Theologisch auskunftsfähig werden

Vollkonferenz begrüßt Votum zum Personsein Gottes

10. November 2010

Logo der EKD Die Vollkonferenz der Union Evangelischer Kirchen in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat das Votum des Theologischen Ausschusses „Mit Gott reden – von Gott reden. Das Personsein des dreieinigen Gottes“ den Kirchen und Gemeinden „zur Kenntnisnahme und Weitergabe“ empfohlen.

In einem Beschluss würdigte die Vollkonferenz das Votum als einen wichtigen Beitrag zur Verständigung über das christliche Reden von Gott. Diese Klärung könne dazu helfen, das Gespräch mit Menschen anderer Religionen und Glaubensvorstellungen zu fördern. Als besondere Herausforderungen benannte die Vollkonferenz dabei die Auseinandersetzung mit Gottesvorstellungen buddhistischer oder esoterischer Herkunft, aber auch die Infragestellung der trinitarischen Gottesrede von islamischer Seite. Eine reflektierte Vergewisserung personaler Gottesrede diene auch der Auseinandersetzung mit atheistischen Argumentationen.

Über das Votum hinausgehend regte die Vollkonferenz an, auch Erträge feministischer Theologie für das Anliegen fruchtbar zu machen, die Rede von Gott „aus der Begrenzung einer männlichen Sprachmetaphorik herauszuführen“. Die Vielfalt biblischer Gottesbilder befreie dazu, in eigenen Bildern von Gott zu reden. Zugleich fordere sie dazu heraus, Kriterien für geeignete Metaphern zu finden: „Die Bibel selbst hält die Gottesrede im Fluss und koppelt sie im Neuen Testament kritisch an das Bild zurück, in dem Gott uns in Jesus Christus verlässlich begegnet.“

Die Vollkonferenz  unterstrich in ihrem Beschluss, das Votum rege dazu an, Redeweisen von Gott in Gebet, Liturgie und Predigt neu zu bedenken. Das personale trinitarische Gottesverständnis sei gemeinsames Gut der christlichen Konfessionen. Als ihre Hoffnung brachte die Vollkonferenz zum Ausdruck; „Der Gestus der Liebe, der die trinitarische Gottesrede durchwirkt, kann als konfessionsverbindende Kraft das ökumenische Gespräch neu beleben.“

Hannover, 10. November  2010

Pressestelle der EKD und der UEK
Reinhard Mawick