Luthermedaille 2010 erstmals an drei Frauen

Auszeichnung der EKD wird am 31. Oktober in Nürnberg verliehen

07. Oktober 2010

Logo der EKD Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat über die Vergabe der diesjährigen Martin-Luther-Medaille entschieden. Im Rahmen des Themenjahres „Reformation und Bildung“ anlässlich des 450. Todestags von Philipp Melanchthon werden erstmals drei Medaillen verliehen, die christlich motiviertes Bildungsengagement auszeichnen. Die Verleihung findet am Sonntag, dem 31. Oktober 2010 um 20 Uhr im Rahmen der Reformationstagsfeier in der Nürnberger St. Lorenz-Kirche statt.

Preisträgerinnen sind in diesem Jahr zu gleichen Teilen Astrid Hahn, Barbara Lambrecht-Schadeberg und Cornelia Schäfer.

Verliehen werden die Medaillen vom Vorsitzenden des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider. Außerdem wird der bayerische Landesbischof und EKD-Ratsmitglied Johannes Friedrich zum Thema „Reformation und Bildung“ sprechen. Die Laudatio für die drei Preisträgerinnen hält der ehemalige bayerische Ministerpräsident und Vizepräses der Synode der EKD, Günther Beckstein, gemeinsam mit seiner Frau Marga Beckstein.

Die Martin-Luther-Medaille wird zum dritten Mal verliehen. Die bisherigen Preisträger waren Klaus-Peter Hertzsch (2008) und Richard von Weizsäcker (2009).

Die Preisträgerinnen:

Astrid Hahn, Rektorin der Albertville-Realschule in Winnenden (Baden-Württemberg). Frau Hahn, Lehrerin für Mathematik und Chemie, war von 2003 bis 2010 Rektorin der Albertville-Realschule, an der im März 2009 ein 17-Jähriger Amokläufer 16 Menschen tötete. Nach dem Amoklauf hat Frau Hahn Außerordentliches geleistet und ist so auch der Öffentlichkeit bekannt geworden als eine Lehrkraft, die sich engagiert für das Wohl der einzelnen Schüler und der Schule als Ganzer einsetzt.

Barbara Lambrecht-Schadeberg, Unternehmerin aus Krombach (Siegerland). Frau Lambrecht-Schadeberg hat 1994 aus privatem Vermögen die Grundmittel für die Babara-Schadeberg-Stiftung errichtet, die nach dem Stiftungsrecht der Evangelischen Kirche von Westfalen wirkt. Die Stiftung verfolgt das Ziel, im Evangelium begründete Bildung und Erziehung zu fördern. Die Fördermittel dienen evangelischen Schulen und Schulgründungen, der Lehrerfortbildung und der Wissenschaft.
 
Cornelia Schäfer, seit 2009 Schulleiterin der Evangelischen Grundschule Erfurt. Frau Schäfer leitete zuvor 14 Jahre lang die Evangelische Grundschule in Gotha. Mit ihrem Kollegium baute sie dort eine evangelische Schule auf, die vorbildhaft zeigt, dass ein hoher Leistungsanspruch an begabte Kinder gut vereinbar ist mit der gemeinsamen Beschulung von Kindern mit und ohne Behinderung. Die Erfurter Grundschule ist eine Ganztagsschule mit reformpädagogischer Ausrichtung und jahrgangsübergreifendem Unterricht. Besonderen Wert wird auf die Integration behinderter Schüler gelegt.

Hannover, 07. Oktober 2010

Pressestelle der EKD
Reinhard Mawick