Irmgard Schwaetzer: „Kirche muss sich einmischen!“

Präses zum Abschluss der 6. Tagung der 11. Synode der EKD in Düsseldorf

13. November 2013

Die Präses der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Irmgard Schwaetzer, hat eine positive Bilanz der 6. Tagung der 11. Synode der EKD in Düsseldorf gezogen. „Wir haben eine intensive Synode erlebt“, sagte die am Sonntagabend neu gewählte Präses. Am heutigen Mittwoch sei eine überaus gehaltvolle Kundgebung zum Schwerpunktthema „Es ist genug für alle da – Welternährung und nachhaltige Landwirtschaft“ beschlossen worden. „Wir müssen es schaffen, die Ursachen für die Flucht- und Migrationsbewegungen von Millionen von Menschen wirkungsvoll zu bekämpfen, sonst bleibt das Mittelmeer auch in Zukunft  einer der großen Friedhöfe Europas“, sagte Schwaetzer.

Im Hinblick auf die schwierige Situation an den Außengrenzen der Europäischen Union forderte die Synode eine neue Asyl- und Einwanderungspolitik in Europa. „Vom Fundament unseres christlichen Glaubens her fühlen wir uns in der Pflicht, zu aktuellen Themen deutlich Stellung zu beziehen.“ Als Politikerin habe sie dies früher durchaus als „anstrengend“ empfunden, aber, so Schwaetzer weiter, „als Christin weiß ich, dass das nötig ist!“

Die Synode sei durch diese Pointierung ein „guter Auftakt zum Themenjahr 2014  ,Reformation und Politik‘ auf dem Weg zum Reformationsjubiläum 2017 gewesen, sagte die Präses weiter und eröffnete einen Ausblick auf die Vorhaben im Raum der EKD in den kommenden Monaten. Schwaetzer: „Ich erwarte mit großem Interesse Anfang 2014 die Vorstellung einer Studie der Kammer für Öffentliche Verantwortung der EKD, die den deutschen Einsatz in Afghanistan im Licht der Friedensdenkschrift der EKD aus dem Jahre  2007 betrachtet.  Inhaltlich analysiert die Studie das spannungsreiche Feld von Gesinnungsethik und Verantwortungsethik in den Fragen von Krieg und Frieden, die in den vergangenen Jahren an Dynamik gewonnen haben.“

Desweiteren kündigte die Präses an, dass sich die vom Rat der EKD aufgrund des Beschlusses der Synode von 2010  zum Thema Inklusion eingesetzte Ad-hoc-Kommission im neuen Jahr eine Veröffentlichung vorlegen wird. Zudem beginne die Kammer für Öffentliche Verantwortung die Arbeit am Thema „Öffentliche Verantwortung unter den Bedingungen religiös-weltanschaulicher Pluralität“ in Fortschreibung der Demokratiedenkschrift der EKD von 1985.

Düsseldorf, den 13. November 2013

Pressestelle der EKD
Reinhard Mawick