Buß- und Bettag: Aufbrechen zur Gestaltung unserer Welt

Botschaft des EKD-Ratsvorsitzenden, Präses Nikolaus Schneider

15. November 2011

Logo der EKD Zum Buß- und Bettag am Mittwoch, 16. November 2011, erklärt der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider:

„Innehalten tut not – und tut gut. Innehalten und das Hasten des Alltags unterbrechen, sich besinnen, wo man steht und wofür man steht: Darum geht es am Buß- und Bettag. Das Evangelium hilft Christenmenschen, einen ehrlichen Blick auf das eigene Leben zu werfen und, wo nötig, umzusteuern.

Nie war der Buß- und Bettag so kostbar wie heute, wo wir über Liveticker minutengenau das politische Geschehen in anderen europäischen Ländern verfolgen, wo ein Krisengipfel den nächsten ablöst und die Berichterstattung über die Finanzmärkte zuweilen den Eindruck erweckt, finstere Mächte müssten durch Wohlverhalten gnädig gestimmt werden. Neben dem Moment des Innehaltens, des Ausatmens, gibt der Buß- und Bettag auch Raum für ehrliche Fragen an uns selbst: Wo habe ich versagt? Wo bin ich anderen etwas schuldig geblieben? Wo habe ich meine eigenen Erwartungen und Maßstäbe nicht erfüllt?

Der Buß- und Bettag ist ein wirksames Mittel gegen Resignation. Wir müssen nicht die Köpfe hängen lassen, im Gegenteil. Im Vertrauen auf Gottes Gnade und seine Bereitschaft, uns zu vergeben, dürfen wir im Gebet seine Nähe suchen. Wir dürfen bei ihm einkehren und von dort gestärkt aufbrechen zur Neugestaltung unseres Lebens und unserer Welt.
 
Die Synode der EKD hat es vor wenigen Tagen in ihrer Kundgebung „Hinhören – Aufbrechen – Weitersagen“ bekräftigt: ‚Das Evangelium von Jesus Christus spricht Menschen frei von Mächten, Ängsten und Zwängen. Es schenkt Vertrauen auf Gott, bewegt zur Liebe zur Welt, eröffnet Hoffnung über den Tod hinaus. Leid, Schmerz und Dunklem zum Trotz vermittelt es Sinn, Ziel und Freude des Lebens. In der Botschaft von Kreuz und Auferstehung Jesu Christi begegnet Menschen ein Zuspruch, der sie getrost leben und getröstet sterben lässt. Und sie gewinnen die Gewissheit, dass Gott seine Schöpfung zu einem guten Ziel führen wird. Wem sich diese Wahrheit erschließt, der sieht die Welt und das eigene Leben mit anderen Augen: offen und klar, befreit und getrost, liebevoll und engagiert.‘“

Zahlreiche Kirchengemeinden laden am Buß- und Bettag zu Abendandachten und besonderen Gottesdiensten ein. Präses Nikolaus Schneider feiert um 19 Uhr in der Hohen Domkirche zu Trier gemeinsam mit Bischof Stephan Ackermann einen ökumenischen Gottesdienst.

Hannover, 15. November 2011

Pressestelle der EKD
Silke Römhild