EKD-Ratsvorsitzender würdigt Meissen-Prozeß

„Wunderbares Beispiel für Versöhnung und Freundschaft“

15. Oktober 2011

Logo der EKD Mit großer Dankbarkeit hat der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, die Versöhnungsarbeit zwischen der Kirche von England und der EKD gewürdigt. Seit 20 Jahren sind beide durch die „Meissener Erklärung“ verbunden. 1991 hatten sich die Vertragspartner verpflichtet, sich gemeinsam auf den Weg zur vollen, sichtbaren Einheit ihrer Kirchen zu begeben, wozu auch Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft gehören. Anlässlich dieses Jubiläums sagte Präses Schneider am Samstag, 15. Oktober, in Meißen: „Wir feiern ein Ereignis mit sowohl kirchlich-theologischer als auch mit politischer, also öffentlicher Dimension.“

Die Jubiläumsfeier sei ein „historisches und wunderbares Beispiel dafür, wie zwischen unterschiedlichen Kirchentraditionen, aber auch wie zwischen einstmals verfeindeten Völkern Versöhnung, Partnerschaft, ja: Freundschaft entstehen kann“, so Präses Schneider weiter. Auf Einladung des Meißener Oberbürgermeisters Olaf Raschke trugen sich der EKD-Ratsvorsitzende und der Erzbischof von York, Dr. John Sentamu, in das Goldene Buch der Stadt Meißen ein. Anschließend feiern die Delegationen der EKD und der Kirche von England im Meißener Dom einen Vespergottesdienst. Zum Abschluss der Jubiläumsfeierlichkeiten findet am Sonntag, 16. Oktober, in der Dresdner Frauenkirche, ein Abendmahlsgottesdienst statt, in dem der Erzbischof von York die Predigt hält.

Der Ratsvorsitzende erinnerte in seinem Grußwort bei der Eintragung in das Goldene Buch der Stadt Meißen daran, dass sich die Väter und Großväter der im Meissen-Prozess Engagierten noch oft bewaffnet gegenüberstanden und sich bekämpfen mussten. „Heute feiern wir zusammen Gottesdienste, begegnen uns in Kirchen und Kathedralen, die wir uns einst gegenseitig zerstört haben – wobei uns Deutschen immer bewusst bleibt, dass die beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts von Deutschland ausgingen. Heute leben wir ganz bewusst aus gegenseitiger Vergebung unserer Schuld“, betonte der Ratsvorsitzende. Der Festgottesdienst in der Dresdener Frauenkirche sei „ein Anlass und ein Ort, die mich mit großer Dankbarkeit, aber auch mit Demut erfüllen.“

Hannover/Meißen, 15.Oktober 2011

Pressestelle der EKD
Silke Römhild