EKD-Synode tagt im November in Hannover

Schwerpunktthemen: Ratswahl und Bildungsgerechtigkeit

11. Oktober 2010

Logo der EKD Die 11. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) tagt vom 7. bis zum 10. November in Hannover. Zum Auftakt werden unter anderem Bundespräsident Christian Wulff und die Vorsitzende des Zentralrates der Juden, Charlotte Knobloch, erwartet. „Ich freue mich auf die Tage, in denen dieses evangelische Leitungsgremium zusammenkommt. Unser Glaube gibt uns Mut, Trost und Orientierung in einer Zeit voller Unruhe, Sorge und auch Unmut. Als Protestanten leiten wir Kirche gemeinsam, Theologen und Theologinnen, Hauptamtliche, aber eben auch so genannte Laien. Dieses Zusammenspiel ist gut und erfolgreich, es bietet Reibungsfläche und echtes Miteinander“, sagte die Präses der Synode, Katrin Göring-Eckardt. Im Mittelpunkt dieser Tagung stehen die Wahlen in den Rat der EKD sowie die Wahl des oder der neuen Ratsvorsitzenden, Berichte über die Arbeit des vergangenen Jahres, Haushaltsberatungen und das Schwerpunktthema „‘Niemand darf verloren gehen!‘ Evangelisches Plädoyer für mehr Bildungsgerechtigkeit“.

Der Eröffnungsgottesdienst am 7. November in der hannoverschen Marktkirche wird live im ZDF übertragen. Die Predigt hält der Bischofsvikar der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Hans-Hermann Jantzen. Im weiteren Verlauf des Vormittags wird der amtierende Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider, dem Plenum seinen Bericht vortragen. Am frühen Sonntagnachmittag folgt der Bericht des Synoden-Präsidiums, den Präses Katrin Göring-Eckardt einbringen wird. Beide Berichte werden anschließend zur Aussprache gestellt. Am Abend stellen sich die Kandidatinnen und Kandidaten für die Ratswahl vor.

Am Montag, 8. November, diskutieren die Synodalen das während der letzten Tagung in Ulm festgelegte Schwerpunktthema „‘Niemand darf verloren gehen!‘ Evangelisches Plädoyer für mehr Bildungsgerechtigkeit“. Nach einer Bibelarbeit von Dr. Antje Fetzer, Leiterin der Abteilung „Theologie und Bildung“ im Diakonischen Werk Württemberg, folgen Kurzvorträge von Prof. Thomas Rauschenbach, Direktor des Deutschen Jugendinstituts in München, und Prof. Christoph Markschies, Vorsitzender der Kammer für Theologie der EKD und Professor für Ältere Kirchengeschichte an der Humboldt-Universität Berlin. Den Entwurf zum Schwerpunktthema wird der Vorsitzende des Vorbereitungsausschusses, Rolf Bade, Ministerialrat im niedersächsischen Kultusministerium, einbringen. Am Montagnachmittag wird der Haushalt 2011 beraten.

Am Dienstag, 9. November, stehen die Wahl zweier neuer Mitglieder des Rates der EKD und die Wahl des oder der neuen Ratsvorsitzenden sowie die Wahl des oder der stellvertretenden Ratsvorsitzenden auf dem Programm. Dem Rat der EKD gehören für sechs Jahre 15 Mitglieder, Laien und Theologen, an, von denen 14 gemeinsam von Synode und Kirchenkonferenz gewählt werden; die Präses der Synode ist 15. Mitglied kraft ihres Amtes. Aus der Mitte der gewählten Ratsmitglieder wählen Synode und Kirchenkonferenz wiederum gemeinsam eine Vorsitzende oder einen Vorsitzenden des Rates und die entsprechende Stellvertretung. Ein Platz im Rat blieb bei der letzten Wahl in Ulm 2009 unbesetzt, durch den Rücktritt von Dr. Margot Käßmann wurde eine weitere Nachbesetzung notwendig.

Am Mittwoch, 10. November, sind die abschließenden Beratungen verschiedener Kirchengesetze, die Verabschiedung des Haushaltsplanes für 2011 und der Kundgebung zum Schwerpunkthema sowie die Beratung von Beschlussanträgen aus den Ständigen Ausschüssen der Synode vorgesehen. Um 20 Uhr endet die Synode mit einem Abendmahlsgottesdienst in der Elisabethkirche in Langenhagen, bei dem der oder die neue Ratsvorsitzende die Predigt halten wird. In diesem Gottesdienst werden der oder die neue Ratsvorsitzende und seine/ihre Stellvertretung sowie die neuen Ratsmitglieder in ihr Amt eingeführt.

Die Synode der EKD besteht aus 126 Mitgliedern. 106 Synodale werden durch die Synoden der 22 Gliedkirchen gewählt, 20 Synodale beruft der Rat unter besonderer Berücksichtigung von Persönlichkeiten, die für das Leben der Gesamtkirche und die Arbeit der kirchlichen Werke Bedeutung haben. Seit der konstituierenden Tagung der 11. Synode im Frühjahr 2009 werden die Tagungen als verbundene Tagungen der Synode der EKD, der Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und der Vollversammlung der Union Evangelischer Kirchen in der EKD (UEK) durchgeführt. Die VELKD-Generalsynode tagt vom 4. bis 6. und am 9. November, die Vollversammlung der UEK findet am 9. und 10. November statt.

Hannover, 11. Oktober 2010

Pressestelle der EKD
Reinhard Mawick / Silke Römhild