„Verantwortlicher Umgang mit Geld“

EKD-Synode berät über den Haushaltsplan 2010

26. Oktober 2009

Mit einem Zitat des Reformators Johannes Calvin führte Vizepräsident Klaus Winterhoff, Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die Synodalen auf ihrer 2. Tagung in Ulm in den Haushaltsplan 2010 ein.

„Die Fürsten sollen eingedenk bleiben, dass ihre Staatseinkünfte keine Privatkassen sind, sondern vielmehr Schatzkammern des ganzen Volkes,
die sie ohne offenkundiges Recht nicht vertun oder verschwenden können.“

Das also, so Winterhoff, sei verantwortlicher Umgang mit Geld: „Ein altes Wort. Ein klares Wort. Ein aktuelles Wort. Und das nicht nur, weil die EKD das Calvin-Jahr begeht. Es trifft die EKD in der größten globalen Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise seit über 80 Jahren“, so Winterhoff weiter.

Der Haushalt habe ein Gesamtvolumen von rund 182 Millionen Euro und wird maßgeblich durch Umlagen der Gliedkirchen finanziert. Im Jahr 2010 sind es voraussichtlich 85 Millionen Euro, 500.000 Euro mehr als im Jahr 2009.

Auch 2010 werden Schwerpunktsetzungen und Aktivitäten von besonderer gesamtkirchlicher Bedeutung finanziert. Dazu gehört als Markstein die entwicklungspolitische Arbeit mit 42 Millionen Euro. Dieser Betrag steht dem Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) für die vielfältigen Projekte zur Armutsbekämpfung auf der Welt zur Verfügung.

Auf knapp 14,6 Millionen Euro belaufen sich die Ausgaben für die Öffentlichkeitsarbeit und die publizistische Tätigkeit der EKD-Arbeit. Diese, so Winterhoff, sei angesichts sinkender Kirchenmitgliederzahlen immer wichtiger. In diesem Betrag sind auch 4 Millionen für die Fortführung der Zeitschrift „chrismon“ vorgesehen.

Weiter werden Mittel zur Gestaltung des Reformprozesses bereitgestellt. Dazu gehört unter anderem die Errichtung des Zentrums für Predigtkultur in Wittenberg sowie die Unterstützung missionarischer Vorhaben.

Friedrich Vogelbusch, Vorsitzender des Haushaltsausschusses unterstreicht, dass die aktuelle Krise die Kirchen jenseits der kurzfristigen Bewältigung zu einem grundlegenden Wandel herausfordert. Ein Wandel, der auch durch das neue kirchlich-doppische Rechnungswesen der EKD ab 2013 unterstützt werden soll.

Hannover, 26. Oktober 2009

Pressestelle der EKD
Reinhard Mawick