„Meinen Frieden gebe ich euch“

3. Tagung der 11. Synode der EKD mit Gottesdienst eröffnet

07. November 2010

Logo der EKD Mit einem festlichen Gottesdienst wurde die 3. Tagung der 11. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in der Marktkirche zu  Hannover eröffnet. Der hannoversche Bischofsvikar, Landessuperintendent Hans-Hermann Jantzen, legte seiner Predigt einen Abschnitt aus dem 14. Kapitel des Johannesevangeliums zugrunde: „Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.“

Dieses Wort, so Jantzen, sei mehr als ein „aufmunterndes Auf-die-Schulter-Klopfen“, sondern „tröstliche Geistesgegenwart“. Wo der Geist Jesu Christi wirke, so Jantzen weiter, breite sich der Friede Gottes aus und werde „Übereinstimmung mit mir selbst, mit meinen Mitmenschen, mit Gott“ geschenkt. Auch wenn dieser Friede erst in der neuen Welt Gottes vollendet sein wird, so Jantzen, sei er nicht weltfremd. „In der Welt habt ihr Angst", sage Jesus an anderer Stelle im Johannesevangelium. Gerade darum lasse Jesus uns seinen Frieden, „damit uns die Angst nicht beherrscht.“

Jantzen, der bis zur Neuwahl eines neuen Landesbischofs Ende November leitender Geistlicher der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers ist, widmete sich in seiner Predigt drängenden Fragen und Problemen der Zeit. So erwähnte er neben dem Afghanistankonflikt und dem Thema Integration in Deutschland auch den Castor-Transport, der dieser Tage wieder von Le Hague nach Gorleben unterwegs sei und die Proteste vieler Menschen dagegen. Jantzen mahnte: „Die wirtschaftlichen Interessen der Energiekonzerne, die bereits getätigten Milliardeninvestitionen dürfen nicht der Maßstab für politische Entscheidungen sein, sondern das, was lebensdienlich und menschengerecht ist.“ Solange dies nicht gewährleistet sei, so Jantzen, werde in Gorleben weiter gebetet in dem Vertrauen auf das Wort Jesu: „Meinen Frieden gebe ich euch – nicht wie die Welt gibt.“

Diese Zusage Jesu sei heute weltweit sehr nötig, denn immer noch versetzten kriegerische Konflikte Menschen in vielen Teilen der Welt in Angst und Schrecken. Deshalb, so der Bischofsvikar abschließend, sei es „unsere Aufgabe als Christen und als Kirchen, das Bewusstsein für den umfassenden Frieden Christi wach zu halten – „in Gottesdienst und Predigt, in Diakonie und politischer Streitkultur.“

Hannover, 07. November 2010

Pressestelle der EKD
Reinhard Mawick