liegt jetzt ein neues Buch vor, das die Arbeit dokumentiert und das wechselseitige Bemühen um eine weitere, auch theologisch begründete Annäherung vor Augen stellt.

Der Meißen-Prozess hat eine bewegende Geschichte von über zwei Jahrzehnten vorzuweisen und spiegelt die ökumenische Vielfalt und die unzähligen Möglichkeiten der Zusammenarbeit verschiedener kirchlicher Traditionen. Ob in Partnerschaften auf lokaler, landeskirchlicher oder EKD-Ebene – „Hier ist wirklich Leben drin!", so Landesbischof Friedrich Weber. Dass zum Beispiel Protestanten aus Deutschland mit Mitgliedern der Kirche von England gemeinsam Abendmahl feiern können oder Geistliche in der jeweils anderen Kirche predigen dürfen (Kanzelgemeinschaft) sei nicht selbstverständlich, sondern auch Ergebnis der Arbeit der Meißen Kommission. Und so werde es 2011 viel zu feiern geben, etwa beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden oder beim Besuch einer Delegation der Kirche von England im Herbst.

Das von Christopher Hill, Matthias Kaiser, Leslie Nathaniel und Christoph Schwöbel herausgegebene Buch „Bereits erreichte Gemeinschaft und weitere Schritte. 20 Jahre nach der Meissener Erklärung“ dokumentiert die Beiträge und Ergebnisse zweier theologischer Konferenzen (Frodsham 2005 und Düsseldorf/Kaiserswerth 2008), die sich mit Mission in einer postchristlichen Gesellschaft bzw. dem ökumenischen Verständnis von Autorität und Gebrauch der Bibel beschäftigt hatten.

Das Buch bietet einen Überblick über den gegenwärtigen theologischen Austausch mit seinen praktischen Auswirkungen auf beide Kirchen. Es dokumentiert, wie sich die Meißener Erklärung als ein einzigartiges ökumenisches Dokument bewährt. Die Fülle der Gemeinsamkeiten und die noch zu klärenden wenigen, aber wichtigen Unterschiede auf dem Weg zur vollen sichtbaren Einheit werden dargestellt und in ökumenischer Wertschätzung weiter bearbeitet. Der Band kann ab sofort über den Buchhandel (ISBN 978-3-87476-608-1) zum Preis von 32 Euro erworben oder direkt über das Kirchenamt der EKD bestellt werden.

Hannover, 16. September 2010

Pressestelle der EKD
Silke Römhild