Neuer EKD-Rat eingeführt

Kock: "Ein schönes, aber auch schwieriges Amt"

06. November 2003

Mit einem Abendmahlsgottesdienst in der Konstantin-Basilika in Trier wurde am Donnerstag, den 6. November, der neugewählte Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), darunter auch der neue Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber, in sein Amt eingeführt. Ratsmitglied zu sein sei ein schönes und intensives, aber auch schwieriges Amt, sagte der scheidende Ratsvorsitzende, Manfred Kock, zu Beginn des Gottesdienstes. "Gemäß der Würde und Verantwortung dieser Aufgabe wollen wir die Einführung des neuen Rates feiern."

Kock stellte den Ratsmitgliedern die Verpflichtungsfrage. Mit Gottes Hilfe seien sie bereit, ihren Dienst anzunehmen und dabei für das Evangelium einzutreten, erklärten die 14 am Dienstag neugewählten Mitglieder und die qua Amtes im Rat vertretene Synodenpräses Barbara Rinke. Im Anschluss wurden sie von Kock und zwei ehemaligen Ratsmitgliedern unter Handauflegen gesegnet.

"Ihr werdet aufmerksame Anfragen erhalten von vielen, die im Lande Verantwortung tragen," so Manfred Kock in seiner Predigt. Dabei könne das Bibelwort aus dem Propheten Micha Mut machen: "Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert." (Kapitel 6, Vers 8) Dieser Vers könne immer wieder als Trost bedacht werden: "Das Entscheidende müsst ihr nicht erfinden."

Die Worte des Propheten Micha sollten nicht als zusätzliche Forderung eines unerreichbaren Überwesens verstanden werden, sondern als befreiende Zusage eines gütigen Gottes. "Diese Worte wollen uns Menschen aus den Qualen unserer Selbstanklagen und Selbstrechtfertigungen herausholen", erklärte Kock.

Im Verständnis des Alten Testamentes bedeute "was gut ist und was der Herr von dir fordert" vor allem Recht tun. Gerechtigkeit sei nicht zu messen am Bruttosozialprodukt, an Rentenformeln oder Durchschnittseinkommen. Entscheidend sei vielmehr, was den Fremden zukomme, "den Alleinerziehenden, den Arbeitslosen, den Wohnungslosen". Das eigentliche Ziel einer Rechtsordnung sei es, Menschenwürde zu bewahren: "und die ist unabhängig von dem, was einer leistet und bringt und bezahlen kann".

Trier, den 6. November 2003
Pressestelle der EKD
Silke Fauzi



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