God is still speaking

Kirchenpräsident der amerikanischen UCC berichtet über missionarische Kampagne: Radikale Offenheit für alle Menschen ist Voraussetzung für gelingende Mission.

05. November 2011

Logo der EKD Rev. Geoffrey A. Black, Kirchenpräsident und leitender Geistlicher der United Church of Christ in den USA (UCC) war Ehrengast und Hauptredner bei der diesjährigen Vollkonferenz der UEK in Magdeburg. Black berichtete von den Bemühungen seiner Kirche um eine entschiedene Öffnung für alle Menschen. Die Entwicklung der UCC, mit etwa einer Million Mitgliedern eine der kleineren evangelischen Kirchen der USA, zu einer Kirche mit einladendem missionarischem Profil bezeichnete er als einen „reformatorischen Weg“.

2004 warb die UCC in provokanten Werbespots erstmals für sich als die Kirche, die niemanden zurückweist, weil auch Jesus niemanden zurückwies. Die Botschaft des ersten Spots, der in der eigenen Kirche nicht unumstritten war, lautete: „Schluss mit Rausschmeißern an der Kirchentür“. Besonders die Darstellung schwuler und lesbischer Paare, die in der Kirche willkommen sind, erregte Aufsehen. Einige Fernsehsender verweigerten die Ausstrahlung und regten damit öffentliche Diskussionen an.

Mit ihrer landesweiten Kampagne unter dem Motto: „Gott spricht noch, setze keinen Punkt, wo Gott ein Komma gesetzt hat“ sei die UCC inzwischen als die „Komma-Kirche“ bekannt. Und die Kirchenmitglieder seien stolz auf dieses Markenzeichen, das sie gerne als Anstecknadel an der Kleidung tragen, berichtete Black. Im Zuge ihres Reformprozesses habe die UCC weiterhin entdeckt, wie wichtig missionarischer Dialog mit authentischen Botschaften ist. Um Kirchenmitglieder und Außenstehende zu beteiligen, wurde die Kampagne „Mission 1“ entwickelt, die sich zum Ziel gesetzt hat, vom 1. bis 11. November 2011 (11-11-11) mindestens 111.111 Dollar für bedürftige Menschen im eigenen Land und weitere 111.111 Dollar für die Hungerhilfe in Ostafrika zu sammeln. Der Erfolg mit messbaren Zielen, Menschen an Mission zu beteiligen, sei sehr erfolgreich und zeige, wie eine relativ kleine Kirche effektiv für sich werben und zugleich wirksam helfen kann. (www.ucc.org) zeigt den aktuellen Stand von Mission 1)

Zwischen der UCC, die teilweise aus der deutschen Auswanderung des 19. Jahrhunderts hervorgegangen ist, und einigen UEK-Kirchen besteht schon seit 1981 Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft. Erste Kontakte und Bemühungen in Ost- und Westdeutschland  gehen aber bis in die 60er Jahre zurück, berichteten Zeitzeugen beim gemeinsamen Abendessen. Theologische Arbeit, gegenseitige Besuche sowie Studien-und Arbeitszeiten in den USA sind heute lebendige Elemente dieser Kirchengemeinschaft. Bei ihrer Tagung in Magdeburg und mit Blick auf das 30jährige Jubiläum dieser Kirchengemeinschaft wird die Vollkonferenz der UEK am kommenden Dienstag darüber abstimmen, die Kirchengemeinschaft auf alle Mitgliedskirchen der UEK auszuweiten.

Die Vollkonferenz der UEK setzt am Samstag ihre Tagung fort in der Beratung mit der Generalsynode der VELKD über die gemeinsam erarbeitete Berufungsagende.

Hannover / Magdeburg, 05. November 2011

Karin Bertheau

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