Missverständnisse und Vorurteile abbauen

Generalsynode der VELKD hofft auf „praktische Verbesserungen“ in der Ökumene

09. November 2010

Logo der EKD Die Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) unterstützt alle Bestrebungen, die erreichten theologischen Annäherungen in der Abendmahlslehre in einen gemeinsamen, interkonfessionellen Text zu fassen, der dann auch kirchlicherseits rezipiert werden könnte. In einer einstimmig beschlossenen Entschließung heißt es, das Aufzeigen eines differenzierten Konsenses in den dogmatischen Fragen der Abendmahlslehre könne nach wie vor bestehende Missverständnisse und Vorurteile zwischen den Kirchen abbauen. Auch wenn es wenig Spielräume für die offizielle Rezeption eines solchen gemeinsamen Textes in naher Zukunft gebe – hierin stimmt die Generalsynode mit ihrem Catholica-Beauftragten, Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber, überein –, solle das Thema weiter verfolgt werden.

Die Generalsynode ist sich bewusst, „dass die Lehrüberzeugungen im Amt- und Kirchenverständnis der römisch-katholischen Kirche im Moment eine generelle eucharistische Gastfreundschaft noch nicht möglich erscheinen lassen“. Dennoch bekräftigten die Mitglieder der Generalsynode die Hoffnung, „dass die erreichten Klärungen im theologischen Verständnis auch zu ersten Fortschritten im praktischen Vollzug führen werden“. Ausdrücklich gewürdigt wurden die Signale „einiger deutscher Bischöfe, zu verlässlichen und weitherzigen Absprachen für den gemeinsamen Abendmahlsempfang für Eheleute unterschiedlicher Konfessionen zu kommen.“ Auch die Einbeziehung engerer Familienmitglieder sei wünschenswert. Die Generalsynode bittet ihren Catholica-Beauftragen, mit der römisch-katholischen Deutschen Bischofskonferenz hierzu „weiter im Gespräch zu bleiben, welche praktischen Verbesserungen und ersten Schritte möglich sind, bei denen die römisch-katholische Seite dennoch ihren eigenen dogmatischen Überzeugungen treu bleiben kann“.

In diesem Zusammenhang wurde die 25-jährige Praxis der eucharistischen Gastfreundschaft zwischen dem Katholischen Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland und den deutschen evangelischen Kirchen als ein Versuch, „den eigenen konfessionellen Überzeugungen treu zu bleiben und zugleich ökumenisch fortzuschreiten“. Die durch die Vereinbarung gewonnene Vertrautheit und Verbundenheit habe sichtbaren Ausdruck in der Teilnahme des alt-katholischen Bischofs Dr. Matthias Ring an dem Eröffnungsabendmahl der diesjährigen Generalsynode gefunden.

Die Generalsynode begrüßt, dass im Einheitssekretariat die Früchte der ökumenischen Dialoge unter römisch-katholischer Beteiligung „geerntet“ wurden und dankt Walter Kardinal Kasper für die verdienstvolle Arbeit, das bereits Erreichte in dem Buch „Harvesting the fruits“ festgehalten zu haben. Es sei die Hoffnung der Generalsynode, dass das ökumenische Vermächtnis Kardinal Kaspers nicht in Vergessenheit gerate, sondern von Einheitsrat und auch Glaubenskongregation unter Einbindung der ökumenischen Partner weiter verfolgt werde, heißt es in der Entschließung.

Die Generalsynode dankt ihrem Leitenden Bischof, Landesbischof Dr. Johannes Friedrich, und ihrem Catholica-Beauftragten für ihre Berichte über den 2. Ökumenischen Kirchentag. Sie bittet die zuständigen Gremien darüber zu beraten, wann und wie der nächste Ökumenische Kirchentag gefeiert werden könne.

Hannover, 09. November 2010

Udo Hahn
Pressesprecher