EKD trauert um Helmut Frenz

Schindehütte: „Konsequentes Engagement für Menschenrechte“

14. September 2011

Logo der EKD Der Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland, Martin Schindehütte, hat anlässlich des Todes von Helmut Frenz kondoliert: „In Trauer und Dankbarkeit nehmen wir Abschied von Pastor Helmut Frenz. Ein aufrechter und entschiedener Zeuge des befreienden Evangeliums von der Liebe Gottes zu allen Menschen ist heimgerufen worden“, schrieb Schindehütte in einem Brief an Elisabeth Frenz, die Tocher des Verstorbenen und sprach im Namen der EKD seine herzliche Anteilnahme aus.

Helmut Frenz, so das Schreiben weiter, „war und bleibt für unsere Evangelische Kirche wichtig in beidem: in der klaren Bezogenheit seines Handelns auf unsere Kirche und in dem darin begründeten Widerspruch, wenn unsere Kirche nach seinem Urteil nicht entschieden genug Partei nahm für die Menschen, die unterdrückt, ihrer Freiheit beraubt und auf der Flucht waren.“

Unvergessen, so Schindehütte, bleibe Frenz‘ Wirken in unserer lutherischen Partnerkirche in Chile während der Zeit der Diktatur durch Pinochet, als der Theologe im „Comité pro la Paz“ und den daraus entstandenen „Vicaría de la Solidaridad“ für Unterdrückte und Verfolgte in Chile eingetreten sei, bis ihm das Regime nach einem Besuch in Genf die Einreise verweigerte.

Konsequent habe Helmut Frenz sein „christlich begründetes Engagement für Menschenrechte“ als Internationaler Sekretär der Deutschen Sektion von Amnesty International fortsetzen können. Für ihn gehörten christliches Zeugnis und politische Parteinahme für die Opfer untrennbar zusammen. So sei es für Helmut Frenz eine große Freude gewesen, nach dem Ende der Diktatur noch als dessen Ehrenbürger nach Chile zurückkehren und eine Honorarprofessur für Menschenrechte an der Universidad de los Lagos antreten zu können.

Beeindruckend, so der Auslandsbischof, habe Frenz seine Zeitzeugenschaft beschrieben in seinem Buch „‘… und ich weiche nicht zurück‘. Chile zwischen Allende und Pinochet. Ein Pfarrer und Menschenrechtler erinnert sich.“ Es sei charakteristisch für Frenz‘ Verständnis christlicher Zeugenschaft, so Schindehütte abschließend, dass er das Zitat „… ich weiche nicht zurück“ nicht in erster Linie auf sich selbst beziehe, sondern damit an den alttestamentlichen Gottesknecht erinnere, wie er beim Propheten

„Gott der Herr hat mir eine Zunge gegeben, wie sie Jünger haben,
dass ich wisse, mit den Müden zur rechten Zeit zu reden.
Alle Morgen weckt er mir das Ohr, dass ich höre, wie Jünger hören.
Gott hat mir das Ohr geöffnet.
Und ich bin nicht ungehorsam und weiche nicht zurück.“ (Jesaja 50, 4-5)

Hannover, 14. September 2011

Pressestelle der EKD
Reinhard Mawick