Neues Repertoire für „altes“ Instrument

Stumm-Orgel in Steinbach ist „Orgel des Monats November“

15. November 2011

Logo der EKD Die aus dem Jahr 1768 stammende Orgel der St. Georgs-Gemeinde im hessischen Steinbach entstand in der Werkstatt der berühmten Orgelbauerfamilie Stumm in Rhaunen-Sulzbach. Das Anfang dieses Jahres für rund 85.000 Euro restaurierte Instrument wird von der Stiftung Orgelklang als „Orgel des Monats November“ gewürdigt. Die Stiftung hat die Sanierung mit 5.000 Euro gefördert. Seit der Wiederherstellung der Orgel kann nicht nur deren erweiterter Tonumfang klanglich überzeugen, auch das musikalische Angebot der Gemeinde hat sich vergrößert.

Die ursprünglich für eine Kirche in Sprendlingen (Rheinhessen) erbaute Stumm-Orgel wurde 1834 nach Steinbach verkauft. Nach einigen Umbaumaßnahmen fand im Jahr 1961 eine „Restaurierung“ des Instruments statt; „gemessen an heutigen Maßstäben war dies ein Orgelneubau unter Verwendung alter Teile“, heißt es im Gutachten des Orgelsach-verständigen der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Thomas Wilhelm. Diese tiefgreifende Umgestaltung zog Schwierigkeiten nach sich: „Der Rahmen der Windlade hat dem Gewicht der auf ihr stehenden Pfeifen nachgegeben und hängt in der Mitte durch.“ „Heuler und Durchstecher“ – also das Erklingen einer Pfeife ohne Betätigung des entsprechenden Tonventils bzw. das Mitklingen einer Pfeife mit dem benachbarten Ton – waren die Konsequenzen. Das Instrument konnte nicht mehr ordnungsgemäß gestimmt werden. Auch im Blick auf das Pfeifenwerk war die Bilanz des Sachverständigen negativ: Von der barocken Klangaussage des Instruments sei nichts mehr vorhanden.

Die Sanierung der Orgel in diesem Jahr dauerte von Januar bis Mitte April. Seitdem befindet sich das Instrument fast wieder im Originalzustand. „Es wurde nicht ganz in die ursprüngliche Form zurückgeführt, weil der Tonumfang doch erweitert bleiben sollte“, erklärt Beate Korn vom Gemeindebüro. „Die Organisten können nun ein ganz anderes Repertoire bieten.“ Daher kann die Gemeinde in Gottesdiensten, Konzerten und bei anderen besonderen Anlässen deutlich mehr musikalische Glanzpunkte setzen. „Beim diesjährigen Weihnachtsmusizieren“, so Beate Korn, „werden auch die Kinder wieder in die Orgeltasten greifen können.“

Hannover, 15. November 2011

Pressestelle der EKD
Silke Römhild

Die Stiftung Orgelklang der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) präsentiert in jedem Monat eine „Orgel des Monats“. Insgesamt fördert sie in diesem Jahr 22 Projekte in einem Gesamtumfang von 167.000 Euro. Die Mittel dafür werden aus Spenden und Erträgen des Stiftungskapitals bereitgestellt.