Reformationsjubiläum nicht gegen die römisch-katholische Kirche begehen

Leitender Bischof der VELKD sprach Grußwort zur Einführung von Bischof Zdarsa

23. Oktober 2010

Logo der EKD Das Reformationsjubiläum im Jahre 2017 sowie die vorausgehende Luther-Dekade werden kein evangelischer Alleingang. Darauf hat der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), hingewiesen. In seinem Grußwort zur Einführung des neuen römisch-katholischen Bischofs von Augsburg, Dr. Konrad Zdarsa, sagte Friedrich am 23. Oktober: „Wir möchten, dass das reformatorische Erbe und die ökumenische Ausrichtung unserer Kirche auch in diesem Jubiläum deutlich sichtbar werden. Wir wollen nicht gegen die römisch-katholische Kirche dieses Jubiläum begehen, sondern mit ihr. Deswegen sollen auch die anderen Kirchen, und insbesondere die römisch-katholische an den Vorbereitungen und den Feiern beteiligt sein, wo immer es möglich ist. Dabei hoffe ich sehr auf Ihr Verständnis und Ihr ökumenisch gesonnenes Mitwirken.“ Mit seinem Umzug nach Augsburg sei Zdarsa an einen Ort gekommen, der für die lutherische Kirche von großer Bedeutung ist. Dies umso mehr, als sich die bayerische Landeskirche schon jetzt intensiv auf das Jahr 2017 vorbereite. Augsburg als Ort der Confessio Augustana (Augsburger Bekenntnis, 1530) stehe dabei besonders im Rampenlicht. Hier sei 1999 auch die „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ zwischen Lutherischem Weltbund (LWB) und der römisch-katholischen Kirche im Jahre 1999 öffentlich unterzeichnet worden.

In seinem Grußwort wünschte Friedrich Bischof Zdarsa „alles Gute, Gottes Geleit und Segen und ein gedeihliches Zusammenwirken als Brüder und Schwestern in dem Einen Herrn“.

Anlässlich der Einführung Zdarsas übermittelte der Catholica-Beauftragte der VELKD, Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber (Wolfenbüttel), einen schriftlichen Gruß mit Glück-und Segenswünschen „in ökumenischer Verbundenheit“. Auch er würdigte Augsburg als Stadt, die für Lutheraner und Katholiken sowie ihre ökumenischen Beziehungen von besonderer Bedeutung sei. Dabei erinnerte er an den hier geschlossenen Religionsfrieden. Die Augsburger Parität sei zu einem Modell geworden, das zivile Zusammenleben zweier Konfessionen in einem Gemeinwesen zu regeln.

Hannover, 23. Oktober 2010

Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD