Nikolaus Schneider zum Buß- und Bettag

„Buße heißt Umkehr und Neuanfang“

16. November 2010

Logo der EKD Zu einem neuen Blick auf den Buß- und Bettag hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, ermutigt. Mit Buße werde häufig Unangenehmes verbunden, wie Strafe für Schuld oder schlechtes Gewissen. Aber: „Das Wort ‚Buße‘ im Neuen Testament bedeutet Umkehr – und damit die Chance auf einen Neuanfang“, so Schneider. Das sei auch im Alltag ein wichtiges Thema, denn „wir sind nicht perfekt, wir laufen häufig genug in die Irre.“ Und wer sich verlaufen habe, müsse einen Ausgangspunkt finden, um wieder auf die richtige Spur zu kommen. „Wer sich verirrt, muss sich neu orientieren, umkehren.“

Das sei nicht immer angenehm, denn man verliere scheinbar an Ansehen, wenn man zugibt, auf dem falschen Weg zu sein. Ein Christ könne aber darauf vertrauen, dass Gott ihn nicht allein lasse, betont der Ratsvorsitzende. Die Verbindung von Umkehr und Gebet am Buß- und Bettag mache deutlich: „Wir können unsere Fragen vor Gott bringen und Gott kommt uns entgegen. Als der so genannte ‚verlorene Sohn‘ sich im Neuen Testament zur Umkehr entschließt, sieht er: Gott erwartet ihn, mit offenen Armen.“

Der neugewählte EKD-Ratsvorsitzende wird am morgigen Buß- und Bettag um 19 Uhr mit dem katholischen Bischof von Trier, Stephan Ackermann, einen ökumenischen Gottesdienst in der Konstantin-Basilika in Trier feiern. Der Gottesdienst steht unter dem Leitwort: „Es ist kein Ansehen der Person vor Gott“. Die Predigt hält Bischof Stephan Ackermann. Musikalisch gestaltet wird die Veranstaltung von Kreiskantor Martin Bambauer. Bambauer spielt im Rahmen des diesjährigen Orgelzyklus Werke von Johann Sebastian Bach.

Der erste evangelische Buß- und Bettag wurde 1532 in Straßburg nachgewiesen. Später fand er als regelmäßiger Feiertag gegen Ende des Kirchenjahres Eingang in den liturgischen Kalender. 1995 wurde der Buß- und Bettag zur Finanzierung der Pflegeversicherung in allen Bundesländern außer in Sachsen als gesetzlicher Feiertag ersatzlos gestrichen. In vielen Gemeinden finden am frühen Abend Gottesdienste statt, um auch Berufstätigen die Teilnahme zu ermöglichen.

Hannover, 16. November 2010

Pressestelle der EKD
Silke Römhild