„Zukunft der Gemeinde gerettet“

Die "Orgel des Monats November" die Stiftung Orgelklang in Stünzhain

15. November 2010

Logo der EKD Die historische Orgel der Dorfkirche im thüringischen Stünzhain ist nicht mehr bespielbar; seit dem vergangenen Jahr wird das Instrument mit dem wertvollen historischen Pfeifenbestand daher restauriert. Die Stiftung Orgelklang unterstützt die Wiederherstellung ihrer „Orgel des Monats November“ in diesem Jahr mit 5000 Euro. Für die Gemeinde stand viel auf dem Spiel: Hätte das Restaurierungsvorhaben nicht finanziert werden können, wäre dies „eine Katastrophe für unsere Region“ gewesen, die die „Zukunftsfähigkeit“ der evangelischen Kirchengemeinde gefährdet hätte, so Kirchenvorstandsmitglied Annerose Laube.

Ein erster Schritt der Baumaßnahmen: Der Austausch des alten Winderzeugermotors. Durch Funkenbildung des unrund laufenden Motors hatte die Orgel für Brandgefahr in der barocken Kirche gesorgt. Inzwischen ist die Reparatur und Wiederherstellung der gesamten Orgel mit den fünf Prospekten mit Schleierbrettern, die in Holz geschnitztes Blattwerk und Girlanden im Biedermeierstil zeigen, in Arbeit.

Im Jahr 1726 hatte der Kirchenpatron Hannibal August Freiherr von Schmertzing der Stünzhainer Kirche eine Orgel geschenkt. Der Erbauer blieb unbekannt. Da es den gewünschten Anforderungen nicht entsprach, baute Heinrich Gottfried Trost das Instrument acht Jahre später neu. Pfeifen aus der Werkstatt von Trost sind bis heute enthalten, die Orgel insgesamt erfuhr noch zahlreiche Veränderungen. Heute weist das Firmenschild im Spieltisch die Orgel als ein Werk der Gebrüder Jehmlich aus, die das Instrument 1929/30 umgebaut und erweitert hatten. Tatsächlich stammt es jedoch aus der Werkstatt von Friedrich Ladegast, der es schon 1895 neu gebaut hatte. Die Orgel ist – abgesehen von den Erweiterungen durch die Firma Jehmlich – in ihrer Grundsubstanz erhalten.

Schon 1983 hatte ein Gutachter „Anzeichen beginnender Verwahrlosung“ des Instruments ausgemacht. 20 Jahre später waren von 19 Registern noch fünf notdürftig bespielbar. Mit großem Engagement konnten die rund 120 Gemeindeglieder aus den die Kirche umliegenden Dörfern einen beträchtlichen Anteil der benötigten Gelder selbst aufbringen. Im Mai oder Juni kommenden Jahres soll die Orgel in Stünzhain vollständig wiederhergestellt sein.
 
Hannover, 15. November 2010

Pressestelle der EKD
Reinhard Mawick

Die Stiftung Orgelklang der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) präsentiert in jedem Monat eine „Orgel des Monats“. Insgesamt unterstützt sie in diesem Jahr 16 Projekte in einem Gesamtumfang von rund 100.000 Euro. Das Geld wird aus Spenden und Erträgnissen des Stiftungskapitals bereitgestellt.